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Theo Schneider trainiert seit Februar Oberhausen © imago

Oberhausen verschläft Hälfte eins und geht in Cottbus früh in Rückstand. Nach dem Ausgleich sorgt Petersen für die Entscheidung.

Cottbus - Die Spieler sanken enttäuscht in den Rasen, Trainer Theo Schneider schüttelte immer wieder den Kopf:

Als der Abstieg aus der Zweiten Liga Gewissheit war, machte sich bei RW Oberhausen die große Leere breit.

Durch die 1:4 (0:1)-Pleite nach schwacher Leistung bei Energie Cottbus war der direkte Abstieg aus der Zweiten Liga als Tabellen-17. besiegelt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es ist eine riesige Enttäuschung. Wir haben heute noch einmal alles versucht. Wir sind in der zweiten Halbzeit hohes Risiko gegangen, doch Cottbus hat das geschickt ausgenutzt", sagte Schneider. .

Mit Blick auf die kommende Saison in der Dritten Liga sagte der Trainer, der sein Amt erst Ende Februar übernommen hatte: "Wir werden jetzt einen Neuaufbau einleiten."

"Das ist einfach scheiße"

Präsident Hajo Sommers ergänzte pragmatisch: "Das ist einfach scheiße. Auch wenn wenn man schon damit rechnet, ist es am Ende dennoch knallhart. Es waren schöne drei Jahre."

Vor 12.000 Zuschauern im Stadion der Freundschaft waren die Oberhausener dem Druck nicht gewachsen. Die Beine waren schwer, der Gegner nicht zu knacken.

Emil Jula (16.), Nils Petersen (85.) und Takahito Soma (88.) machten mit ihren Toren den Sieg der Cottbuser perfekt. Für Petersen war es ein Abschiedsgeschenk vor seinem Wechsel wohl zu den Bayern. Felix Luz (83.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt.

Terranova: "Sind verdient abgestiegen"

"Wir sind verdient abgestiegen. Wir hatten genug Zeit im Laufe der Saison, die Wende einzuleiten", sagte Oberhausens Routinier Mike Terranvova.

Die Mannschaft habe sich bemüht, sei aber gescheitert: "Wir sollten jetzt aber nicht den Kopf in den Sand stecken und nach vorne gucken."

Oberhausen blieb lange Zeit erschreckend schwach. Die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet, die in den elf Spielen zuvor nur einen Sieg landen konnte, wirkte im Spielaufbau schwerfällig und lief sich immer wieder in der Defensive der Brandenburger fest.

König als Einziger gefährlich

Ein Kopfball von Ronny König aus der Anfangsphase war lange Zeit die einzige Chance der Kleeblätter.

Schneider setzte zur zweiten Halbzeit alles auf eine Karte und brachte in Patrick Schönfeld für den rotgefährdeten Mario Klinger einen dritten Stürmer. In der 60. Minute musste auch Terranova vom Platz, dafür kam in Luz ein weiterer Angreifer.

Nach dem schwarzen Sonntag von Cottbus sind die Oberhausener auf einen neuen Tiefpunkt angekommen.

Ab 1969 spielte die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet sogar in der Bundesliga - für vier Jahre.

1973 zuletzt in der Bundesliga

Im ersten Jahr stand der Aufsteiger nach Überraschungssiegen zwei Spieltage an der Tabellenspitze. Ein Jahr später stellte RWO in Lothar Kobluhn den Torschützenkönig der Saison. Der Mittelfeldspieler erzielte 24 Treffer und stellte auch Geld Müller in den Schatten.

Nach dem Abstieg 1973 gelang dem 1904 gegründeten Traditionsklub die Rückkehr ins Oberhaus nicht mehr.

Durchmarsch in die Zweite Liga

Es folgten viele Auf- und Abstiege. So gelang in den Jahren zwischen 2006 bis 2008 der Durchmarsch von der vierten in die Zweite Liga.

Drei Jahre hielt man sich dort, doch in den letzten Wochen deutete sich der abermalige Sturz an. In den letzten zwölf Spielen gab es nur einen Sieg.

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