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Tobias Nickenig wechselte 2009 vom FC Vaduz nach Osnabrück © getty

Paderborn und Osnabrück kämpfen im Abstiegs-Derby ums Überleben. Die VfL-Fans werden in Scharen zum Nachbarn pilgern.

Von Christoph Gschoßmann

München - 90 Kilometer Luftlinie trennen Paderborn und Osnabrück auf der Landkarte. Und auch in der Tabelle liegen die beiden Abstiegskandidaten fast nebeneinander: Nur fünf Zähler hat Paderborn derzeit noch Vorsprung auf den Nachbarn.

Fünf Punkte, die am Ende über "Leben und Tod" entscheiden könnten.

Denn während Paderborn mit 33 Zählern seinen Kopf beim Derby am Freitag (ab 17.45 im LIVE-TICKER) aus der Schlinge ziehen und den Klassenerhalt zwei Spieltage vor Saisonende in trockene Tücher packen könnte, steht Osnabrück mit dem Rücken zur Wand.

Kein Wunder: Der VfL steckt in einer tiefen Ergebniskrise, hat seit acht Spielen nicht mehr gewonnen und erzielte dabei magere fünf Treffer (DATENCENTER: Zweite Liga).

Standing Ovations für den VfL

Für die "Lila-Weißen" ist es also ein echtes Endspiel, denn im Rennen um Platz 15 schläft die Konkurrenz nicht. Trotz der Erfolglosigkeit seines Teams haben die Niedersachsen die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben - denn zumindest die Leistung stimmte zuletzt beim VfL.

"Wenn wir so weiter spielen, bleiben wir in der Zweiten Liga", sagte Teamchef Joe Enochs nach dem ernüchternden 1:1 gegen den FSV Frankfurt.

Und Trainer Heiko Flottmann weiß: "Um unser Ziel zu erreichen, muss es in allen verbleibenden Spielen so sein."

Osnabrücks Fans, die die Mannschaft trotz des Remis mit Standing Ovations aus dem Stadion verabschiedeten, werden ihr Team auch in Paderborn nach vorne peitschen.

Mindestens 2.000 Osnabrücker wollen zum Derby reisen - der Gästeblock in der Paderborner Arena soll dafür extra auf 3.000 Plätze erweitert werden.

Nickenig begnadigt

Dass in Osnabrück alle an einem Strang ziehen, beweist auch die Begnadigung von Tobias Nickenig. "Ich freue mich sehr und will gar nicht groß rumlabern, sondern Taten auf dem Platz sprechen lassen", sagte Nickenig, der am Tag nach dem 0:4 bei Hertha BSC 25 Minuten zu spät zum Training kam.

Ob Nickenig trotz Trainingsrückstands spielt, bleibt abzuwarten. Für Björn Lindemann und Kevin Schöneberg, die alkoholisiert am Trainingsgelände erschienen waren, gibt es indes keine Gnade - ihnen wurde bereits gekündigt.

Schubert: "Wir müssen alles rausholen"

Paderborn steht zwar in der Tabelle einen Tick besser da, weiß aber ebenfalls um die enorme Bedeutung des Spiels. "Für beide Mannschaften geht es um die gleiche Zielstellung, und zwar den Kampf um die Existenz", sagte SC-Trainer Andre Schubert.

Paderborn hat beim 0:0 gegen Aufstiegsanwärter VfL Bochum am letzten Wochenende zum wiederholten Male seine Zweitligatauglichkeit unter Beweis gestellt.

Nur mit derselben Einstellung kann auch das Osnabrück-Spiel erfolgreich bestritten werden, weiß Schubert: "Wir müssen 100 Prozent konzentriert sein und alles rausholen. Kampfgeist und Aggressivität müssen genauso sein wie gegen Bochum".

SCP-Trio fällt aus

Vor allem in der Defensive überzeugten die Ostwestfalen bisher: Zehn Mal hat die Schubert-Elf bereits zu Null gespielt und dabei überlebenswichtige 22 Punkte eingefahren.

