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Die Osnabrücker Anhänger mobilisieren für den Liga-Erhalt noch einmal alle Kräfte © getty

Drei Vereine kann es noch erwischen. Während der KSC die beste Ausgangslage hat, setzt Osnabrück auf besondere Unterstützung.

Von Dustin Werk

München - Oberhausen, Osnabrück, Karlsruhe. Drei Mannschaften mit derselben Hoffnung: Der Verbleib in der Zweiten Liga.

Mit zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz hat Karlsruhe zweifelsfrei die beste Ausgangslage. Zudem empängt der KSC Union Berlin vor heimischer Kulisse.

Relegationsplatz-Inhaber Osnabrück reist nach Ingolstadt und Oberhausen muss den Weg in die Lausitz nach Cottbus antreten (So, ab 13 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1 beleuchtet die drei Partien im Existenzkampf um die Zweite Liga.

FC Ingolstadt - VfL Osnabrück

Man könnte meinen, der VfL sei erprobt in Sachen Finalkrimis.

In zehn der letzten dreizehn Spielzeiten fiel die Entscheidung über den Ligaverbleib der Osnabrücker erst am letzten Spieltag.

Dieses Wochenende stellt keine Ausnahme dar. Mit einem Sieg wäre zumindest der Relegationsplatz gesichert.

"Die Mannschaft lebt, sie will es unbedingt schaffen", macht Osnabrücks Co-Trainer Joe Enochs im "kicker" allen Fans und Beteiligten Mut.

Die Mannschaft hat es verdient

Der VfL setzt dabei auch auf die Fans. Zahlreiche Fanbusse wurden subventioniert, sollen das Team in Ingolstadt zum Sieg schreien.

"Diese Mannschaft hat es verdient, dass man sie unterstützt", urteilte Enochs.

Gegen Osnabrück spricht allerdings die Tatsache, dass sie mit nur sechs Auswärtspunkten, neben Absteiger Bielefeld, das schlechteste Team in der Fremde sind (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Energie Cottbus - Rot Weiß Oberhausen

Es spricht nicht viel für RWO.

Es sind zwar nur zwei Punkte bis Platz 15 und den KSC, aber die klare 1:4-Niederlage gegen Fürth vom letzten Wochenende zeigte deutlich den Zustand der Mannschaft auf.

Seit 14 Spielen wartet Oberhausen auf einen Auswärtssieg. Dass es ausgerechnet in Cottbus klappen soll, liegt doch eher im Bereich des Unwahrscheinlichen.

Wollitz mit persönlicher Sache

Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz hat aus der Partie eine persönliche Angelegenheit gemacht.

Fünf Jahre war er Trainer bei Oberhausens Konkurrent Osnabrück. Noch immer verbindet ihn eine herzliche Beziehung mit dem VfL.

Und das lässt er auch seine eigenen Spieler spüren:

"Ich wünsche Osnabrück den Klassenerhalt. Ich will den Spielern klarmachen, dass sie mir ganz persönlich einen Gefallen tun können", lautet die Ansage von Wollitz in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Für den emotionalen Trainer ist der zwischenmenschliche Bereich enorm wichtig. Viele Spieler können sich einen Stein im Wollitzschen Brett sichern mit einem Sieg.

Spiel um den Arbeitsplatz

RWO-Trainer Theo Schneider flüchtet sich in abgebrannte Durchhalteparolen."Im Fußball ist alles möglich. Für uns geht es um alles", lauten die Motivationshilfen für seine Spieler.

Für viele Akteure Oberhausens bedeutet das Spiel tatsächlich Existenzkampf.

Bei Abstieg werden viele den Weg in die Dritte Liga mitgehen müssen. Eine fußballerische Zukunft in der zweiten Liga haben wohl die Wenigsten.

"Einige Spieler spielen auch um ihren eigenen Arbeitsplatz und für die Leute im Umfeld. Bei einem Abstieg ändert sich die Gesamtsituation im Verein grundlegend", prophezeit Schneider in "Der Westen".

Karlsruher SC - Union Berlin

"Es ist eine Frage der Ehre." So lautet das Motto für KSC-Trainer Rainer Scharinger vor dem Spiel gegen Union Berlin.

Ein Sieg und der KSC hat seine Ehre gerettet, bei einem Unentschieden bleibt die Hoffnung, dass Osnabrück nicht gewinnt.

Die Badener haben alles in der eigenen Hand. Dennoch "wird es ein absolutes Nervenspiel", sagt Trainer Scharinger im "Kicker" voraus.

Eine Nichtabstiegsprämie gibt es nicht: "Das wäre unmöglich, geradeuz unmoralisch. Jeder muss sich ohne finanziellen Anreiz den Arsch aufreißen", nimmt Keeper Kristian Nicht seine Vorderleute in die Pflicht.

Motivation statt Taktik

Auch Scharinger setzt eher auf Motivation, denn auf taktische Finesse:

"Wir brauchen keine besonderen Maßnahmen. Wir brauchen am Sonntag elf Männer, die rausgehen und das Ding umhauen."

Mit dem "Ding" ist wohl die Blockade im Kopf gemeint, die den KSC hemmt und seit sieben Spielen sieglos zurückgelassen hat.

Sonntag, um etwa 15.20 Uhr, werden die Drittligisten wissen, wohin eine neue Auswärtsreise in der nächsten Saison gehen wird.

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