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Mike Büskens hat den Trainerposten in Fürth 2009 von Benno Möhlmann übernommen © imago

Mike Büskens glaubt, dass Fürth den "Aufstiegsfluch" brechen kann und Platz drei erreicht. Den Druck sieht er beim Konkurrenten.

Von Christian Stüwe

München - Noch zwei Spiele und nur zwei Punkte Rückstand auf Bochum.

Greuther Fürth und Trainer Mike Büskens lauern im Kampf um den Relegationsplatz der Zweiten Liga.

Am Sonntag haben sie mit einem Sieg in Oberhausen (ab 13.15 im LIVE-TICKER) die Chance, sich am VfL Bochum vorbei auf Platz drei schieben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Voraussetzung: Bochum kommt in Osnabrück nicht über ein Remis hinaus.

Büskens fühlt sich in der Rolle des Verfolgers wohl, auch weil er davon überzeugt ist, dass seine Mannschaft sich vom Mythos der "Unaufsteigbaren" nicht beeinflussen lässt.

Der Druck liege sowieso beim "gefühlten Erstligisten" Bochum.

Im SPORT1-Interview spricht Büskens über das Fernduell mit Bochum, den Fürther "Aufstiegsfluch" und warnt zudem vor dem Restprogramm.

SPORT1: Herr Büskens, zwei Spiele sind noch zu spielen, zwei Punkte fehlen auf Bochum und den Relegationsrang. Was macht Sie optimistisch, noch am VfL vorbeizuziehen?

Mike Büskens: In zwei Spielen kann viel passieren, der VfL Bochum steht mächtig unter Druck, denn das ist ein gefühlter Erstligist. Optimistisch macht mich, dass unsere Mannschaft bisher mit der Situation sehr gelassen umgeht und weiß, dass wir nur gewinnen können. Wir fühlen uns in der Verfolger-Rolle wohl und müssen dann da sein, wenn der Konkurrent etwas liegen lässt. Allen hier ist klar, dass wir etwas Historisches schaffen können.

SPORT1: Oberhausen und Düsseldorf sind die verbliebenen Gegner, RWO steckt tief unten drin und für die Fortuna geht es um nichts mehr. Müssen Sie die Spieler davor warnen, die vermeintlich leichten Gegner zu unterschätzen?

Büskens: Nein, unsere Spieler unterschätzen in unserer Situation keinen Gegner. Leichte Gegner gibt es in dieser Liga sowieso nicht. Vielmehr spielt Oberhausen ums Überleben und braucht jeden Punkt. Und Düsseldorf ist eine richtig starke Mannschaft. Wenn die Fortuna nicht die ersten sechs Spiele verloren hätte, dann würden sie jetzt mit uns um einen der vorderen Plätze spielen.

SPORT1: Bochum spielt am Sonntag parallel in Osnabrück. Werden Sie sich über Zwischenergebnisse informieren?

Büskens:Ich weiß nicht, ob die Zwischenergebnisse auf der Anzeigentafel im Stadion Niederrhein gezeigt werden. Ich glaube aber, dass man auch an den Reaktionen der Zuschauer erkennen wird, was los ist, denn beide Mannschaften sind abhängig davon, was in Osnabrück passiert. Während der Begegnung interessiert mich nur unser Spiel. Vielleicht frage ich in der Halbzeit-Pause mal bei unserem Pressesprecher nach dem Ergebnis aus Osnabrück. Aber wir müssen unser Ding machen und die Punkte holen. Das andere können wir nicht beeinflussen.

SPORT1: Das Torverhältnis Ihrer Mannschaft ist um sieben Treffer besser als das von Bochum. Kann das der entscheidende Vorteil sein?

Büskens: Ja, das kann der entscheidende Vorteil sein. Das wäre natürlich das knappste Ergebnis, mit dem wir aber gut leben könnten.

SPORT1: Die SpVgg Greuther Fürth hat den Aufstieg schon oft knapp verpasst, teilweise wird sogar von einem "Aufstiegsfluch" gesprochen. Haben die Spieler das im Hinterkopf und wenn ja, was können Sie dagegen tun?

Büskens: In der Mannschaft ist das kein Thema, eher im Gegenteil, also nach dem Motto "Jetzt erst recht". Denn dieses Team hat mit den Mannschaften, die in der Vergangenheit das große Ziel nicht erreicht haben, nichts zu tun. Aus meiner Sicht ist es kein Makel, dass die SpVgg bisher nicht aufgestiegen ist. Denn unter den gegebenen Voraussetzungen ist es ein Riesen-Erfolg, dass man in den letzten Jahren fast immer ganz vorne dabei war. "Die Unaufsteigbaren" sind vor allem in den Medien und im Fürther Umfeld ein Thema, das immer wieder hochkocht. Klar ist aber auch, dass man aus dieser Schublade nur herauskommt, wenn es endlich klappt.

SPORT1: Zuletzt waren Sie mit der Chancenverwertung Ihrer Mannschaft unzufrieden. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um die Effektivität zu verbessern?

Büskens: Wir trainieren natürlich kontinuierlich Abschlüsse. Und man könnte diesen "Makel" der unbefriedigenden Chancenverwertung auch immer wieder anführen. Aber es spricht doch für die Qualität in unserem Team, dass wir viele Chancen herausspielen.

SPORT1: Sie haben Zusammenhalt gefordert, die Fans können kostenlos nach Oberhausen reisen. Wie wichtig ist die Unterstützung der Anhänger?

Büskens: Ich habe immer gesagt, dass es nur gemeinsam, also im Schulterschluss mit den Fans und Anhängern der SpVgg geht. Nicht nur die Spieler müssen diesen Traum leben. Unser junges Team braucht den Rückhalt der Fans, das mit dem zwölften Mann stimmt schon. Und der Verein hat jetzt reagiert und bezahlt die Busse. Wir rechnen mit rund 1000 Fürthern, die uns in Oberhausen anfeuern.

SPORT1: Das Ziel ist die Relegation. Schielen Sie schon mit einem Auge auf die möglichen Gegner aus der Bundesliga?

Büskens: Wirklich nur in der Form, dass wir mit einem Auge dahin schielen, um vorbereitet zu sein. Ohne dabei allerdings den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen.

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