Verzichten muss Schubert in der wichtigen Partie allerdings auf Jukka Raitala (Gelbsperre), Markus Palionis (Nasennebenhöhlenentzündung) und Gaetano Manno (Bänderriss im Sprunggelenk).

SPORT1 hat die Fakten zum 32. Spieltag der Zweiten Liga:

FREITAG:

(ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER)

VfL Bochum - Union Berlin:

Bochum fuhr in den jüngsten drei Partien nur einen Zähler ein und blieb dabei ohne eigenen Treffer.

Die zuletzt zweimal sieglosen Berliner haben nur den letzten ihrer vergangenen fünf Auswärts-Auftritte verloren.

Hinspiel:1:0

Hertha BSC Berlin - 1860 München:

Nach zehn Spielen ohne Niederlage steht Hertha BSC vorzeitig als erster Aufsteiger fest.

Die Münchner haben ihre letzten beiden Auswärts-Partien verloren. Von 15 Auswärts-Auftritten bei Hertha BSC hat der TSV neun verloren (drei Siege, drei Unentschieden).

Hinspiel: 0:1

SC Paderborn - VfL Osnabrück:

Paderborn, das zu Hause zuletzt dreimal Unentschieden spielte, ist bereits seit zehn Begegnungen sieglos und muss damit weiter um den Klassenerhalt bangen.

Osnabrück wartet seit acht Spielen auf seinen achten Saison-Erfolg.

Hinspiel: 2:2

Karlsruher SC - Fortuna Düsseldorf:

Karlsruhe ist seit fünf Begegnungen sieglos. Von seinen jüngsten fünf Heim-Auftritten konnten die Karlsruher nur einen gewinnen (ein Unentschieden, drei Niederlagen).

Düsseldorf hat zuletzt vier Spiele gewonnen, drei davon ohne Gegentor.

Hinspiel: 0:1

Alemannia Aachen - Rot-Weiß Oberhausen:

Aachen hat drei seiner jüngsten vier Heimspiele verloren (ein Sieg). Nach zuvor acht erfolglosen Auftritten konnte RWO zuletzt mit 2:1 gegen Karlsruhe gewinnen und hat damit den Anschluss an die Nichtabstiegsränge geschafft.

Von ihren bislang 25 Partien in Aachen konnte Oberhausen keine gewinnen (sieben Unentschieden, 18 Niederlagen).

Hinspiel: 2:1

SAMSTAG:

(ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER)

SpVgg Greuther Fürth - Arminia Bielefeld:

Fürth hat seine jüngsten beiden Heimspiele gewonnen. Von fünf Heimauftritten gegen Bielefeld verlor die SpVgg drei (zwei Siege).

Bielefeld, das in dieser Spielzeit bislang nur dreimal ohne Gegentor blieb, wartet seit sechs Spielen auf seinen vierten Saisonsieg.

Hinspiel: 4:1

FSV Frankfurt - MSV Duisburg:

Die Frankfurter, die aus den jüngsten beiden Begegnungen vier Zähler einfuhren, kassierten in jedem ihrer vergangenen zehn Spiele mindestens einen Gegentreffer.

Duisburg hat drei seiner letzten vier Auftritte verloren. Auswärts warten die Zebras seit acht Auftritten auf einen Dreier.

Hinspiel: 3:1

FC Ingolstadt - Erzgebirge Aue:

Ingolstadt ist bereits seit acht Spielen ungeschlagen (fünf Siege, drei Unentschieden).

Aue konnte nur einen seiner jüngsten fünf Auftritte gewinnen (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Auswärts waren die Erzgebirgler in den letzten drei Spielen zweimal siegreich.

Hinspiel: 1:1

MONTAG:

(ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

Energie Cottbus - FC Augsburg (Mo., 20.15 Uhr):

Cottbus, das den zweitbesten Angriff der Liga stellt, hat sich seine theoretischen Aufstiegschancen mit zwei Siegen in Folge erhalten.

Nach zuvor zehn Partien ohne Niederlage kassierte Augsburg zuletzt ein 1:2 gegen Aachen.

Hinspiel: 0:4

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