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Rostocks Fin Bartels (r.) kommt im Zweikampf gegen Sven Bender zu spät © getty

Nach der Niederlage stehen Team und Vorstand unter Beschuss: "Das ist jetzt Abstiegskampf pur", sagt Robert Lechleitner.

Rostock - Der Eilts-Effekt blieb aus, das Abstiegsgespenst ist präsenter denn je, doch der neue Steuermann der Hansa-Kogge stellt sich dem Sturm:

Nach seiner missglückten Premiere als Trainer von Hansa Rostock zeigte Dieter Eilts jene Entschlossenheit, die seine Spieler zuvor weitestgehend vermissen ließen.

"Bange machen gilt nicht. Die Aufgabe ist schwierig, aber nicht unlösbar", sagte Eilts nach dem ernüchternden 0:1 (0:0) im Heimspiel der Zweiten Liga gegen 1860 München und kündigte seinen Profis trainingsintensive Tage an:

"Um uns von den Abstiegsplätzen zu entfernen, müssen wir sehr hart arbeiten."

Darauf hatte der Europameister von 1996 seine Mannschaft bereits unmittelbar nach dem Abpfiff eingestellt, als er die Spieler in Höhe des Mittelkreises zu einer kurzen Ansprache versammelte.

Als das Team anschließend auf die Fankurve zuging, schlug ihnen ein gellendes Pfeifkonzert entgegen.

Auch die Vereinsbosse bekamen mit lautstarken "Vorstand raus"-Rufen einen Vorgeschmack auf eine wohl hitzige Jahreshauptversammlung am Mittwochabend.

Verständnis für erboste Zuschauer

"Ich kann die Reaktionen der Zuschauer verstehen. Sie wollen Hansa gewinnen sehen", sagte Eilts, der den seit sechs Spielen sieglosen und auf Platz 14 abgestürzten Mecklenburger Traditionsklub mit "vielen Einzelgesprächen, deutlichen Ansprachen und klaren Analysen" aus der sich zuspitzenden Krise führen will.

Die erste Trainingseinheit unter dem ehemaligen U-21-Nationaltrainer zehn Stunden vor dem Spiel hat dafür nicht ausgereicht.

Zwar zeigte sich das auf fünf Positionen veränderte Team im 200. Zweitligaspiel seiner Vereinsgeschichte taktisch und kämpferisch gegenüber der 0:6-Pleite beim 1. FC Kaiserslautern verbessert.

Lauth stoppt Hansa-Sturmlauf

Doch gefährlich wurden die Gastgeber erst nach dem Seitenwechsel. Der vielversprechende Sturmlauf wurde jedoch durch das Traumtor von Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth (76.) gestoppt.

Die Hansa-Krise sorgt im Team zunehmend für Ratlosigkeit. Selbst Diskussionen, ob der Ball von Robert Lechleiter (58.) in Hansas bester Phase komplett hinter der Linie war oder nicht, hielten sich in Grenzen.

"Das ist Abstiegskampf pur"

"Das Tor war regulär. Aber darüber zu streiten, bringt nichts", meinte Lechleiter und rüttelte sein Team angesichts der zwei kommenden Auswärtsspiele beim FC Augsburg und 1. FC Nürnberg wach (Spielplan) :

"Das ist jetzt Abstiegskampf pur. Wer das jetzt noch nicht begriffen hat, ist fehl am Platz."

Die Münchner dagegen freuten sich über den etwas glücklichen Sieg und den Sprung auf Platz acht.

"Ideal auf den Schlappen"

"Das war sicher keine großartige Leistung von uns, aber die drei Punkte sind wichtig", sagte Siegtorschütze Lauth, dem der Ball bei seinem Volleyschuss "ideal auf dem Schlappen geflogen" sei.

Trainer Marco Kurz trat derweil die Euphoriebremse, um im Umfeld der "Löwen" erst gar keine Träume von der kurzfristigen Rückkehr in die Bundesliga aufkommen zu lassen.

"Der Aufstieg ist mit unserem jungen Kader nicht möglich. Wir müssen die Talente fördern, um irgendwann das Potenzial dafür zu entwickeln", erklärte der ehemalige Profi.

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