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Seit März 2007 trainiert Marco Kurz den TSV 1860 München © getty

Löwen-Trainer Marco Kurz ärgert sich gewaltig über das 3:3 gegen Wehen-Wiesbaden. Dennoch sagt er auch positiv über die 60-Abwehr.

Von Tobias Schröter

München - 1860 steckt weiter im Brei der Mittelmäßigkeit der Zweiten Liga.

Zäh und undurchdringlich erscheint der.

Dabei waren die "Löwen" am Sonntag kurz davor, für ihre Fans ein Glanzlicht am ersten Advent zu setzen.

Sie führten 3:0 gegen Wehen-Wiesbaden, spielten beschwingt auf - doch am Ende brannte gewissermaßen der ganze Adventskranz.

Von der 73. Minute ab drehten die Hessen das Spiel, erreichten mit dem Schlusspfiff noch das 3:3 (Spielbericht) .

Für die Sechziger ein dicker Rückschlag.

In der Tabelle sind sie jetzt Achter (Tabelle).

Doppelt ärgerlich war die späte Trefferflut für Torwart Tschauner. Er hatte zuvor eine Super-Serie mit nur elf Gegentoren in vierzehn Spielen.

Abwehrspieler Matthieu Beda gelobte denn auch gegenüber Sport1.de Wiedergutmachung. "Wir müssen positiv bleiben. Jetzt müssen wir am Freitag in Aachen die Punkte holen, die wir hier liegengelassen haben."

Auch Trainer Kurz bemühte sich im Gespräch mit Sport1.de trotz allen Ärgers nach vorne zu schauen. Er schilderte aber auch bittere Lehren.

Sport1.de: Herr Kurz, wie fühlt man sich nach solch einem Spielverlauf?

Marco Kurz: Das ist heute nicht nur ein Punktverlust, sondern eine gefühlte hohe Niederlage. Wir haben eine sichere 3:0-Führung in einer Art und Weise aus der Hand gegeben, die einer Zweitliga-Mannschaft nicht passieren darf. Wir sind eigentlich gut gestartet. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir angesprochen haben. Zur Halbzeit haben wir deutlich geführt, müssen vielleicht sogar noch mehr Tore machen. Aber was die Mannschaft in den letzten 15 Minuten geleistet hat, ist viel zu wenig ? und dafür sind wir knallhart bestraft worden. Das war hartes Lehrgeld, was wir heute zahlen mussten.

Sport1.de: Wie konnte das passieren? Es lag ja eher das 4:0 für die Löwen in der Luft, als der Anschlusstreffer?

Kurz: Die Mannschaft war zum Schluss einfach pomadig und hat die Lage unterschätzt, hat sich zu sicher gefühlt. So ein Spiel darf man in solch einer Situation, mit dieser Führung, mit dieser Dominanz, nicht aus der Hand geben. Und wir haben es wirklich aus der Hand gegeben, Wehen hat es sicht nicht genommen.

Sport1.de: Ihre Abwehr war ja bisher das Aushängeschild, hatte bis zu dem Spiel gegen Wehen-Wiesbaden nur elf Tore kassiert. jetzt gab es dann gleich drei auf einmal. Wie ist das zu erklären? Kommt da nach dem Anschlusstreffer dann Nervosität auf?

Kurz: Speziell das dritte Tor war kein großer Fehler, das war einfach ein Sonntagsschuss, den man nicht verhindern kann. Die Fehler vorher lagen im Defensiv-Verhalten der gesamten Mannschaft, nicht nur der Abwehr. Wir haben mit nun 14 Gegentoren immer noch die beste Abwehr der Liga, das darf man nicht vergessen.

Sport1.de: Die nächsten beiden Spielen haben es in sich: In Aachen und gegen Nürnberg. Wie geht Sie da jetzt rein?

Kurz: Wir hätten heute Schwung mitnehmen können für diese Spiele. Den müssen wir uns jetzt erst neu erarbeiten. Das ist ja das Bittere an diesem Unentschieden.

Sport1.de: Solch ein Spielverlauf zieht einen dann eher runter, oder?

Kurz: Der Stachel sitzt schon sehr tief, ja. So etwas müssen wir erstmal aufarbeiten. Die Mannschaft muss eine Reaktion zeigen, kann nicht mit solch einer breiten Brust nach Aachen fahren, als wenn wir hier souverän 3:0 gewonnen hätten. Von daher wird es schon eine harte Partie, aber wir freuen uns drauf. Tivoli macht Spaß, viele Zuschauer. Wenn wir konzentriert über 90 Minuten sind, können wir gegen jeden bestehen. Nur waren wir das heute nicht.

Sport1.de: Sie hätten den Anschluss nach oben schaffen können, so aber bleibt der Abstand groß?

Kurz: Wer so ein Spiel aus der Hand gibt, hat dort vorne nichts zu suchen. Da ist eine Qualität erforderlich, die wir heute nicht gezeigt haben.

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