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Aues Spieler könnten den Durchmarsch aus der Dritten Liga in die Bundesliga schaffen © imago

Hertha kann den Sekt kalt stellen, auch Augsburg fast durch ist. Dahinter tobt ein heißer Kampf um den Relegationsrang.

Von Christoph Gschoßmann

München - Durch das 4:0 gegen Osnabrück steht Hertha BSC als Aufsteiger so gut wie fest.

Bei 65 Punkten und zehn Zählern Vorsprung ist es jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis die Berliner auch rechnerisch ihre Rückkehr in die Bundesliga feiern können.

Auch der FC Augsburg auf Rang zwei hat beste Chancen auf den Aufstieg. Sechs Punkte Vorsprung hat der FCA auf den Relegationsrang.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Augsburgs Verfolger VfL Bochum und die formstarke SpVgg Greuther Fürth warten nur auf Patzer der Favoriten.

Beide brauchen im Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz drei jeden Punkt. Und selbst das Überraschungsteam der Liga, Herbstmeister Erzgebirge Aue, rechnet sich noch Chancen aus (DATENCENTER: Zweite Liga) .

Vier Spieltage stehen noch an - vor dem Saisonfinale (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) zeigt SPORT1 das Restprogramm der Aufstiegsaspiranten und analysiert die aktuelle Form der Teams.

FC Augsburg (2. Platz, 61 Punkte, Tordifferenz: + 32):

Form: Sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz bei vier ausbleibenden Spielen - theoretisch ist noch alles drin für Augsburgs Verfolger.

Doch die Fuggerstädter sind genau zum richtigen Zeitpunkt in der Saison in bestechender, geradezu erstligareifer Form. Zehn Spiele ohne Niederlage, davon sieben Siege, dazu zuletzt fünf Mal ohne Gegentor.

Und jetzt hat die zweitbeste Offensive der Liga auch noch die Effektivität eines Aufsteigers entdeckt. Gegen den KSC glänzte die Elf von Trainer Jos Luhukay nicht spielerisch, aber zeigte sich eiskalt.

Tobias Werner, goldener Torschütze gegen die Badener, weiß, was die Stunde geschlagen hat: "Wir spielen keinen Hurra-Fußball mehr. Es geht nur noch darum, effektiv zu sein."

Augsburg, das durch sein Torverhältnis praktisch noch einen Punkt mehr auf dem Konto hat als die Verfolger, kann sich eigentlich nur noch selbst schlagen - alles andere als eine doppelte Aufstiegsparty am letzten Spieltag in Berlin wäre eine Sensation.

Restprogramm: Aachen (H), Cottbus (A), FSV Frankfurt (H), Hertha (A)

VfL Bochum (3. Platz, 55 Punkte, Tordifferenz: + 7):

Form: Die letzte Pleite musste der FCA gegen den VfL schlucken. Dass Bochum, das schlecht in die Saison gestartet war, überhaupt so weit oben steht, verdanken sie ihrer Rekordserie von 15 Partien ohne Niederlage.

Dass jede Serie reißt, musste die Elf von Trainer Friedhelm Funkel schmerzlich erfahren. Tabellenführer Hertha BSC zeigte Bochum die Grenzen auf und zu allem Überfluss setzte es am letzten Spieltag beim Abstiegskandidaten Ingolstadt eine 0:3-Klatsche.

Funkel schaut trotz der Demontage durch den FCI schon wieder nach vorne. Auch Platz zwei hat er noch nicht abgeschrieben.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden direkten Aufstiegsplätze fest vergeben sind, ist natürlich groß. Aber ich bin lange genug im Fußballgeschäft dabei, um zu wissen, dass noch viel passieren kann", so der VfL-Coach.

Das Restprogramm hat für Bochum noch weitere Abstiegskandidaten auf dem Zettel, die bis zum letzten Mann kämpfen werden. Bochum muss schnell wieder in die Spur kommen, sonst wird es nichts mit der direkten Rückkehr ins Oberhaus.

Restprogramm: Paderborn (A), Union Berlin (H), Osnabrück (A), Duisburg (H)

SpVgg Greuther Fürth (4. Platz, 54 Punkte, Tordifferenz: + 19):

Form: Nur einen Punkt bei einem deutlich besseren Torverhältnis trennen den VfL und Fürth. Die "Kleeblätter" rückten dem Absteiger zuletzt immer dichter auf die Pelle: Nur die Hertha schaffte es in den letzten 13 Spielen, die SpVgg zu besiegen.

Bochums Patzer genutzt, und auch die Störfeuer sind beseitigt: Trainer Mike Büskens, der immer wieder mit dem FC St. Pauli in Verbindung gebracht wurde, verlängerte seinen Vertrag in Franken um ein Jahr.

Auch SPORT1-Kolumnist Frank Buschmann ist sich sicher: "Büskens hat in Fürth noch einiges vor" (Kolumne).

Die "Unaufsteigbaren" haben zudem das einfachste Restprogramm: Nur bei Rot-Weiß Oberhausen geht es noch um etwas. Die Chance auf den Relegationsplatz ist greifbar nah.

Restprogramm: 1860 (A), Bielefeld (H), Oberhausen (A), Düsseldorf (H)

(Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

FC Erzgebirge Aue (5. Platz, 52 Punkte, Tordifferenz: + 4):

Form: Nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge gelang beim 5:1 in Aachen ein Befreiungsschlag, auch wenn dafür das Spiel (mit vier Toren binnen sieben Minuten) erst eindrucksvoll gedreht werden musste.

Durch Bochums Durstrecke ist die Elf von Trainer Rico Schmitt wieder in Schlagdistanz. "Dass wir jetzt noch Teams wie Bochum ärgern können, ist natürlich umso schöner", freut sich der gegen Aachen überragende Kevin Kempe, der Rang drei "noch nicht abgeschrieben" hat.

Der Herbstmeister ist klarer Außenseiter im Aufstiegsrennen. Die Sachsen müssen auf grobe Patzer der Konkurrenz hoffen. Außerdem haben sie nicht gerade das leichteste Restprogramm.

Restprogramm: Cottbus (H), Ingolstadt (A), Hertha (H), FSV Frankfurt (A)

SPORT1-Prognose:

Herthas Aufstiegs ist nur mehr Formsache, Augsburg ist auch so gut wie durch. Nur ein Wunder könnte Bochum oder Fürth noch den direkten Aufstiegsplatz einbringen.

Der Kampf um die Relegation wird bis zum Schluss spannend bleiben. Bestätigt sich der Trend der letzten Wochen, heißt es für Fürths "Unaufsteigbare" zur nächsten Saison erstmals: Bundesligaluft schnuppern.

Auch Aue muss man im Rennen um Platz drei auf dem Zettel haben, während Cottbus (48 Punkte) und Duisburg (46) nurmehr rechnerische Chancen besitzen.

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