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Dieter Schneider ist seit 2004 der fünfte Präsident der "Löwen" © imago

Die "Löwen" brauchen schnellen Geld, doch eine Einigung mit den Banken ist offenbar noch gescheitert. Hilft nun ein Investor?

Von Martin Volkmar

München - Bahnt sich bei den "Löwen" die Rettung an?

Der um die Existenz kämpfende Zweitligist steht offenbar in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem finanzstarken Geldgeber.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist ein Inverstor aus dem arabischen Raum an einem Einstieg beim deutschen Meister von 1966 interessiert.

Der Kontakt kam über eine Münchner Bank zustande. Demnach will der Geldgeber 49 Prozent Anteile an der Fußball GmbH und Co. KGaA des Zweitligisten übernehmen und zehn bis zwölf Millionen Euro sofort in den Verein pumpen.

Bis Donnerstag müssen die von der Insolvenz bedrohten Sechziger insgesamt zehn Millionen Euro aufbringen. Von dieser Summe sollen immer noch zwei bis drei Millionen Euro fehlen.

Teufel steckt im Detail

Bisher sah es so aus als ob eine Rettung scheitern würde. Nachdem man sich mit Banken und Gläubigern zunächst im Groben über eine Rettung verständigt hatte, steckt der Teufel offenbar im Detail.

Die meisten Zusagen über mehrere Millionen Euro für eine Sanierung liegen zwar vor, doch eine Privatbank sowie die Bayrische Landesbank, die Münchner Stadtsparkasse und weitere Beteiligte konnten sich nicht einigen.

Nur noch wenig Zeit

Es klafft noch immer eine Lücke, die allerspätestens bis Anfang nächster Woche geschlossen werden muss.

Nicht ausgeschlossen, dass das den "Löwen"-Bossen Dieter Schneider und Robert Schäfer noch gelingt - aber es kann auch genauso gut schiefgehen.

"Es wird verdammt schwer", heißt es aus der 1860-Führung. Die Chancen stehen wohl maximal bei 50 Prozent.

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Zehn Millionen ist angeblich nach aktuellem Stand die Summe, die der Verein dringend an frischem Geld benötigt:

Zwei Millionen, um überhaupt damit beginnen zu können, den alten Schuldenberg von nunmehr 14 Millionen abzubauen; 3,5 Millionen für die laufende Spielzeit und dann noch einmal 4,5 Millionen, um die Lizenz für die kommende Saison zu erhalten.

Gehälter werden fällig

Bis Montag muss der Zweitligist auch die März-Gehälter von insgesamt rund 400.000 Euro überweisen, ansonsten ist er juristisch gesehen zahlungsunfähig.

"Ich gehe davon aus, dass uns das uns das gelingt", sagte Präsident Schneider der "Bild". "Ansonsten könnten wir ja gleich Insolvenz anmelden."

Was in der Tat im Raum steht, isr der Abstieg des Traditionsklubs in die fünfte Liga und der Ausverkauf des Profi-Kaders.

Bayern würde Millionen verlieren

Eine weitere Konsequenz daraus wäre zudem, dass Lokalrivale FC Bayern mindestens zwei bis drei Millionen Euro jährlich an Mieteinnahmen für die Allianz Arena verloren gingen.

Und da Uli Hoeneß rechnen kann, steckt er in der Zwickmühle, die vor allem bei den Fans verhassten "Löwen" zu retten, um nicht selber hohe Verluste zu machen.

Weil die Bayern aber dem Konkurrenten nicht einfach das Geld schenken können, beteiligen sie sich über Umwege an der geplanten Sanierung.

Und hoffen darauf, dass die fehlenden Millionen doch noch eingetrieben werden.

Hoeneß schroff

"Ich glaube nicht, dass es dem FC Bayern gut steht, 1860 in die Insolvenz zu treiben. Wir sind bereit, Zahlungen über einen gewissen Zeitraum zu stunden", erklärte Hoeneß.

"Aber wir können 1860 das Geld nicht hinten reinstecken. Da würden unsere Fans total durchdrehen. Das ist ein Tanz auf der Rasierklinge."

Umgekehrt gilt das natürlich auch, denn die massive Kritik zahlreicher "Löwen"-Anhänger an einer Rettung mit Bayern-Hilfe sorgen nicht eben für großes Vertrauen bei Banken und potenziellen Investoren.

Die teilweise gewalttätigen Proteste "erschweren die Gespräche mit unseren Verhandlungspartnern", sagte Schneider.

Bankenlösung bevorzugt

Der 1860-Boss arbeitet an einem Rettungs-Modell mit einer Bankenlösung, bei der die Sechziger ihre Klubanteile verpfänden und im Gegenzug Kredite dafür bekommen würden.

Eine Alternative wäre der Einstieg der arabischen Geldgeber.

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