vergrößernverkleinern
Trainer Jos Luhukay (r. unten) stieg bereits 2008 mit Gladbach auf © getty

Der FCA zelebriert seinen Aufstieg. Bereits auf der Pressekonferenz geht es wild her. Stürmer Thurk kündigt große Taten an.

Von Dustin Werk

München/Augsburg - Kaiserwetter, nackte Oberkörper, glücklich singende Fans.

Auf dem Rathausplatz ging es nach dem Sieg des FC Augsburg gegen FSV Frankfurt (Spielbericht) und so gut wie feststehenden ersten Bundesliga-Aufstieg hoch her.

"Nie mehr Zweite Liga" und "Erste Liga, Augsburg ist dabei" hallte es durch das Stadtzentrum. Geplant war die Feier nicht, vielmehr war sie ein spontaner Gefühlsausbruch tausender Fans.

Spieler stürmen Pressekonferenz

Auch das Stürmern der Pressekonferenz im Stadion war eine Spontan-Aktion.

Nach nur wenigen Sätzen von Trainer Jos Luhukay unterbrach eine Schar von FCA-Spielern ihren Trainer und besprühte den Niederländer und die anwesenden Journalisten mit einem Mix aus Bier, Cola und Wasser.

"Ich übernehme hier alles. In dieser Woche bin ich der neue Trainer, ich schicke Jos in den Urlaub", rief Anführer Nando Rafael siegestrunken. (399670Bilder des Aufstiegs)

"Messi ruft mich jeden Tag an"

Mittelfeldspieler Ibrahima Traore liefzu Hochform auf:

"Jeden Tag ruft Messi an und fragt, wie ich das mache. Auch Mourinho hat schon angerufen und will mich - aber ich habe nein gesagt."

Die Teamkollegen grölten - und machten sich anschließend per Polonaise auf ins Stadtzentrum, wo etwa 3000 Fans auf ihre Aufstiegshelden warteten.

Thurk von der Freude der Fans gerührt

Michael Thurk, der gegen Frankfurt das 1:1 erzielte, war gerührt: "Die Freude der Fans, die freut mich eigentlich am meisten", sagte der Stürmer und kündigte an:

"Heute Nacht ziehen wir durch die Kneipen der Stadt und trinken eine nach der anderen leer."

Neues Saisonziel wird ausgerufen

Nach der Erfüllung des Saisonziels wurde von Manager Andreas Rettig sofort ein neues ausgerufen:

"Nächsten Sonntag um 13.30 Uhr müssen wir bei der Hertha in Berlin auf dem Platz stehen. Bis dahin wird wohl gefeiert", kündigte Rettig an.

Planungen stehen an

Zeit für Urlaub hat der Erfolgsmanager jedoch nicht. Die Planungen für die nächste Saison stehen an.

"Mit dem Aufstieg hat auch schon der Abstiegskampf in der Bundesliga angefangen", erklärte Rettig.

Zwar rechnet der Manager mit einem etwa zehn Millionen Euro größeren Etat, doch es sei "nicht so, dass wir hier von frei verfügbaren zehn Millionen Euro sprechen", stellte Rettig klar.

"Die große nächste Aufgabe hier beim FCA ist: Wir müssen uns in der Infrastruktur verbessern. Das ist nicht erste Liga, was wir hier haben."

Investor zieht sich zurück

Mit dem Rückzug des Investors Walther Seinsch hat der FCA allerdings nicht mehr die wirtschaftliche Kraft im Rücken.

Dafür allerdings ein erstligareifes Stadion. Im Schnitt kamen knapp 20.000 Zuschauer in die 30.000 Fans fassende Impuls-Arena.

Für eine erfolgreiche Mannschaft eigentlich zu wenig. Ein Grund dafür könnten die Kartenpreise sein. Die sind nämlich bereits auf Bundesliganiveau.

Sturm schon top

Personell hat eigentlich nur der Sturm Bundesligareife. Mit Nando Rafael und Thurk führen zwei erstligaerfahrene den Angriff. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit Thorsten Oehrl und Stephan Hain hat der FCA zwei vielversprechende junge Talente bereits als Leistungsträger etabliert.

Das Mittelfeld bedarf allerdings dringend Nachbesserung. Gerade einmal acht Tore hat es erzielt, davon fielen alleine fünf durch Tobias Werner.

Orientierung an Hannover

Mit nur 25 Gegentreffern besitzt Augsburg die beste Abwehr der Zweiten Liga, auch ohne die ganz großen Namen. Im Zusammenhalt und Teamgeist liegen die Stärken der Schwaben.

Augsburg möchte sich an Mannschaften wie Hannover, Freiburg und Mainz orientieren, die mit schnellem Fußball aus der Defensive heraus in der Bundesliga glänzen.

Sollte das gelingen, könnte in Augsburg der Leitsatz "Nie mehr Zweite Liga" sogar eine Weile Bestand haben.

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel