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Robbie Kruse spielt seit 2011 für die Nationalmannschaft Australiens © getty

Düsseldorfs neuer "Socceroo" freut sich auf Deutschland und schwärmt im SPORT1-Interview über das Länderspiel gegen die Löw-Elf.

Von Thorsten Mesch

Mönchengladbach - Ob Lena Meyer-Landrut sich tatsächlich anhört wie ein "australischer Bauer im Outback", wie es der Deutschland-Korrespondent der englischen "Times", nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest, behauptete, sei dahingestellt.

Vielleicht hätte Robbie Kruse, australischer Nationalspieler und Neuzugang für die kommende Saison bei Fortuna Düsseldorf, diese Frage beantworten können.

Doch während Lena sich auf ihre angestrebte Titelverteidigung vorbereitet, weilt Kruse in seiner Heimat und genießt in dort Temperaturen um die 30 Grad.

Kruse wird also das Spiel seiner zukünftigen Teamkollegen im Heimspiel gegen Union Berlin (Fr., ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) nicht live miterleben. Und so verpasst der 22-Jährige auch den Auftritt seines neuen Klubs im "Drei-Spiele-Stadion" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Premiere in großer Arena

Weil Lena und ihre Herausforderer sich in der Düsseldorfer Esprit-Arena für den großen Showdown im Mai einsingen, trägt Fortuna seine letzten drei Heimspiele in einem Stadion aus, das extra als Ersatzspielstätte errichtet wurde und anschließend wieder abgebaut wird.

Wenn Robbie Kruse, er kommt aus Brisbane und nicht aus dem Outback, im Frühsommer seinen Job in Düsseldorf antritt, wird wieder in der großen Arena gespielt.

Im SPORT1-Interview erklärt Robbie Kruse, warum er sich für einen Wechsel von Melbourne Victory zur Fortuna entscheiden hat, spricht über seine Ziele mit Fortuna und dem Nationalteam, den Sieg der "Socceroos" in Deutschland und seine Freundschaft zu Dortmunds Ersatztorwart Mitch Langerak.

SPORT1: Herr Kruse, Sie haben Ende März in Mönchengladbach mit der australischen Nationalmannschaft 2:1 gegen Deutschland gewonnen. Ein sehr guter Start in Ihrer neuen Heimat.

Robbie Kruse: Das stimmt. Es ist ein sehr großer Erfolg, die deutsche Mannschaft geschlagen zu haben, ganz egal, in welcher Aufstellung diese gespielt hat. Für unser Team war das gigantisch.

SPORT1: Ihr neues Team ist Fortuna Düsseldorf. Welche Eindrücke haben Sie von der Stadt?

Kruse: Düsseldorf ist eine wundervolle Stadt. Ich hoffe, ich finde einen schönen Platz zum leben und kann meiner neuen Mannschaft so schnell wie möglich helfen.

SPORT1: Träumen Sie davon, mit Fortuna in der Bundesliga zu spielen?

Kruse: Ich möchte keine zu großen Erwartungen wecken, aber das ist natürlich irgendwann unser Ziel. Um das zu erreichen, müssen wir hart arbeiten.

SPORT1: Wann kam Ihr erster Kontakt zu Fortuna Düsseldorf zustande?

Kruse: Das war im vergangenen Dezember. Nach dem Asien-Cup in Januar ist dann die Entscheidung gefallen. Ich denke, es ist ein guter Schritt für meine Karriere.

SPORT1: Was hat Sie an Düsseldorf überzeugt?

Kruse: Zunächst hat mir die Stadt sehr gut gefallen. Dann habe ich das Stadion und die Fans gesehen. Beides war super. Ich habe mit dem Trainer gesprochen und der hat sehr großes Interesse an mir gezeigt. Das hat mich überzeugt zu unterschreiben.

SPORT1: Hatten Sie in Australien irgendeinen deutschen Fußballer als Vorbild?

Kruse: Als ich Mesut Özil bei der WM gesehen habe, dachte ich, das ist ein fantastischer Spieler. Ich hätte sehr gern mit der Nationalmannschaft gegen ihn gespielt. Klose, Schweinsteiger und Gomez sind auch großartige Spieler. Es war toll, auf sie zu treffen.

SPORT1: Dortmunds Ersatztorwart Mitch Langerak saß gegen Deutschland auf der Bank. Wie ist Verhältnis zu ihm?

Kruse: Wir sind beste Freunde. Es ist schön, dass es von Düsseldorf nach Dortmund nicht einmal eine Stunde ist. So können wir uns schnell mal sehen. Ich habe mit ihm über den Wechsel nach Deutschland gesprochen. Er hat mir gesagt, es sei der richtige Schritt und ich bin froh, dass ich ihn gemacht habe.

SPORT1: Langerak könnte auch bald den nächsten Schritt machen, zumindest im Nationalteam. Stammtorwart Marc Schwarzer ist ja nicht mehr der Jüngste. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass er noch eine WM spielen wird, oder?

Kruse: Das ist schwer zu sagen. Für einen Torwart ist es möglich, mit 40 noch auf solch hohem Niveau zu spielen.

SPORT1: Welche Ziele haben Sie mit der Nationalmannschaft? Gehört Ihnen die Zukunft?

Kruse: Wir haben noch viele erfahrene Spieler, wie zum Beispiel auch Harry Kewell. Wir jungen Spieler versuchen, uns weiter zu verbessern. Und was passiert, das passiert.

SPORT1: Ein deutscher Fußballer hat in Australien für Aufsehen gesorgt. Thomas Broich kam aus der Bundesliga, wurde mit Brisbane Roar Meister und landete bei der Wahl des besten Fußballers auf Platz zwei. Was halten Sie von ihm?

Kruse: Thomas ist ein fantastischer Spieler. Er hatte eine großartige Saison. Es ist gut, wenn Leute wie er nach Australien kommen und den Fußball in meinem Land weiter aufbauen.

SPORT1: Sie haben einen Deutschen als Nationaltrainer. Wie beurteilen Sie seine Arbeit?

Kruse: Er ist sehr erfahren und gibt mir persönlich und der Mannschaft sehr viel Selbstvertrauen. Wir sind beim Asien-Cup Zweiter geworden und hoffen, dass wir darauf aufbauen können und uns auch für die nächste Weltmeisterschaft qualifizieren können.

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