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Hansa droht der Fall ins Bodenlose: Gegenüber Sport1.de bemüht Neu-Coach Dieter Eilts bereits Durchhalteparolen im Abstiegskampf.

Von Christian Paschwitz

München/Rostock - Es ist alles noch viel schlimmer bei Absteiger Hansa Rostock:

Die Fans sind wütend, der neue Trainer Dieter Eilts bemüht nach zwei Niederlagen bereits Durchhalteparolen, die Spieler präsentierten sich beim 0:2 in Augsburg wie ein Absteiger.

Kurzum: Als Tabellen-15., nur einen Punkt vom Relegationsplatz zur Dritten Liga entfernt, befinden sich die Mecklenburger mitten im Überlebenskampf (Tabelle).

Im Interview mit Sport1.de mahnt Neu-Coach Eilts (Porträt) allerdings zu Besonnenheit und Geduld: "Ich weiß nicht, was erwartet wurde. Man darf jetzt nicht durchdrehen, sondern muss Ruhe bewahren."

Sport1.de: Herr Eilts, zwei Spiele unter Ihrer Regie bei Hansa - aber noch keine Punkte und kein Tor. Ist der Neue-Trainer-Effekt schon verpufft?

Dieter Eilts: Ich weiß nicht, was erwartet wurde. Ich bin ja schließlich kein Zauberer. Es war klar, dass es hart wird, dass es eventuell auch etwas dauern kann. Die ersten Spiele sind vom Gegner her natürlich auch nicht gerade einfach. Aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken: Wir werden hart und konzentriert arbeiten.

Sport1.de: Jetzt spielt Rostock in Nürnberg - gehts nur noch darum, sich irgendwie in die Winterpause zu retten?

Eilts: Wir werden auch das letzte Spiel in Ruhe analysieren und schauen, dass wir aus den Fehlern so schnell wie möglich lernen. Aber viel Zeit bleibt dafür natürlich nicht.

Sport1.de: Die Mannschaft wirkt, als müsse Sie erst noch lernen, den Abstiegskampf anzunehmen.

Eilts: Wir machen zu viele einfache Fehler, sogar wenn wir nicht unter Druck sind. Es ist sicherlich auch ein Kopfproblem: Dass man nicht unbedingt überzeugt ist von dem, was man macht.

Sport1.de: Noch mal nachgehakt: Inwiefern ist es ein Problem, dass die Mannschaft gegen den Abstieg spielt, worauf sie eigentlich gar nicht vorbereitet ist?

Eilts: Das muss ich jetzt rausfinden, ich bin ja noch keine zwei Wochen da. Und wir werden nun klar analysieren, woran es hapert. Daran werden wir hart arbeiten.

Sport1.de: In Kaiserslautern (0:6, Anm. d.Red.) hieß es nach zwei Standards auch 0:2. Ist das wirklich nur Kopfsache, oder fehlt schlichtweg das fußballerische Rüstzeug für den Abstiegskampf?

Eilts: Das ist sicherlich eine Frage der Konzentration, da sind wir einfach ein bisschen naiv. Dass die Spieler denken: Es passiert vielleicht gar nichts. Da müssen wir viel energischer zur Sache gehen. Das wissen wir auch - und das wird sich sicherlich in den nächsten Wochen ändern.

Sport1.de: Auch wenn es Verletzungssorgen gibt: Wäre es nicht vielleicht ein Signal, mal ein paar Leute auf die Tribüne zu setzen?

Eilts: Man darf jetzt nicht durchdrehen, sondern muss die Ruhe bewahren. Wir müssen mit den Spielern arbeiten, die da sind und können uns logischerweise keine schnitzen. Wir müssen die Spieler wieder dorthin kriegen, dass sie ihr Potenzial auch abrufen.

Sport1.de: In Augsburg hat Ihr Team keine einzige Gelbe Karte gesehen...

Eilts: Wir müssen uns allgemein in den Zweikämpfen mehr behaupten und durchschlagskräftiger werden. Aber wenn man so früh in Rückstand gerät wie wir in Augsburg, kriegt man das natürlich nicht so einfach hin.

Sport1.de: Die Stimmung der Fans ist sehr angespannt. Was haben Sie ihnen gesagt, als Sie nach dem Abpfiff in die Kurve gegangen sind?

Eilts: Es ist doch völlig klar, dass die Stimmung nicht auf dem Höhepunkt ist. Die Fans sind unzufrieden und enttäuscht, logisch dass sie da Ihren Unmut äußern. Dafür habe ich mein Verständnis geäußert. Ich habe ihnen aber auch gesagt, dass wir ihre Unterstützung brauchen. Ich habe auch keine Sorge, dass die Stimmung jetzt noch mehr kippt.

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