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Heiko Flottmann löste im April Interimstrainer Joe Enochs bei Osnabrück ab © getty

Osnabrücks Trainer Flottmann gibt sich vor dem Rückspiel gegen Dresden siegessicher. Taktische Spielchen schließt er aus.

Von Andreas Kloo

München - Für den VfL Osnabrück ist es ein Schicksalsspiel, doch wenn man Trainer Heiko Flottmann zuhört, klingt es wie "business as usual".

"Ich bin seit mehr als 25 Jahren beim VfL. In dieser Zeit habe ich es selten erlebt, dass schon vor Saisonende Klarheit über die Ligenzugehörigkeit herrschte und wir Planungssicherheit hatten", erzählt der Coach bei SPORT1 vor dem Relegations-Rückspiel gegen Dynamo Dresden (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Seit 1983 ist der gebürtige Osnabrücker für den VfL tätig. Zunächst als Jugend- und Amateurtrainer, seit April diesen Jahres als Cheftrainer. Fünf Auf- und fünf Abstiege erlebte er in dieser Zeit.

Die Jahre der sportlichen Wirrnisse und regelmäßigen Dramen zum Ende der Saisonende scheinen Flottmann gestählt zu haben.

Großes Vertrauen in die Mannschaft

Große Nervosität ist ihm im Gespräch nicht anzumerken. Er sei "positiv angespannt", schildert er seine Gefühlslage. Von seiner Mannschaft erwartet er die gleiche "Coolness".

"Auch in den letzten Wochen ging es immer schon um alles. Das hat die Mannschaft immer ganz gut hinbekommen und wird das auch jetzt wieder tun", ist er sich sicher.

Kluft zwischen den Ligen

Dabei wäre Nervosität nur allzu verständlich. Denn es geht mal wieder um alles. Die Niedersachsen brauchen im Rückspiel in Osnabrück zumindest ein 0:0, um auch im nächsten Jahr wieder in der Zweiten Liga spielen zu dürfen.

Und nicht nur für die Dresdner ist der Erfolg im Relegations-Duell von beinahe existentieller Bedeutung. (Vorschau: Gewappnet für den Ernstfall)

Auch Flottmann betont den "sehr, sehr großen Unterschied am Etat zwischen 2. Liga und 3. Liga", und fügt hinzu: "Das hat dann wieder Folgen für die strukturelle und personelle Planung. Das macht das Spiel sehr, sehr wichtig für beide Klubs."

Keine "Mauer-Taktik"

Osnabrück geht mit leichten Vorteilen in den Überlebenskampf. Durch das 1:1 im Hinspiel (Spielbericht) reicht den Lila-Weißen dank der Auswärtstor-Regelung bereits ein 0:0.

Eine "Mauer-Taktik" seines Teams schließt Flottmann aber aus: "Man kann nicht auf 0:0 spielen. Wir wollen dieses Spiel gewinnen", stellt er klar.

Darüber hinaus wissen die Niedersachsen die eigenen Fans im Rücken: "Das macht die Osnatel-Arena aus, dass hier immer gute Stimmung herrscht. Das Stadion ist ausverkauft, das ist eine hohe Motivation für die Spieler", glaubt Flottmann.

Kein Elfmeter-Training

Und noch einen Vorteil haben die Niedersachsen auf ihrer Seite: die Uhrzeit.

Am Abend legt das Team an der Bremer Brücke traditionell noch einmal eine Schippe drauf. Von April 2005 bis Januar 20011 war Osnabrück bei Flutlicht-Heimspielen ungeschlagen.

Auch deshalb geht Flottmann sicher von einem Sieg aus - und lässt im Gegensatz zu seinem Gegenüber Ralf Loose Elfmeterschießen nicht explizit trainieren.

Steigerungsbedarf nach Hinspiel

Vieles spricht also für den VfL. Dennoch sieht Teamchef Joe Enochs sportlichen Verbesserungsbedarf im Vergleich zum Hinspiel-Remis.

"Es war ein sehr spannendes, aber nicht so gutes Spiel aus unserer Sicht. In einigen Phasen haben wir die Arbeit am Ball vernachlässigt", gab sich die VfL-Legende in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" selbstkritisch.

Personell muss Osnabrück allerdings einen Ausfall verkraften. Benjamin Siegert sah im Hinspiel die fünfte Gelbe Karte. Kristoffer Andersen wird wohl für ihn die rechte Außenbahn besetzen.

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