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Bierdusche a la Hertha: Trainer Babbel und die Spieler Lell, Niemeyer und Neumann (v.l.). © getty

Nach der Bundesliga-Rückkehr macht sogar Beckenbauer einen Schampus auf. Bei der Hertha reicht es nur zu einem Bierdüschchen.

Duisburg - Als die Rückkehr in die Bundesliga perfekt war, musste sich Berlin mit einem Bierdüschchen begnügen.

"Es ist eine Schande, dass hier nur kleine Bierflaschen am Start waren", sagte Alt-Bayer Christian Lell, der zusammen mit Peter Niemeyer und Sebastian Neumann zum feucht-fröhlichen Angriff auf Trainer Markus Babbel übergegangen war.

Ein Scherz.

Und dafür knallten nach dem 1:0-Sieg beim MSV Duisburg (Spielbericht) und dem vorzeitigen Ende des Albtraums Zweite Liga anderswo umso mehr die Korken (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In Berlin feierten die Fans mit Autokorsos. Und sogar Franz Beckenbauer stieß auf die Rückkehr des Hauptstadtklubs an.

"Ich mache eine Flasche Schampus auf. Das ist mein Ernst! Ich bin begeistert, dass die Hauptstadt zurück in der Bundesliga ist. Das wird der Bedeutung Berlins und der Begeisterung der Menschen gerecht", sagte der "Kaiser".

"Überglücklich"

Möglich geworden war der sofortige Wiederaufstieg letztlich durch Adrian Ramos, der nach Flanke von Patrick Ebert in der 27. Minute das Tor des Tages erzielt hatte.

"Wir sind überglücklich. Wir haben kein gutes Spiel gemacht, aber wir sind oben", jubelte Sportdirektor Michael Preetz gegenüber SPORT1 und blickte auf "ein verdammt hartes Jahr" zurück: "Aber am Ende sind wir alle glücklich, dass wir das über die Bühne gebracht haben."

Auch von Trainer Markus Babbel fielen Zentnerlasten ab: "Die Erleichterung ist groß. Es lastete ein großer Druck auf uns."

Durch den Aufstieg verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein Jahr.

Berliner Feiertag

359 Tage nach dem 1:1 bei Bayer Leverkusen am 1. Mai 2010 und dem damit besiegelten Abstieg wurde der Ostermontag nun zu einem besonderen Berliner Feiertag.

"Mission erfüllt" stand auf den Aufstiegs-T-Shirts der Spieler, die ausgelassen auf dem Platz herumtollten, während die Fans "nie mehr Zweite Liga" sangen.

Es hätte allerdings auch nicht schief gehen dürfen. 35 Millionen Euro betrug der Etat, fast doppelt so hoch wie bei den Konkurrenten.

Dabei drücken die "alte Dame" Schulden in Höhe von fast 40 Millionen Euro. Hätte sich die sportliche Schwächephase im Herbst zu einer Krise ausgewachsen, hätte der riskante Aufstiegsplan in den Ruin führen können.

Preetz lobt Babbel

So aber können sich Babbel und Preetz als Väter des Erfolgs bejubeln lassen. Die Spieler ließen beide hochleben.

Und Preetz lobte den 38 Jahre alten Trainer in den höchsten Tönen.

"Markus Babbel ist ein großes Risiko eingegangen, als er sich für Hertha entschieden hat. Berlin ist eine besondere Stadt. Markus hat dem Druck in Berlin standgehalten. Er hat einen großartigen Job gemacht", sagte Preetz und prophezeite: "Er steht am Anfang einer erfolgreichen Trainerkarriere."

"Keine spektakulären Transfers"

Große Veränderungen am Kader soll es nun nicht geben. Berlin plant nur punktuelle Verstärkungen, "spektakuläre Transfers wird es nicht geben", kündigte der Sportdirektor an.

Denn bei der Hertha ist man überzeugt, mit den gereiften Talenten wie U21-Nationalspieler Pierre-Michel Lasogga und den Leistungsträgern wie Ramos, Raffael, Ebert und Kapitän Andre Mijatovic in der Bundesliga mithalten zu können.

Sekt für Babbel

Nur das mit dem Feiern muss der Verein aus der Partyhauptstadt Deutschlands überraschenderweise noch üben.

In Duisburg waren es die Gastgeber, die Babbel auf der Pressekonferenz ein Glas Sekt reichten.

"Bei uns war nur wenig vorbereitet. Gut, ein paar Getränke hatten wir auch dabei", sagte Preetz.

Die große Sause soll daheim in Berlin nachgeholt werden.

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