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Mittelfeldmann Stefan Leitl spielt seit 2007 beim FC Ingolstadt © imago

Der Aufwärtstrend des FC Ingolstadt liest sich imposant. Im SPORT1-Gespräch dämpft FCI-Kapitän Stefan Leitl aber die Euphorie.

Von Rainer Nachtwey

München - Stefan Leitl ärgert sich immer noch ein bisschen.

Am letzten Spieltag verschoss der Kapitän des FC Ingolstadt beim Stand von 0:0 einen Elfmeter gegen Spitzenreiter Hertha BSC.

Trotz überlegener Spielweise kamen die "Schanzer" letztlich nicht über ein 1:1 gegen die Hauptstädter hinaus und verpassten den großen Coup.

Die Aufholjagd des FCI im Tabellenkeller ist dennoch imposant.

Zur Winterpause trennten das Team noch sechs Punkte von den Nicht-Abstiegsrängen, mittlerweile liegt Ingolstadt auf Rang 14.

Im SPORT1-Interview spricht Leitl über den neuen Trainer der Ingolstädter, den Abstiegskampf, das kommende Spiel in Cottbus (Fr., ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) und den verschossenen Elfmeter.

SPORT1: Herr Leitl, beim FCI läuft es zuletzt: Nach drei Siegen in Serie ein verdienter Punkt gegen Spitzenreiter Hertha. Was macht Ingolstadt derzeit so stark?

Stefan Leitl: Wir waren vorher auch nicht schlecht. Wir agieren jetzt nur erfolgsorientierter. Wir lassen uns nicht aus dem Tritt bringen, wenn wir in Rückstand geraten und wir glauben an unsere Chance. Wir haben in der Winterpause sehr hart gearbeitet, und das kommt uns jetzt zu Gute.

SPORT1: Welchen Anteil hat Trainer Benno Möhlmann an diesem Aufschwung?

Leitl: Der Aufschwung begann bereits, als er uns übernommen hatte. Da waren wir abgeschlagen am Tabellenende und haben dann in den letzten fünf Spielen vor der Winterpause acht Punkte geholt. Er ist ein Fachmann. Er war jahrelang Trainer in der Zweiten Liga und kennt sich natürlich aus. Er hat versucht, uns wieder Selbstvertrauen zu geben, wir sind immer gut vorbereitet auf die Gegner. Wir haben eine klare Spielphilosophie und sind gut eingespielt. Wir wollen selbst agieren.

SPORT1: Wie unterscheidet sich Benno Möhlmann von seinem Vorgänger Michael Wiesinger?

Leitl: Michael Wiesinger war auch ein sehr guter Trainer. Man darf nicht vergessen, dass er uns in der Dritten Liga mit vielen Punkten Rückstand auf einen Relegationsplatz übernommen hat. Und wir sind am Ende noch aufgestiegen. Das war alles der Verdienst von Michael Wiesinger. Für ihn war einfach die Doppelbelastung mit dem Trainerlehrgang hart.

SPORT1: Sie sind mit zehn Toren und acht Vorlagen unter den Top 5 der Scorerwertung der Zweiten Liga. Wie sehr beflügeln Sie solche Werte?

Leitl: Es ist für mich natürlich sehr schön. Aber es ist klar, dass die Mannschaft immer im Vordergrund steht. Für mich gibt es nur ein Ziel: den Klassenerhalt mit Ingolstadt. Und dazu will ich auch meinen Beitrag leisten. Für mich sind die Tore das Endprodukt. Die wären dann auch für mich, wenn wir die Klasse halten - wovon ich ausgehe -, noch das i-Tüpfelchen auf eine gute Saison.

SPORT1: Wie sehr hängt Ihnen dann der verschossene Elfmeter gegen Berlin noch nach?

Leitl: Das ist natürlich schon ärgerlich. Aber ich bin seit vier Jahren in Ingolstadt, habe 20 Elfer geschossen und jetzt habe ich einen verschossen. Aber ich werde deshalb nicht aufhören, Elfmeter zu schießen. Er war schlecht geschossen. Ich denke auch, dass die Reaktion von der gesamten Mannschaft gepasst hat und wir den Rückstand wieder umgebogen haben. Das ist dann auch wichtiger.

SPORT1: Werden Sie wieder zum Elfmeter antreten?

Leitl: Ja, warum nicht. Ich habe gelesen, dass Nuri Sahin vier Elfer in Folge verschossen hat. Ich möchte ihm die Serie nicht abknüpfen, aber natürlich werde ich wieder zum Elfmeter gehen und versuchen, den nächsten wieder rein zu machen.

SPORT1: Mussten Sie der Mannschaft dafür einen ausgeben?

Leitl: Nein. Ich gebe dann einen aus, wenn wir unser Ziel erreicht haben. Dann aber richtig.

SPORT1: Was erwarten Sie am Freitag in Cottbus?

Leitl: Es wird ein extrem schweres Spiel. Cottbus ist auch eine Topmannschaft der Liga, qualitativ hochwertig, die ihre Stärken im Sturm hat. Auf der anderen Seite ist es eine tolle Aufgabe. Ein schönes Stadion mit vielen Zuschauern - wir können uns darauf freuen. Wir werden alles dafür tun, unsere Serie fortzuführen und auch in Cottbus ein positives Ergebnis zu holen.

SPORT1: Warum steigt der FC Ingolstadt nicht aus der Zweiten Liga ab?

Leitl: Wir haben uns jetzt gefunden und gefestigt. Wir haben den lang ersehnten Schritt gemacht, dass wir nicht mehr auf einem Abstiegsrang stehen. Wir sind alle heiß genug, um diesen Platz auch zu verteidigen und deshalb werden wir es am Ende auch schaffen.

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