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Für die Hertha war es der fünfte Bundesliga-Aufstieg © imago

Die Hertha-Helden sind in Berlin gelandet und werden gefeiert. Lob kommt aus ganz Deutschland. Die Vorfreude ist riesig.

Berlin/Duisburg - Als die Maschine der Air-Berlin-Flugs 6440 am Dienstag um 11.44 Uhr in Berlin-Tegel aufsetzte, kannte der Jubel in der Ankunftshalle keine Grenzen mehr.

Mehrere hundert Fans von Hertha BSC Berlin riefen immer wieder "Nie mehr 2. Liga" und feierten ihre übernächtigten Helden.

Doch nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland löste die Bundesliga-Rückkehr der "alten Dame" durch den 1:0-Sieg in Duisburg große Freude aus.

"Ich mache eine Flasche Champagner auf. Das meine ich ernst. Ich bin begeistert, dass die Hauptstadt wieder dabei ist", sagte "Kaiser" Franz Beckenbauer der "Bild-Zeitung".

DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach von einem gerechten Aufstieg.

"Für mich aus der Ferne ist das der verdiente Lohn für eine Saison, in der es die Verantwortlichen in Berlin geschafft haben, die Zuschauer, das Team und die gesamte Umgebung zu vereinen", sagte Zwanziger der "BZ".

Nach dem Desaster im vergangenen Jahr mit dem Abstieg hatte Hertha den "Betriebsunfall" schnell bereinigt und drei Spieltage vor Saisonschluss die Fußball-Eiszeit in der Hauptstadt beendet.

Lob vom Bundestrainer

"Ich freue mich sehr über den Aufstieg. Es ist schön, dass Hertha zurück in der Bundesliga ist", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit meinte voller Euphorie:

"Ganz Berlin freut sich jetzt über den sofortigen Wiederaufstieg. Unsere Stadt und ihre Fans sind erstklassig, künftig ist es auch Hertha wieder - und so soll es bleiben."

"Wollen die Meisterfelge"

Nach der Ankunft in Tegel ging es für die Hertha-Profis mit Polizei-Eskorte weiter zum Trainingsgelände.

Dort stand für die Mannschaft noch ein Auslaufen auf dem Programm.

Die Fans fuhren in blau-weiß geschmückten Autos hinterher. Manager Michael Preetz dämpfte ein wenig die Euphorie und erinnerte daran, dass man in den nächsten drei Spielen noch einiges vor hat.

"Wir wollen schließlich die Meisterfelge", sagte der Manager.

[kaltura id="0_7whbr8kw" class="full_size" title="Berlin startet Riesensause"]

Zu stark für die Liga

Am Abend zuvor hatten die Berliner allerdings gezeigt, dass sie in der 2. Liga derzeit keinen Gegner zu fürchten brauchen. Beim Sieg in Duisburg blieb die Mannschaft zum zehnten Mal in Folge ungeschlagen.

Der Kolumbianer Adrian Ramos hatte mit seinem 14. Saisontor die Partie entschieden und Berlin endgültig ins Glück geschossen. (Nachbericht)

Bier wird knapp

Nachdem der Sieg in Duisburg um exakt 22.04 Uhr feststand, gab es für die Hertha-Profis kein Halten mehr.

Die Party startete direkt auf dem Platz, Spieler und Betreuer zogen sich die Aufstiegs-Shirts mit dem Spruch "Mission erfüllt" über und feierten vor der Kurve ausgelassen mit den mitgereisten 3000 Fans.

Nach einer Stunde musste bereits Biernachschub her.

Witz gegen die Bayern

"Heute sind wir einfach nur glücklich. Als Hauptstadtklub hatten wir die Verpflichtung aufzusteigen", sagte Preetz, der nach dem Abstieg im vergangenen Sommer viel Kritik einstecken musste.

Mit 37 Millionen Euro hatten die Berliner mit Abstand den größten Etat der 2. Liga, der Aufstieg war für viele ein Selbstläufer.

"Uns wurde immer gesagt, dass wir die Bayern der zweiten Liga sind. Doch wenn man in die Bundesliga schaut, sind die Bayern auch nicht Erster", bemerkte Mittelfeldspieler Peter Niemeyer schmunzelnd.

Druck war enorm

Als Aufstiegsheld durfte sich auch Trainer Babbel feiern lassen. Der Ex-Profi konnte nach Abpfiff der obligatorischen Bierdusche nicht mehr ausweichen.

Viele hatten dem Europameister von 1996 nicht zugetraut, dass er die Herkules-Aufgabe meistern würde.

Der Druck war enorm, doch mit viel Disziplin ging Babbel seinen Weg und drängte auch in den Stunden des Triumphes auf Maßhalten:

"Wir müssen uns heute nicht ausgelassen besaufen. Wir haben noch genügend Zeit, gemeinsam zu feiern."

Anteil von Lasogga

Großen Anteil am Wiederaufstieg der Berliner hatte auch Youngster Pierre-Michel Lasogga. Der Ex-Leverkusener erzielte in seinem ersten Profijahr bislang schon zwölf Tore.

"Die Vorfreude auf die 1. Liga ist enorm", sagte Lasogga, der auch im Oberhaus zu den Berliner Leistungsträgern gehören dürfte.

Personell soll es keinen großen Umbruch geben. Präsident Werner Gegenbauer kündigte an, dass lediglich zwei, drei Neuzugänge kommen sollen.

Der Kern der Mannschaft bleibe zusammen und müsse die neue Mission erfüllen: "Klassenerhalt in Liga eins."

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