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In der 44. Minute verwarnte Thomas Metzen (M.) Florian Bruns (l.) und Miroslav Karhan © imago

Seine zeitgleich vergebenen Karten beim Zweitliga-Spiel Mainz gegen St. Pauli haben Schiedsrichter Metzen viel Ärger eingehandelt.

München - Sein Auftritt erinnerte an Revolverhelden aus alten Western-Filmen, doch mit seiner High-Noon-Aktion hat es sich Referee Thomas Metzen bei den Schiedsrichter-Verantwortlichen des DFB und der DFL kräftig verscherzt.

Für Metzen bedeutet das kuriose "Doppel-Gelb" vom Wochenende vorerst selbst "Rot".

"Der Schiedsrichter ist nicht für den Showteil verantwortlich. Metzen hat sich selbst und alle anderen Schiris geschadet", wetterte der Schiedsrichter-Experte der DFL, Hellmut Krug, in der "Bild".

Es wird nun bereits spekuliert, dass Metzen zunächst eine schöpferische Pause erhält.

Metzen räumt Fehler ein

Der Unparteiische selbst zeigte sich reumütig. "Das war ein Fehler von mir, ich habe mich dazu hinreißen lassen", erklärte der 27-Jährige aus Mechernich bei Euskirchen in der Eifel.

Vom Kölner "Express" wurde Metzen, der von Beruf Versicherungskaufmann und nebenbei auch Lehrbeauftragter für Schiedsrichter ist, kurzum zum "Eifel-Django" ernannt.

Zeitgleich zwei Spieler verwarnt

Die DFB-Verantwortlichen finden die Aktion von Metzen, als er am vergangenen Sonntag in der Zweitliga-Begegnung zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC St. Pauli (2:2) den Spielern Miroslav Karhan und Florian Bruns gleichzeitig jeweils einen gelben Karton vor die Nase hielt, gar nicht witzig 37064(Die Bilder).

"Der Schiedsrichter hat erst den einen und dann den anderen Spieler zu verwarnen", erklärte Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel.

Krug: "Selbstdarsteller"

Beim DFB fürchtet man um den seriösen Ruf der Unparteiischen. "Wenn ihm im Spiel ein dicker Fehler unterläuft, redet niemand mehr von einem netten Gag. Jeder fragt sich dann, wie der DFB einen solchen Selbstdarsteller zu einem Bundesligaspiel schicken kann", schimpfte Krug nach der Aktion von Metzen.

Top-Schiedsrichter Herbert Fandel machte der Auftritt "sprachlos".

Nach den Regeln nicht verboten

Zwar ist es nach den Regeln nicht verboten, zwei Gelbe Karten in die Luft zu halten, doch der DFB hat bereits reagiert und deutlich klar gemacht, dass eine solche Aktion nicht noch einmal vorkommen solle.

Metzens Verhalten entspricht augenscheinlich nicht den internen Anweisungen. Die "Doppel-Verwarnung" vom Sonntag bleibt somit wohl einzigartig.

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