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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Friedhelm Funkel stieg bereits mit Duisburg und Frankfurt in die Bundesliga auf © getty

Bochum und Fürth kämpfen im Fernduell um Rang drei und müssen bei zwei direkten Konkurrenten im Abstiegskampf antreten.

Von Christoph Gschoßmann

München - Vier Teams, zwei Plätze, ein Ziel.

Am vorletzen Spieltag der Zweiten Liga wird in zwei Duellen eine Vorentscheidung im Kampf um die Relegationsplätze fallen.

Die beiden Aufstiegskandidaten müssen dabei im Fernduell bei den punktgleichen Kellerkindern bestehen (So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Alle vier Mannschaften haben dieselbe Mission: Am Ende der Saison auf dem heiß begehrten Relegationsplatz stehen.

Der VfL Bochum und die SpVgg Greuther Fürth greifen nach dem Aufstieg der Bundesliga, während es für den VfL Osnabrück und Rot-Weiß Oberhausen um die Existenz geht.

Funkel auf Beobachtungstrip

Erstliga-Absteiger Bochum hat dabei alle Trümpfe in der Hand. Zwei Punkte beträgt der Vorsprung kurz vor der Ziellinie. (DATENCENTER: Zweite Liga).

"Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, das ist das wichtigste. Alles andere können wir sowieso nicht beeinflussen. Platz drei haben wir in der eigenen Hand", sagt Stürmer Mirkan Aydin, der beim 3:0 gegen Union mit zwei Toren und einer Vorlage einen Sahnetag erwischte.

Trainer Friedhelm Funkel denkt schon einen Schritt weiter als Osnabrück, fuhr zuletzt zu Beobachtungen möglicher Relegationsgegner nach Gladbach und wird am Samstag Eintracht Frankfurt inspizieren.

Dabrowski muss bangen

Für Funkel ist der Relegationsplatz die logische Belohnung für eine starke Saison seiner Truppe.

"Wir können aus eigener Kraft das festhalten, was wir uns erarbeitet haben", so Funkel im "kicker".

Bochums Kapitän Christoph Dabrowski muss nach dem starken Comeback von Mimoun Azaouagh um seinen Stammplatz im Mittefeld bangen. Funkel: "Gesetzt ist niemand".

Adler zuversichtlich

Ein Stolperstein für Bochum will der VfL Osnabrück sein, der die Punkte bitter nötig hat. Nur aufgrund des um neun Treffer besseren Torverhältnisses gegenüber dem Konkurrenten aus Oberhausen hat der seit neun Spielen sieglose VfL den Relegationsplatz noch inne.

Trotz der Misere erkennt Osnabrücks bester Torschütze Nicky Adler einen Aufwärtstrend.

"Die Tendenz ist besser geworden, aber wir haben schon eine ganze Weile nicht gewonnen. Es wird langsam mal wieder Zeit", so der Ex-"Löwe".

Begnadigung für Nickenig?

Zuletzt verlor der VfL sehr unglücklich mit 0:1 beim SC Paderborn. Adler glaubt weiterhin an die eigene Stärke: "Wir haben immer noch alle Chancen und brauchen uns vor niemandem verstecken."

Adlers Teamkollege Alexander Schnetzler zeigt sich in den "Osnabrücker Nachrichten" ebenfalls optimistisch: Wir sind jetzt einfach dran. Und wir sind immer noch heimstark."

Osnabrück will alle Kräfte für den Klassenerhalt bündeln - daher feiert Tobias Nickenig nach seiner Begnadigung möglicherweise sein Comeback.

Fürth stapelt tief

Während in Bochum schon alle Blicke Richtung Bundesliga gehen, gibt man sich bei der Konkurrenz aus Fürth entschieden defensiver.

Auf die Frage, ob Trainer Mike Büskens schon Relegationsgegner beobachten lässt, sagt der Coach im Interview mit SPORT1: "Wirklich nur in der Form, dass wir mit einem Auge dahin schielen, um vorbereitet zu sein. Ohne dabei allerdings den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen."

Fürth sieht sich ganz klar als Außenseiter, weiß aber dennoch um seine große Chance. "Wir fühlen uns in der Verfolger-Rolle wohl und müssen dann da sein, wenn der Konkurrent etwas liegen lässt. Allen hier ist klar, dass wir etwas Historisches schaffen können", sagt Büskens.

Mavraj stichelt Richtung Bochum

Einen Vorteil sehen die "Kleeblätter" im erhöhten Druck, der auf dem Konkurrenten lastet. " Die haben gar keine andere Wahl, die müssen hoch. Deswegen können sie eigentlich nur verlieren", so der Ex-Bochumer Megrim Mavraj in der "Bild".

Das große Fürther Lazarett lichtet sich zum Saisonende wieder etwas. Stephan Schröck (überstandene Knieoperation) steht vor der Rückkehr ins Team.

Die angeschlagenen Milorad Pekovic (Wadenprobleme), Bernd Nehrig (Bluterguss im Knie) und Stephan Fürstner (Rückenprobleme) werden für die Aufstiegschance wohl auf die Zähne beißen.

Terranova kehrt zurück

Beim Fürther Gegner Rot-Weiß Oberhausen ruhen die Hoffnungen auf Mike Terranova, der gegen den KSC noch als Doppeltorschütze geglänzt hatte, eine Woche später beim 0:4 in Aachen aber gelbgesperrt war.

Auch Yohannes Bahcecioglu steht nach Muskelfaserriss vor einem Comeback. "Mike wird spielen und auch JoJo spielt in meinen Gedanken sicher eine Rolle. Er ist zu 100 Prozent fit aus der Reha gekommen", so RWO-Coach Theo Schneider in "Reviersport".

RWO baut auf Revierverbundenheit

Die Oberhausener sind maßgeblich abhängig von einem Patzer der Osnabrücker - daher setzt Schneider auf Revier-Verbundenheit mit Bochum. "Ich hoffe, dass sich das Revier gegenseitig helfen kann und wir für Bochum spielen und der VfL in Osnabrück für uns."

Für seine eigene Partie baut der Oberhausener Übungsleiter auf Fürths Ruf, in der entscheidenden Saisonphase Nerven zu zeigen. "Fürth hat zuletzt sehr viele Chancen rausgespielt, aber nur wenige genutzt. Ich hoffe, das bleibt auch gegen uns so", sagte Schneider.

Büskens indes hält nichts vom "Fluch" der "Unaufsteigbaren": "In der Mannschaft ist das kein Thema, eher im Gegenteil, also nach dem Motto 'Jetzt erst recht'", stellt Büskens klar.

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