vergrößernverkleinern
Mittelfeldspieler Ivica Grlic ist seit 2004 bei den "Zebras" unter Vertrag © getty

Duisburg steht gegen Fürth unter Druck. Ivica Grlic spricht bei SPORT1 über das Aufstiegsrennen und den DFB-Pokal.

Von Thorsten Mesch

München/Bad Kreuznach - Die Fans des MSV Duisburg fiebern bereits dem DFB-Pokalfinale gegen Schalke 04 entgegen.

Eine Hand am Pott, aber die Rückkehr in die Bundesliga scheint ein beinahe aussichtsloses Unterfangen zu sein.

Mit neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz stehen die "Zebras" nur auf Platz sieben.

Enttäuschend für den Traditionsverein, der in den vergangenen Jahren immer wieder zwischen Bundesliga und Zweiter Liga pendelte.

Vier Punkte sind es bis zu Greuther Fürth, wo der MSV am Samstag (ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) zumindest schon einmal den Rückstand auf einen direkten Konkurrenten verkürzen könnte.

"Wenn wir da gewinnen, sind wir einen Schritt weiter", sagt Ivica Grlic, der aber momentan nur noch "von Spiel zu Spiel" denken will.

"Es bringt nichts, jedes Mal auf die Tabelle zu gucken und anzufangen zu rechnen", betont der Duisburger Publikumsliebling, der von den Fans zum viertbesten MSV-Profi aller Zeiten gewählt wurde.

SPORT1 traf Grlic in Bad Kreuznach beim Testspiel gegen Mainz, das der MSV 2:3 verlor.

Im Interview spricht der gebürtige Münchner, der für die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina 26 Spiele absolvierte, über die Chancen im Aufstiegskampf, das Pokalfinale und die Finanzmisere bei seinem Jugendverein 1860 München.

SPORT1: Herr Grlic, Sie tragen Jeans und T-Shirt statt Fußballtrikot. Wie geht es Ihnen?

Ivica Grlic: Momentan mache ich noch Physiotherapie und trainiere nur, aber ich hoffe, dass ich in ein oder zwei Wochen wieder einsteigen kann.

SPORT1: Sie hoffen also, dem MSV in der Endphase der Saison wieder helfen zu können?

Grlic: Genau.

SPORT1: Die Niederlage zu Hause gegen Bielefeld war ein schwerer Rückschlag für Duisburgs Aufstiegshoffnungen. Könnte dieses Spiel am Ende der Knackpunkt gewesen sein?

Grlic: Wir dürfen nicht daran denken, was war, sondern müssen an die Zukunft denken. Es bringt nichts, jedes Mal auf die Tabelle zu gucken und anzufangen zu rechnen. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen.

SPORT1: Und das ist bei Greuther Fürth, gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um Platz drei.

Grlic: Wenn wir da gewinnen, sind wir einen Schritt weiter. Danach haben wir wieder ein Heimspiel. Noch weiter zu denken, ist Schwachsinn.

SPORT1: Das Restprogramm hat es in sich. Sie spielen auch noch gegen Hertha und Cottbus.

Grlic: Das sind alles Spiele gegen direkte Konkurrenten, wo man viel Boden gutmachen kann.

SPORT1: Die Fans des MSV fiebern natürlich auch schon dem Pokalfinale in Berlin entgegen. Für sie ist das Spiel gegen Schalke ein echtes Highlight. Für Sie auch?

Grlic: Für jeden Spieler ist das ein Highlight.

SPORT1: Auch wegen der Rivalität zweier Revier-Vereine?

Grlic: Absolut. Es gab, glaube ich, noch nie ein Finale zweier Mannschaften aus dem Ruhrgebiet. Die Fans und wir Spieler freuen uns auf dieses Erlebnis vor so vielen Zuschauern. Wir sind klarer Außenseiter.

SPORT1: Genau wie momentan im Aufstiegsrennen. Der MSV hatte in dieser Saison viele Verletzte, Sie eingeschlossen, der Kader ist klein. Käme der Aufstieg vielleicht zu früh?

Grlic: Nein. Es gibt nichts Schöneres, als in die Bundesliga aufzusteigen. Das ist eine tolle Erfahrung für die Spieler und ein Aufstiegt stellt dem Verein mehr finanzielle Mittel zur Verfügung, man kann den Kader wieder aufstocken. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man aufsteigen.

SPORT1: Dem TSV 1860 München, drohte wegen großer finanzieller Probleme der Zwangsabstieg. Was sagen Sie als ehemaliger Sechziger zur Situation der "Löwen"?

Grlic: Seit zehn bis 15 Jahren ist die Situation schon ähnlich. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Aber 1860 ist ein Traditionsverein. Es wäre schade, wenn sie deshalb in der Versenkung verschwinden würden. Der Verein gehört in die Zweite Liga, wenn nicht sogar in die Bundesliga.

SPORT1: Sie haben einen Vertrag bis 2013. Wie wird es danach weitergehen?

Grlic: Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel