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2:0 und 1:1 aus Sicht der Fürther endeten in dieser Saison die Spiele gegen Bochum © getty

Fürth kämpft mit Bochum um den Relegationsplatz in die Bundesliga. Die SpVgg muss jedoch auf einen Ausrutscher des VfL hoffen.

Von Björn Seitner und Jakob Gajdzik

München - Glück hatten die "Kleeblätter" in den vergangenen Spielzeiten wahrlich nicht.

In den letzten zehn Jahren spielte Greuther Fürth sieben Mal bis zum Schluss um den Aufstieg mit. Geklappt hat es nie.

Schaffen es die Franken diesmal, den Aufstiegsfluch zu durchbrechen und zumindest den Relegationsrang zu erreichen?(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Allerdings hat die Spielvereinigung vor dem letzten Spieltag die schlechtere Ausgangslage: Mit zwei Punkten befindet man sich hinter Bochum - nur ein Sieg zählt.

Der Fluch der "Unaufsteigbaren"

Der VfL dagegen will den Aufenthalt im Unterhaus so kurz wie möglich gestalten und nach dem Abstieg im vergangenen Jahr direkt wieder nach oben.

Im Fernduell muss Fürth gegen Düsseldorf ran, Bochum erwartet Duisburg (So., ab 13 Uhr im LIVE-TICKER).

Ähnlich wie Leverkusen als "Vizekusen" betitelt wird, gelten die Fürther als die "Unaufsteigbaren". (KOLUMNE: "Für Fürth wirds nicht reichen")

Obwohl man in dieser Saison mit bisher 60 Punkten so viele wie noch nie in 14 Jahren Zweiter Liga eingefahren hat, scheint es wieder nicht zu reichen.

Dabei hatten die Franken das Ziel, aus eigener Kraft den Relegationsrang zu verteidigen, eigentlich schon in sicheren Händen gehabt.

"Wenn Bochum nicht gewinnt, müssen wir da sein"

4:1 gewannen die Franken am vergangenen Spieltag in Oberhausen und jubelten schon, da Bochum in Osnabrück nur ein Remis zu erreichen schien. Doch als der VfL in der Nachspielzeit noch zweimal traf, zerplatzte die Freude wieder postwendend.

Den Kampfgeist hat die SpVgg jedoch nicht verloren. "Wenn Bochum nicht gewinnt, müssen wir da sein", sagte Kapitän Thomas Kleine.

Doch beim finalen Spiel gegen die Fortuna drohen den Fürthern empfindliche Ausfälle.

Der bereits in Oberhausen fehlende Milorad Petkovic wird wegen einer Verletzung am Wadenbeinköpfchen auch gegen die Rheinländer passen müssen, mit Stephan Fürstner wackelt nun auch sein Ersatzmann wegen Rückenproblemen.

Schröck fehlt - Onuegbu fraglich

Dazu muss Stephan Schröck im letzten Saison eine Gelbsperre abbrummen und auch Stürmer Kingsley Onuegbu, in Oberhausen zweifacher Torschütze, ist nach einem erlittenen Schlag auf den Knöchel noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Jedoch: Auch wenn der Aufstieg (wieder einmal) verpasst werden sollte, wird es im beschaulichen Fürth weiter gehen. Wie in den letzten zehn Jahren auch.

"In dieser Saison hat sich bei uns Unglaubliches ereignet. Das war so nicht abzusehen und ist etwas, was ich bisher ganz selten erlebt habe", lobt Fürth-Präsident Helmut Hack schon vorab.

Gegen einen Aufstieg würde er sich jedoch freilich nicht wehren. Wenn es nicht klappen sollte, wird es die SpVgg nächstes Jahr wieder versuchen: "Wir werden immer weiter Gas geben, auf allen Ebenen. In Franken ist Platz für zwei Bundesligisten."

VfL bittet zum Revierderby

Doch der VfL Bochum will sich nach dem Last-Minute-Krimi in Osnabrück nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen. Auch wenn die Aufgabe gegen die "Zebras" ungleich schwerer ist.

Nicht nur, dass das Duell gegen das knapp 40 Kilometer entfernte Duisburg ein Revier-Derby ist, der MSV will vor dem Pokalfinale gegen Schalke 04 zudem eine gelungene Generalprobe abliefern.

Zumindest die Kulisse für den VfL wird bereit sein. Erstmal seit dem 0:3 gegen Hannover 96 am letzten Spieltag der vergangenen Saison, als der Verein damals in die Zweite Liga stürzte, wird das rewirpower-Stadion ausverkauft sein.

Maltritz: "Haben die Hände am Pokal"

Marcel Maltritz, in Osnabrück Schütze des wichtigen 2:1, will nur auf sich schauen: "Wir können es ja mit einem Sieg selbst regeln. Was den Relegationsplatz angeht, haben wir die Hände sozusagen am Pokal. Es liegt nur an uns, den dritten Platz zu behalten", sagte Bochums Spielführer den "Ruhr Nachrichten".

Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses, würde dem VfL ein Unentschieden nicht reichen, sollte Fürth zeitgleich gegen Düsseldorf gewinnen. (SERVICE: Der Zweitliga-Tabellenrechner)

Gut für Trainer Friedhelm Funkel, dass er vor dem Endspiel mit Christoph Dabrowski und Ümit Korkmaz wieder auf zwei wichtige Akteure zurückgreifen kann.

Kapitän Dabrowski ist nach Oberschenkel-Blessur wieder zurück, die Frankfurter Leihgabe Korkmaz meldet sich nach wiederholten muskulären Problemen wieder fit.

Aufstiegs-Trumpf sitzt auf der Bank

Auch Mimoun Azaouagh könnte nach seiner Knöchelverletzung wieder eine Option sein, beim 28-Jährigen muss man allerdings noch die Trainings-Eindrücke abwarten.

Der größte Aufstiegs-Trumpf des VfL sitzt jedoch auch der Trainerbank. Coach Funkel gelang mit Uerdingen, Duisburg, Köln und Frankfurt bislang fünf Mal der Aufstieg in die Bundesliga.

Das ist jetzt bereits ein Rekord. Diesen wurde Funkel nur zu gerne ausbauen, auch wenn er dazu noch durch die Relegation muss.

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