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Sebastian Schuppan (M.) spielte bereits mit Cottbus und Paderborn in der Zweiten Liga © getty

Mit 30.000 Fans und finanziellem Druck startet Dynamo im Heimspiel gegen Osnabrück in die Relegation zur Zweiten Liga.

Dresden - Dynamo Dresden ist zum Siegen verdammt: Der sächsische Drittliga-Dritte steht vor dem Relegations-Hinspiel zur Zweiten Liga am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den VfL Osnabrück gewaltig unter Druck.

Der Traditionsverein muss bei einem Scheitern sogar um die Existenz fürchten, denn für den Erhalt der Drittliga-Lizenz für die nächste Saison muss der achtmalige DDR-Meister beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis zum 1. Juni Bürgschaften über 2,045 Millionen Euro nachweisen (Der SPORT1-TIPP-KÖNIG).

Im Aufstiegsfall wären es "nur" 830.000 Euro.

Unterstützung der Stadt ist nötig

"Das ist eine Herkulesaufgabe. Wenn die Stadt uns keine Unterstützung gibt, dann ist die Situation aussichtslos", sagte Dresdens Geschäftsführer Volker Oppitz, der die neuerlichen Finanzprobleme mit dem verschärften Lizenzierungsverfahren und mit Nachwehen der Vergangenheit erklärte.

Allein in den vergangenen vier Jahren habe der Verein demnach ein Minus von insgesamt 3,2 Millionen Euro eingefahren (DATENCENTER: Die Dritte Liga).

Sportlich wollen sich die Dresdner davon aber nicht beirren lassen.

Verpatzte Generalprobe

Immerhin erkämpfte sich das Team von Trainer Ralf Loose in einem packenden Vierkampf im Saisonfinale gegen Rot-Weiß Erfurt, Kickers Offenbach und den SV Wehen Wiesbaden den begehrten Relegationsplatz.

Mit einer B-Elf verlor der ehemalige Bundesligist am Mittwoch jedoch die Generalprobe im Landespokal-Halbfinale gegen Viertligist RB Leipzig (1:2).

Mehr als 60.000 Zuschauer wollten das Duell mit dem Drittletzten der Zweiten Liga verfolgen - aber nur gut 30.000 passen in die Arena.

Osnabrücker auf Sieg ausgerichtet

Bereits elf Stunden vor dem Vorverkaufsstart standen die Fans nach Tickets an, am Montagmorgen bildete sich vor den Kassenhäuschen eine über 200 Meter lange Schlange.

Von der Euphorie in Sachsen lassen sich die Osnabrücker nicht beeindrucken.

"Wir haben einen Plan, und der ist auf Sieg ausgerichtet. Wir wollen mit voller Überzeugung nach vorn spielen", sagte VfL-Trainer Heiko Flottmann.

Er machte deutlich: "Nach unserem Sieg in Ingolstadt sind in der Mannschaft Lockerheit, aber auch Entschlossenheit und Selbstvertrauen zu spüren."

"Wir erwarten einen Hexenkessel"

Die Niedersachsen gehen nach dem 1:0 am letzten Spieltag in Ingolstadt mit einem guten Gefühl in die Entscheidungsspiele.

"Wir sind auch in dem zu erwartenden Hexenkessel in der Lage, Druck auf Dynamo auszuüben", sagte Assistenztrainer und VfL-Rekordspieler Joe Enochs, "sie sind eine sehr offensiv- und kampfstarke Truppe. Aber wir haben die Qualität, das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen."

Die Osnabrücker, die Dresden am Dienstag zum Rückspiel empfangen, treten zum zweiten Mal in der Relegation an.

[kaltura id="0_z32voowe" class="full_size" title="Showdown in der Relegation"]

Statistik spricht füf Dresden

2009 stiegen die Lila-Weißen gegen Paderborn aus der Zweiten Liga ab, um im vergangenen Jahr als Drittligameister die Rückkehr zu feiern.

Gegen Dynamo soll der erneute Absturz nach nur einer Saison verhindert werden. Seit der Einführung der Relegation war jedoch mit Paderborn und Ingolstadt bisher jeweils der Drittligist siegreich.

In vier Spielen schoss der Zweitligist außerdem noch kein einziges Tor.

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