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Ewald Lienen ist seit November 2010 Trainer von Arminia Bielefeld © getty

Arminia nutzt den Sicherheitsfonds des Ligaverbands und ist durch den Punktabzug faktisch abgestiegen. Das Remis trifft RWO hart.

Bielefeld - Arminia Bielefeld ist nicht mehr zu retten: Am Dienstag wurde der Abstieg der Ostwestfalen in die Dritte Liga endgültig besiegelt.

Kanpp zwei Tage nach dem 3:3 (0:0) gegen Rot-Weiß Oberhausen am Sonntagmittag entsprach der Ligaverband dem Antrag des ehemaligen Bundesligisten auf Auszahlung von Mitteln aus dem Sicherungsfonds.

Der dadurch in Kraft getretene Abzug von drei Punkten hat den letzten rechnerischen Zweifel am Abstieg der Ostwestfalen beseitigt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für RWO war der Ausgleich in letzter Sekunde ein brutaler Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt.

27,1 Millionen Schulden

"Wir haben 1,2 Millionen Euro beantragt, was zwei Monatsgehältern entspricht. Dafür ist in den Statuten ein Drei-Punkte-Abzug vorgesehen", hatte Arminia-Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier am Sonntag erklärt.

"Die sportliche Situation ist aussichtslos. Wir bitten alle Vereine um Verständnis, dass wir dieses Geld benötigen."

Die Ostwestfalen stehen mit 27,1 Millionen Euro in der Kreide, der Kredit des Ligaverbandes würde die Verbindlichkeiten noch erhöhen.

Die Arminia hat wirtschaftlich kaum Spielraum, der Kollaps droht.

Lienen: "Das tut weh"

"Das tut natürlich weh", sagte Arminia-Trainer Ewald Lienen nach der Partie und dem feststehenden Abstieg, "vor allem wenn man bedenkt, was hier möglich gewesen wäre. Es ist traurig, dass wir diesem großartigen Publikum hier auf der Alm keinen Sieg schenken konnten".

Der Coach ergänzte: "Die Partie war sinnbildlich, wir hauen uns die Dinger fast selber rein. Das zieht sich bei uns durch die gesamte Saison und deswegen waren wir nicht in der Lage Spiele zu gewinnen."

Turbulente zweite Halbzeit

Das Spiel an sich geriet wegen der Finanzprobleme zur Nebensache und war nur noch aus Oberhausener Sicht wirklich interessant.

Josip Tadic (90.+3) traf RWO ins Mark, die Gäste liegen mit 25 Punkten zwei Zähler hinter dem Tabellen-16. VfL Osnabrück.

Mike Terranova (12.), Ronny König (55.) und Markus Kaya (58., Foulelfmeter) hatten Oberhausen vom ersten Sieg seit dem 11. Februar träumen lassen.

Sebastian Heidinger (50.) und Tadic (56.) hatten in einem turbulenten Schlagabtausch vor 12.131 Zuschauern für Bielefeld getroffen.

RWO-Spieler machen sich Mut

Auf Seiten der Oberhausener versuchten sich die Spieler nach dem Ausgleich in letzter Sekunde Mut zu machen.

"Unsere Moral spricht noch für uns. Wir sind heute immer wieder zurückgekommen, das macht Mut", sagte Torschütze Ronny König nach der Partie.

Auch Sturmpartner Mike Terranova wollte von einer Vorentscheidung im Abstiegskampf nichts wissen: "Wir sind noch lange nicht abgestiegen. Ich bin noch fest davon überzeugt, dass wir es noch schaffen."

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