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1860 München spielt seit 2004 in der zweiten Liga © imago

Ein Jordanier will 30 Millionen Euro in 1860 München investieren. Ziel: Bundesliga - und ein neues Stadion.

München - Der Mann heißt Hasan Abdullah Ismaik, ist 34 Jahre alt, Geschäftsmann aus Jordanien - und er will aus New York einschweben, um 1860 München zu retten.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge soll Ismaik, der sein Geld hauptsächlich mit Immobiliengeschäften verdient, beim finanziell stark angeschlagenen Zweitligisten einsteigen und insgesamt mehr als 30 Millionen Euro investieren.

1860 war erst am Freitag knapp der Insolvenz entgangen.

Anwälte prüfen Geschäftsbücher

Bereits in dieser Woche sollen ein Anwalt und ein Wirtschaftsprüfer aus Abu Dhabi sowie zwei deutsche Juristen im Auftrag Ismaiks die Geschäftsbücher von 1860 prüfen.

"Wenn nichts Unvorhergesehenes auftaucht und alle Angaben, die der Verein genannt hat, stimmen, dann sollte dem Investment nichts im Wege stehen", sagte der Jordanier der "SZ".

Natürlich müsse dann noch die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Verträge prüfen. Im Moment sei aber die Wahrscheinlichkeit für seinen Einstieg "sehr hoch".

Ziel: Erste Liga

Für angeblich rund 13 Millionen Euro würde sich Ismaik laut "SZ" 49 Prozent der KGaA-Anteile sichern.

Zudem rechne er, um die erste Liga zu erreichen, mit einer Investition von zehn bis 20 Millionen Euro bis 2014. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir möchten realistisch bleiben und uns keine unerreichbaren Ziele vornehmen. Und wir möchten, dass die Fans stolz auf den Verein sind", sagte Ismaik.

Neues Stadion möglich

Und damit nicht genug: Sollte sich 1860 "in der ersten Liga etablieren, werde man über ein eigenes Stadion nachdenken", sagte der Jordanier.

Momentan sei Sechzig als Mieter in der Allianz Arena aber am besten aufgehoben.

Im Jet zu den Löwen

Am Samstag beim Heimspiel der "Löwen" gegen Cottbus will der "leidenschaftliche Fußball-Fan" mit seinem Privatjet aus New York einfliegen, um sich ein erstes Bild vom TSV 1860 zu machen. Sportlicher Rückschlag für gerettete Löwen

1860-Geschäftsführer Robert Schäfer wollte "den Namen nicht bestätigen. Wir führen Gespräche", sagte er im "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Fernsehens nur.

"Der mögliche Investor guckt sich die Verträge genau an, dann sprechen wir auch über das Strategische", sagte Schäfer.

Chancen stehen bei "99 Prozent"

Am Sonntag hatte Löwen-Präsident Dieter Schneider vor dem Spiel in Aachen (1:2) erklärt, dass er bis Ende April eine "tragfähige Lösung" anstrebe.

Die Chancen, dass es auch in Zukunft mit dem Traditionsverein weitergehe, hatte er dabei auf "99 Prozent" taxiert.

Auch aus dem engsten Umfeld Ismaiks heißt es, in drei Wochen solle alles perfekt sein.

6,5 Millionen Euro feheln noch

Erst am Freitag hatten die Münchner mit einer Zwischenfinanzierung eine Insolvenz in letzter Minute verhindert.

Rund 1,5 Millionen Euro kamen von einem Investor und einer Bank, um ausstehende Gehälter zu begleichen und die laufende Spielzeit zu retten.

1860 benötigt aber mindestens noch 6,5 Millionen Euro, um auch die Lizenz für die kommende Saison zu erhalten - wie es aussieht, mit Hilfe aus Jordanien.

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