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Nach dem Quasi-Aufstieg gibt es bei den Spielern des FC Augsburg kein Halten mehr © imago

Der FCA gerät gegen Frankfurt früh in Rückstand, spielt dann wie entfesselt. Hains Siegtreffer fällt aber erst spät.

Augsburg - Die Fans stürmten den Rasen, die Spieler lagen sich in den Armen und Trainer Jos Luhukay "duschte" in Bier: (399670Bilder des Aufstiegs)

Der FC Augsburg wird als 51. Verein in der 48-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga den Sprung ins Oberhaus schaffen.

Die Schwaben bezwangen den FSV Frankfurt am 33. Spieltag dank des späten Tores von Stephan Hain (85.) mit 2:1 (1:1) und sind ein Spiel vor Saisonende nur noch theoretisch von Platz zwei zu verdrängen.

Drei Punkte und 20 Tore beträgt der Vorsprung auf den Dritten VfL Bochum. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Tränen, aber noch mehr Bier"

Hain hatte nach seinem neunten Saisontreffer "Tränen, aber noch mehr Bier" in den Augen: "Das ist echt unglaublich, ich kann das noch gar nicht glauben, überhaupt nicht fassen."

Simon Jentzsch meinte gerührt: "Ich möchte den Aufstieg meinem Vater widmen, der vor zwei Wochen gestorben ist. Wir haben bis zum Schluss gekämpft um das Tor - das ist überragend."

Und der Keeper ergänzte: "Selbst wenn wir im nächten Jahr auf die Fresse bekommen: Wir haben Geschichte geschrieben, das kann uns keiner mehr nehmen."

"Nächster Halt: 1. Liga"

Dann zog auch er sich das rote Aufstiegshirt an. Darauf zu sehen: Jim Knopf, der Lokomotivführer aus der berühmten Puppenkiste, und die Aufschrift "Nächster Halt: 1. Liga. Volle Kraft voraus!"

Luhukay, 2008 schon mit Borussia Mönchengladbach aufgestiegen, sang mit den Fans.

"Mit einem solch kleinen Verein nächstes Jahr in der Bundesliga dabei zu sein, ist ein Traum. Die Mannschaft hat sich in den letzten beiden Jahren toll entwickelt", sagte der Coach bei LIGA total!.

Und weiter: "Es ist nicht so einfach, vor der Saison Favorit auf den Aufstieg zu sein und dann Erster oder Zweiter zu werden. Ich habe großen Respekt vor allen Beteiligten, die hier mitgewirkt haben."

Auch Bayern-Verband jubelt

Zufrieden war auch Rainer Koch.

"Bisher fand nationaler Spitzenfußball in Bayern fast nur in München und Nürnberg statt. Ich freue mich, dass nun ein dritter bayerischer Verein fast sicher den Sprung ins Fußball-Oberhaus geschafft hat und mit Augsburg nun auch die drittgrößte bayerische Stadt in der 1. Bundesliga vertreten sein wird", sagte der DFB-Vize-Präsident.

"Der Aufstieg des FC Augsburg ist die Ernte einer kontinuierlichen jahrelangen Aufbauarbeit", kommentierte der bayerische Verbands-Präsident.

Möhrles früher Aussetzer

Dabei begann alles denkbar ungünstig für die im Vorjahr in der Relegation am 1. FC Nürnberg gescheiterten Augsburger:

Jürgen Gjasula schockte sie mit seinem sechsten Saisontor früh (3., Foulelfmeter), nachdem Kapitän Uwe Möhrle Sascha Mölders im Strafraum gelegt hatte.

"Da habe ich gedacht, das geht gut los heute, das war eine Katastrophe", sagte Möhrle, der außerdem seine fünfte Gelbe Karte sah und bei Meister Hertha BSC Berlin gesperrt fehlen wird.

"Jos, we can!"

Doch weil dann Michael Thurk ebenfalls zum neunten Mal in dieser Saison (14.) und später auch Hain traf, konnte Möhrle wieder lachen. "Ich freue mich auf die Party. Das wollen wir genießen, so lange wie möglich", sagte er.

Unter dem bei US-Präsident Barack Obama entlehnten Motto "Jos, we can!" hatte sich Augsburg schon vor dem Spiel für die große Aufstiegsfeier gerüstet.

Unter den 30.660 Zuschauern im Stadion wurden 30.000 FCA-Fähnchen verteilt, in der örtlichen Zeitung gab es Tipps für die besten Party-Lokalitäten und mit dem FSV wartete der Lieblingsgegner: Keins der acht Heimspiele gegen Frankfurt hatte Augsburg zuvor verloren.

FCA antwortet wütend

Doch das Spiel begann mit einem Schock. Als Gjasula mit seinem Elfmeter Jentzsch verlud, zeigte die Uhr 2:28 Minuten an.

Doch Augsburg kam bald zurück. Axel Bellinghausen passte von der linken Seite an den Sechzehner, wo Nando Rafael den Ball auf Thurk weiterleitete.

Der ließ Michael Langer im FSV-Tor aus sieben Metern keine Abwehrchance. Thurk vergab per Schuss aus 16 und per Kopf aus fünf Metern das mögliche 2:0, ehe der starke Rafael mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel raus musste.

Immer wieder Thurk

Für ihn kam Torsten Oehrl (30.), der FCA blieb dran. Marcel Ndjeng scheiterte per Freistoß an Langer (38.), wenig später rettete Langer erneut gegen Thurk.

In der zweiten Hälfte setzte sich das Spiel auf ein Tor fort. Thurk stand dabei immer wieder im Blickpunkt - so etwa, als er aus fünf Metern über das leere Tor schoss (49.).

Frankfurt konterte nur noch gelegentlich, Mölders scheiterte dabei einmal frei vor Jentzsch (64.).

Dahlen rettet auf der Linie

Auf der Gegenseite rettete Andreas Dahlen nach Kopfball von Lukas Sinkiewicz auf der Linie (73.), ehe der sieben Minuten zuvor eingewechselte Hain den Ball nach dem einzigen Fehler von Langer aus einem Meter über die Linie stocherte.

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