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Dresdens Cristian Fiel (l.) und Matthias Heidrich diskutieren über das Hinspiel-Ergebnis © getty

Dresden trauert nach dem 1:1 im Hinspiel gegen Osnabrück den vergebenen Chancen nach. Die Position der Sachsen ist geschwächt.

Dresden - Als Alexander Esswein seine Hände vor dem Gesicht faltete und enttäuscht auf die Knie sank, klatschten über 28.000 Fans in der Dresdner Arena kurz nach dem Abpfiff trotzdem stehend Beifall.

Der Drittliga-Dritte Dynamo Dresden hatte gegen den Zweitliga-Drittletzten VfL Osnabrück nach aufopferungsvoller Leistung ein 1:1 (Spielbericht) erkämpft - aber im Hinspiel trotzdem eine mögliche Vorentscheidung in der Relegation zur Zweiten Liga verpasst (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

"Wenn man sein Heimspiel nicht gewinnt, werden die Chancen auf Erfolg kleiner, das ist doch klar", sagte Dresdens Trainer Ralf Loose (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

"Die Chancen für Osnabrück sind gestiegen, das ist durch das Resultat logisch. Wir legen im Rückspiel mit einem 0:0 los - und das reicht uns eben nicht."

Keiner will Favorit sein

Loose schob die Favoritenrolle vor dem entscheidenden Duell am Dienstag im Stadion an der Bremer Brücke damit zu den Niedersachsen.

Annehmen wollten die Lila-Weißen diese aber nicht.

"Es ist gar nichts entschieden. Die Chancen stehen weiterhin bei 50:50 und es geht wieder bei null los", sagte VfL-Trainer Heiko Flottmann.

Loose: "Das ist bitter"

Durch den Auswärtstreffer der Osnabrücker, den in Lars Jungnickel auch noch ein Dresdner per Eigentor beisteuerte (66.), ist Dynamo unter Zugzwang. Immerhin gelang Robert Koch der Ausgleich (76.).

Trotzdem müssen die Sachsen beim zweiten Aufeinandertreffen zwingend ein Tor erzielen, um den Traum vom Aufstieg zu wahren.

"Wir haben zwei Treffer erzielt und sind trotzdem nicht als Sieger vom Platz gegangen. Das ist wirklich bitter", sagte Loose.

Mindestens genau so bitter war, dass sich das aufwändige und kräfteraubende Offensivspiel der Gelb-Schwarzen nicht bezahlt machte.

Dynamo nutzt Chancen nicht

Der achtmalige DDR-Meister hätte nach fünf Jahren Drittklassigkeit einen großen Schritt zurück in Richtung Zweite Liga machen können, scheiterte aber am eigenen Unvermögen im Abschluss.

"Wir waren in allen Belangen überlegen, hatten aber vor dem Tor einfach kein Glück", sagte der einzige Stürmer Dani Schahin.

Für sein Team hat die Relegation angesichts geforderter DFB-Bürgschaften über 2,045 Millionen Euro für die Erteilung einer Lizenz für ein weiteres Jahr in der Dritten Liga existenzielle Bedeutung.

Dem Klub droht ohne Aufstieg das finanzielle Aus.

Osnabrück weiß um Schwächen

Beim VfL ist man hingegen froh über das Ergebnis.

"Wir dürfen uns nichts vormachen, wir hätten das eine oder andere Gegentor mehr bekommen können", sagte Abwehrspieler Alexander Schnetzler.

Aber Torhüter Tino Berbig, der in der Vergangenheit auch in Dresden aktiv war, gab sich optimistisch: "Wer uns kennt, weiß, dass wir zuhause sicher nicht auf 0:0 spielen. Wir wollen gewinnen."

Viel Zeit zur Regeneration bleibt nicht. Der VfL machte sich direkt nach Abpfiff auf die 500 Kilometer lange Rückreise.

Die Sachsen werden den Bus-Trip am Montag antreten. "Und ihn Dienstag hoffentlich nicht in den Beinen haben", sagte Loose.

Mehrere Hundert Fans des früheren Bundesligisten wollen im ausverkauften Osnabrücker Stadion Heimspielatmosphäre schaffen.

Kompliment für Atmosphäre

Am Freitag sorgten die Dynamo-Anhänger schon für bundesligareife Gänsehautstimmung und tauchten die Arena vor dem Anpfiff komplett in die Vereinsfarben schwarz und gelb.

"Das war der absolute Wahnsinn. Wir wollen unseren Fans so gern den Aufstieg schenken", sagte Schahin.

Die Historie spricht für Dresden. In den bisherigen Relegationsduellen hatten in Paderborn und Ingolstadt jeweils die Drittligisten das bessere Ende für sich.

Osnabrück stieg bereits 2009 in den Entscheidungsspielen durch zwei 0:1-Niederlagen gegen Paderborn aus der Zweiten Liga ab.

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