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Die Osnabrücker Hansen (l.) und Tyrala (r.) beharkten sich im Hinspiel mit Dresdens Fiel © getty

Dresdens Coach lässt vor dem Relegations-Rückspiel Elfmeter üben und kritisiert den Modus. Der VfL setzt auf den zwölften Mann.

München - Als Belohnung lockt die Zweite Liga, doch die Favoritenrolle wird zwischen dem VfL Osnabrück und Dynamo Dresden unablässig hin- und hergeschoben.

"In diesen Begegnungen gibt es keinen Zweit- und Drittligisten", behauptet VfL-Sportdirektor Lothar Gans vor der entscheidenden Partie am Dienstag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) an der Bremer Brücke.

Aber auch die Gäste sehen sich nach dem 1:1 im Hinspiel (Spielbericht) eher als Außenseiter.

"Wir legen mit einem 0:0 in Osnabrück los - und das reicht uns eben nicht", rechnet Dynamo-Trainer Ralf Loose vor.

Loose kritisiert Relegations-Modus

Zudem ärgert sich der Coach über den Relegationsmodus und macht sich für die Zukunft für ein drittes Match stark: "So wird das Spiel jetzt auf jeden Fall in Osnabrück entschieden, das ist nicht unbedingt fair."

Allerdings: Nach den gleichen Durchführungsbestimmungen werden seit Jahrzehnten die Spiele in den europäischen Pokalwettbewerben ausgetragen.

Keine Mauer-Taktik vom VfL

Die 16.600 Zuschauer in der ausverkauften Osnabrücker Arena erwartet auf jeden Fall Hochspannung pur, denn beide Teams können und wollen nach eigenem Bekunden nicht auf Halten und Abwarten spielen.

"Wer uns kennt, weiß, dass wir zu Hause sicher nicht auf 0:0 spielen. Wir wollen gewinnen", kündigt der ehemalige Dresdner und aktuelle Osnabrücker Torhüter Tino Berbig an.

Auch die Sachsen drängen auf eine Entscheidung nach 90 Minuten, sind aber auf alle Eventualitäten vorbereitet. Trainer Loose meinte: "In jedem Training üben wir Elfmeterschießen."

Schlechte Relegations-Erfahrung

Soweit allerdings wollen es die Niedersachsen mit den eigenen Fans im Rücken gar nicht erst kommen lassen.

"Unser Publikum wird unser zwölfter Mann sein und uns pushen", verkündetete VfL-Trainer Heiko Flottmann. "Und wir werden zeigen, dass wir besser Fußball spielen können, als wir das im Hinspiel getan haben."

Gute Erfahrungen mit der Zweitliga-Relegation haben die Norddeutschen allerdings nicht gerade: Vor zwei Jahren waren zwei 0:1-Niederlagen gegen den SC Paderborn gleichbedeutend mit dem Absturz in die Drittklassigkeit.

Aufstieg für Dynamo überlebenswichtig

Nach fünf Jahren Drittklassigkeit wäre ein Aufstieg für die Sachsen fast überlebenswichtig.

Denn nur in Liga zwei bestehen für den achtmaligen DDR-Meister wohl realistische Chancen, die zur Erteilung einer Lizenz vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geforderten Bürgschaften von mehr als zwei Millionen Euro zu erwirtschaften.

Besorgniserregende Gäste-Fans

Nicht ganz ohne Sorge bereitet sich die Polizei in Osnabrück auf die von der Elbe mitgereisten 1780 Gästefans vor. Schon mehrfach in der jüngeren Vergangenheit war der Dynamo-Anhang mit Krawallen und tätlichen Auseinandersetzungen unangenehm aufgefallen.

So sperrte in der vergangenen Saison ein Urteil des DFB-Sportgerichts die Dresdner Fans von einem Auswärtsspiel bei der SpVgg Unterhaching aus.

Erst im April dieses Jahres sorgte ein antisemitisches Transparent beim Gastspiel bei Hansa Rostock für Entsetzen bei den Dresdner Verantwortlichen.

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