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1860-Präsident Schneider (2.v.l.) ist seit 2010 im Amt, Vize Maget (3.v.l.) seit 2007 © getty

1860 kann die drohende Pleite wohl abwenden: Banken und ein Investor aus dem Ausland helfen - und ausgerechnet der Erzrivale.

München - Die Insolvenz zum 31. März schien unvermeidlich, jetzt steht Traditionsverein 1860 München kurz vor der Rettung.

Ein Banken-Konsortium, kräftig unterstützt vom Erzrivalen FC Bayern, und ein Investor aus dem Ausland sind demnach bereit, die überlebensnotwendigen acht Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Bis zum Ende dieser Woche sollen "finale Gespräche mit allen Partnern" stattfinden, erläuterte Aufsichtsratschef Otto Steiner:

"Dort sollen die Lösungsbausteine zusammengesetzt werden. Ich sehe immer noch eine große Chance, dass wir es hinkriegen."

Am kommenden Montagabend tagt dann der Aufsichtsrat der "Löwen".

Schneider: Es sieht wieder besser aus

"Ich will nicht zu optimistisch sein, aber inzwischen schaut unsere Lage schon wieder etwas besser aus. Ich stehe nicht dafür, Hoffnungen zu wecken, wo nichts dahinter steckt", sagte auch 1860-Präsident Dieter Schneider:

"Solange wir an Modellen arbeiten und reale Partner beteiligt sind, dürfen wir alle zusammen hoffen." Ins Detail ging Schneider aber nicht.

FC Bayern als "Löwen"-Retter

Ein offenbar seriöser Investor aus dem Ausland, eine renommierte private Geschäftsbank aus Deutschland, die die Koordination der Finanzierung übernehmen soll, dazu die Landesbank, die Stadtsparkasse und der FC Bayern.

So sieht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" im Kern das Rettungsmodell für den TSV 1860 aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In Finanzkreisen ist von "positiven Signalen" die Rede. Der private Geldgeber, der mehrere Millionen Euro mitbringen will, erhält als Gegenleistung dem Vernehmen nach Anteile der KGaA. Denn, so Schneider, "bei uns ist faktisch alles verpfändet".

Stadtsparkasse hilft unter einer Bedingung

Dass eine Privatbank die Moderation übernimmt, ist nach Angaben aus Kreisen von Bayerns Staatsregierung die Voraussetzung für ein Mitwirken der Landesbank. Andernfalls könne die Europäische Union Kredite der Landesbank als unzulässige staatliche Beihilfe für den klammen Verein verbieten.

Wenn die Landesbank dabei sei, werde es auch für die Sparkasse leichter, heißt es aus der Stadtspitze.

Oberbürgermeister Christian Ude betonte aber noch einmal, dass ein Engagement der Stadtsparkasse frühestens dann infrage käme, wenn 1860 seine Altschulden los sei.

Hoeneß bemüht sich

Im Hintergrund bemüht sich nach wie vor auch der FC Bayern, insbesondere Präsident Uli Hoeneß, darum, eine Insolvenz bei den Löwen abzuwenden, um diese nicht als Mieter der Allianz Arena zu verlieren.

Der Mietvertrag der Sechziger läuft noch bis 2025 und brächte der Arena-GmbH bis dahin rund 50 Millionen Euro. Noch zu Beginn der Woche hieß es beim TSV 1860, dass die Auszahlung der März-Gehälter in Gefahr sei.

Wie groß die Not beim Deutschen Meister von 1966 derzeit ist, machte der Verein am vergangenen Freitag öffentlich.

Fischer rührt Werbetrommel

Laut Schneider hat sich dies im Nachhinein aber als sinnvoll erwiesen. Man musste mögliche Partner "nicht auf den immensen Zeitdruck hinweisen".

Seitdem machte sich auch viel Prominenz für die Münchner stark. Seit Mittwoch läuft sogar eine Spendenaktion, für die Schauspieler Ottfried Fischer kräftig die Werbetrommel rührte und gleich einmal 1000 Euro spendierte - ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die chronisch klammen Löwen benötigen bis zum Saisonende 3,5 Millionen Euro und weitere 4,5, um den Spielbetrieb für die kommende Spielzeit zu sichern. Die Altschulden sollen sich auf rund elf Millionen Euro belaufen.

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