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Die "Retter" von 1860? Hasan Abdullah Ismaik (u.) will endlich einsteigen © getty

Die DFL segnet den Einstieg des jordanischen Investors bei 1860 München ab. Noch ist aber nichts in trockenen Tüchern.

München - Der "Scheich", der in Wahrheit gar keiner ist, darf den TSV München von 1860 also retten.

"Die Eckpunkte des Vertrages inklusive weiterer Dokumente hält die DFL für vereinbar mit Satzung und Ligastatut" - diese eher dürren Worte aus der Zentrale der Deutschen Fußball Liga (DFL) bedeuten: Also, unseren Segen habt ihr.

Investor Hasan Ismaik kann also 49 Prozent der Anteile der Fußball KGaA übernehmen - 13 Millionen will der jordanische Geschäftsmann dafür zahlen.

Noch liegen allerdings ein paar Hindernisse im Weg.

"Wir haben noch Hausaufgaben vor uns"

"Es ist noch nicht vorbei, wir haben noch einige Hausaufgaben vor uns", betonte "Löwen"-Präsident Dieter Schneider bei aller Erleichterung über das Plazet der DFL zum nachgebesserten Investorenvertrag.

Zwei Knackpunkte gibt es noch. Da ist einmal der Vertrag zwischen der KGaA und dem Vermarkter IMG. IMG besitzt einen langfristigen Vertrag, den Ismaik neu verhandeln oder am liebsten ganz auflösen lassen will.

Der Jordanier hat vor, den TSV 1860 künftig selbst zu vermarkten, oder zumindest die Entscheidungsgewalt darüber zu erlangen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ismaik optimistisch

Der 34 Jahre alte Ismaik sieht nach der Zustimmung der DFL einem baldigen Vertragsabschluss zunächst optimistisch entgegen.

"Wir danken der DFL für ihre Zustimmung und ihr Vertrauen", sagte er der "Süddeutschen", "wir werden uns an alle Forderungen und Vorschriften seitens der DFL halten. Wir freuen uns jetzt sehr auf die Zusammenarbeit mit unseren Freunden von 1860, der wir mit dieser Entscheidung der DFL einen Riesenschritt nähergekommen sind."

Auch da ist also noch der ein oder andere Vorbehalt herauszuhören.

Zaudernde Altgläubiger

Zweites Hindernis ist der letzte noch zaudernde Altgläubiger. Der Berliner Nicolai Schwarzer ist bislang nicht bereit, auf 40 Prozent seines Darlehens in Höhe von 1,75 Millionen Euro zu verzichten.

Er freue sich zwar "absolut über die Nachricht" vonseiten der DFL, sagte er dem "Münchner Merkur", ergänzte freilich: "Für mich gibt's jetzt noch keine Veranlassung, etwas zu unterschreiben."

Nach Schneiders Einschätzung pokert Schwarzer noch ein wenig, der Geschäftsmann hat aber auch schon kund getan, dass die Rettung an ihm nicht scheitern werde.

Etappensieg für 1860

Es wäre auch zu ärgerlich. Dreimal legten die Sechz'ger den Vertrag mit Ismaik und weitere Dokumente bei der DFL vor, ehe am Donnerstagabend endlich das endgültige Okay aus Frankfurt kam.

Schneider bezeichnete dies als Etappensieg für die "Löwen", die mittelfristig sogar rund 20 Millionen Euro benötigen.

"Wir sind sehr erleichtert", sagte der Präsident der "Abendzeitung". "Wir haben die schwerste Etappe jetzt hinter uns gebracht. Und das ist alles sehr, sehr positiv für uns."

Frist bis zum 31. Mai

Retter Schneider steht nun dennoch weiter unter Druck. Bis zum 31. Mai muss endgültig alles geklärt sein, sonst droht abermals die Insolvenz.

Schon als es um den Nachweis der Liquidität bei der DFL von 1,7 Millionen Euro zum Stichtag 1. April ging, hatte der TSV 1860 den Sturz in den Abgrund nur knapp vermieden.

Nach Informationen der "Bild" haben die Spieler seitdem aber nur noch ihr Grundgehalt überwiesen bekommen. Im Fall einer Rettung würden die ausstehenden Prämien nachträglich gezahlt, versicherte Geschäftsführer Robert Schäfer.

Verträge gelten nur bei der Rettung

Einstweilen ist bei den "Löwen" also weiter vieles in der Schwebe, dies gilt auch für die Zusammensetzung eines Kaders für die nächste Saison - so sie denn mit 1860 ausgetragen wird.

Trainer Reiner Maurer und der sogenannte Sport-Koordinator Florian Hinterberger verhandeln derzeit mehr oder weniger im luftleeren Raum - bereits geschlossene Verträge gelten nur für den Fall der Rettung.

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