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Friedhelm Funkel wechselte 2010 als Trainer von der Hertha nach Bochum © getty

Friedhelm Funkel stieg fünfmal in die Bundesliga auf. Nun sitzt er FCA und Berlin im Nacken. SPORT1 macht den Aufstiegscheck.

Von Jakob Gajdzik und Christian Stüwe

München - Mit Aufstiegen kennt sich Friedhelm Funkel aus wie kein anderer Trainer im deutschen Fußball.

Schon fünf Mal gelang es dem 57-Jährigen, einen Klub aus der Zweiten Liga in die Bundesliga zu führen.

Und nun peilt der Rekord-Aufsteiger den nächsten Coup an.

Mit dem VfL Bochum ist Funkel seit 14 Spielen ungeschlagen und belegt derzeit den Relegationsplatz.

Tabellenführer Hertha BSC und dem Zweiten FC Augsburg dürfte angesichts der Aufholjagd der Bochumer angst und bange werden.

Gemeinsames Bier für den Endspurt

Zuletzt gewann der VfL trotz schwacher Leistung in Cottbus und besiegte in einem Testspiel den zwölffachen Schweizer Meister FC Zürich mit 2:1.

Funkel schickte daraufhin seine Spieler "gemeinsam ein Bier trinken", um sich auf den den Endspurt einzustimmen.

Schafft es der VfL noch auf einen direkten Aufstiegsplatz? Geraten die Hertha und Augsburg noch mal ins Straucheln? Oder rutscht am Ende noch ein anderes Team auf die Aufstiegsplätze?

SPORT1 macht den Aufstiegscheck für die Zweite Liga:

Hertha BSC (1. Platz, 56 Punkte, 55:25 Tore)

Der große Aufstiegsfavorit war zwischenzeitlich ein wenig aus dem Tritt gekommen.

Doch seit der Heimniederlage gegen Union Berlin (1:2) haben sich die Berliner zusammengerissen und die folgenden sechs Partien nicht mehr verloren (vier Siegen, zwei Unentschieden).

Besonders auswärts spielt die Babbel-Elf stark auf, ist dort mit 27 Punkten die beste Mannschaft der Liga.

Trotz des 1:1 im letzten Spiel bei den formstarken Ingolstädtern sind die Berliner ganz klar auf Aufstiegskurs. Die Offensivreihe mit Ramos (11 Tore/10 Assists), Rafael (9/5) und Lasogga (9/4) ist bereits bundesligareif.

"Es sind noch 21 Punkte zu vergeben. Wenn wir 15 Zähler holen, müsste das reichen", sagte Kapitän Andre Mijatovic der "B.Z.".

Restprogramm: Paderborn (H), Bochum (A), Osnabrück (H), Duisburg (A), 1860 (H), Aue (A), Augsburg (H).

FC Augsburg (2. Platz, 54 Punkte, 50:21 Tore)

Im vergangenen Jahr scheiterte Augsburg in der Relegation am 1. FC Nürnberg. Diesmal soll der direkte Aufstieg gelingen.

Verloren hat der FCA seit Ende Januar nicht mehr, das Team scheint auf Kurs.

Allerdings kassierten die Augsburger die letzte Pleite ausgerechnet gegen Bochum. Nun gilt es, die Nerven zu behalten und dem Druck des VfL standzuhalten.

Jos Luhukay gab seinen Spieler das letzte Wochenende frei.

"Wir haben zuletzt sehr gut gearbeitet und sie sollen vor dem Liga-Endspurt noch einmal den Kopf freibekommen", erklärte der Trainer die Maßnahme.

Restprogramm: Arminia Bielefeld (A), SpVgg Greuther Fürth (H), Karlsruher SC (A), Alemannia Aachen (H), Energie Cottbus (A), FSV Frankfurt (H), Hertha BSC Berlin (A).

VfL Bochum (3. Platz, 52 Punkte, 39:28 Tore)

Den Start in die Saison verpatzten die Bochumer komplett, doch mittlerweile hat Funkel die richtigen Mittel gefunden.

Der VfL ist das beste Rückrundenteam und seit 14 Spielen ungeschlagen.

Auch wenn die Bochumer beim Sieg gegen Cottbus spielerisch nicht überzeugen konnten und gegen Teams wie Bielefeld und Karlsruhe zuletzt unnötig Punkte liegen ließen, ist der Optimismus groß.

"Der Tabellenplatz am Ende zählt", erklärte Funkel mit der Routine aus mehr 1000 Bundesliga-Partien als Spieler und Trainer.

Restprogramm: FSV Frankfurt (A), Hertha BSC Berlin (H), FC Ingolstadt (A), SC Paderborn (A), Union Berlin (H), VfL Osnabrück (A), MSV Duisburg (H).

Erzgebirge Aue (4. Platz, 48 Punkte, 31:28 Tore)

Der Aufsteiger ist das Überraschungsteam der Saison. Allerdings sind die Sachsen vernünftig genug zu wissen, dass der Bundesliga-Aufstieg wohl zu früh käme.

"Wir wollen unseren Verein in der Zweiten Liga fest etablieren", lautet die bescheidene Zielsetzung von Präsident Bernd Keller.

Beinahe folgerichtig holte Aue aus den letzten vier Partien auch "nur" fünf Punkte.

Restprogramm: Fortuna Düsseldorf (A), Karlsruher SC (H), Alemannia Aachen (A), Energie Cottbus (H), FC Ingolstadt (A), Hertha BSC Berlin (H), FSV Frankfurt (A).

SpVgg Greuther Fürth (5. Platz, 47 Punkte, 37:21 Tore)

Der "ewige" Zweitligist Greuther Fürth scheiterte in den vergangenen Jahren immer knapp am Aufstieg.

Zuletzt verpassten die Fürther in direkten Duellen gegen Aue und Hertha Big Points, der "Aufstiegsfluch" scheint sich zu wiederholen.

Das übernächste Spiel in Augsburg dürfte die wohl allerletzte Chance sein, noch mal oben ran zu kommen.

Restprogramm: MSV Duisburg (H), FC Augsburg (A), SC Paderborn (H), TSV 1860 München (A), Arminia Bielefeld (H), Rot-Weiß Oberhausen (A), Fortuna Düsseldorf (H).

SPORT1-Prognose:

Die drei Topteams sind gut drauf und machen nicht den Eindruck, noch allzu viele Punkte liegen zu lassen. Die Hertha ist der Topfavorit auf die Meisterschaft.

Augsburg und Bochum kämpfen um den direkten Aufstiegsplatz.

Der FCA hat die bessere Ausgangsposition, der VfL aber den Vorteil, dass die Hertha und Augsburg am letzten Spieltag gegeneinander spielen.

Bochum dürfte der lachende Dritte sein, Funkel seinen sechsten Aufstieg perfekt machen.

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