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Dieter Schneider (links, mit Hasan Ismaik) ist erst seit Februar 2011 1860-Präsident © getty

Der Investor unterschreibt eine Vollmacht, dem Kooperationsvertrag mit den Münchener "Löwen" steht nichts mehr im Weg.

München - 1860 München ist der Insolvenz gerade noch einmal entgangen.

Nach einer monatelangen Zitterpartie bestätigten die "Löwen" am Dienstag die Unterschrift des jordanischen Investors Hasan Ismaik unter die lebensnotwendige Kooperationsvereinbarung.

Diese bedeutet die Rettung des finanziell schwer angeschlagenen Zweitligisten.

Ismaik übernimmt für 18 Millionen Euro 49 Prozent der Anteile an der KGaA der Sechziger.

Die Summe ist nach Angaben der Münchner bereits bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingegangen. Am Mittwoch wäre die Frist abgelaufen.

"Ein richtungsweisender Schritt"

Am kommenden Montag trifft die DFL nun in einem Nachlizenzierungsverfahren eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des TSV 1860. Die Zustimmung scheint aber nur noch Formsache, da der überarbeitete Vertrag mit Ismaik zuvor bereits von der DFL positiv bewertet wurde.

"Mit der Unterschrift hat Hasan Ismaik seine Kooperation mit den Löwen besiegelt. Gemeinsam mit unserem Partner sind wir damit einen richtungsweisenden Schritt in die Zukunft gegangen", sagte Geschäftsführer Robert Schäfer.

Er hatte seit Monaten gemeinsam mit Präsident Dieter Schneider die Rettung der Sechziger vorangetrieben.

Teilverzicht einiger Forderungen

Schneider zeigt sich nun "sehr optimistisch, die Zukunft des TSV 1860 im Profifußball zu sichern. Ohne diesen gemeinsamen Schulterschluss für die Löwen hätten wir das bisher Errreichte nicht realisieren können".

Erst am Wochenende hatten sich die Münchner auch mit dem letzten Gläubiger, der Schwarzer Unternehmensgruppe, auf einen Teilverzicht bezüglich der offenen Forderungen verständigt.

"Große Verantwortung" für 1860

Schneider bedankte sich auch bei der DFL "für das hohe Maß an Verständnis und die äußerst zügige Bearbeitung in den jeweiligen Verhandlungsstufen".

Die "Löwen" seien sich nun "der großen Verantwortung gegenüber der DFL, aber auch dem Verein und seinen Fans bei der Umsetzung dieser Kooperation im Rahmen der 50+1-Regel sehr wohl bewusst".

DFL gegen Vertragsentwurf

Der erste Vertragsentwurf war bei der DFL noch auf Ablehnung gestoßen, da er gegen die sogenannte 50+1-Regel verstoßen hätte, die es einem Verein untersagt, mehr als 50 Prozent der Anteile zu verkaufen.

Noch keine Einigung gibt es dagegen mit dem bisherigen Vermarkter IMG. Die Verhandlungen dauern noch an und sollen bis spätestens Ende Juni abgeschlossen werden.

Ismaik will die Vermarktung des Traditionsvereins selbst in die Hand nehmen.

Ismaik stellt Weichen

Am Montag hatten die finalen Verhandlungen über die Vereinbarung zwischen Ismaik und dem TSV 1860 in München stattgefunden, an denen Schneider, Schäfer, 1860-Vizepräsident Franz Maget sowie die anwaltschaftlichen Berater beider Seiten teilnahmen.

Ismaik war nur kurz anwesend, um die letzten offenen Punkte zu klären, bevor er zum nächsten Geschäftstermin abreiste. Zuvor hatte er noch seinen Verhandlungsführer Hamada Iraki bevollmächtigt, die Verträge zu unterzeichnen.

Der 34-jährige Ismaik ist der erste arabische Investor im deutschen Profifußball. Der Geschäftsmann verdient sein Geld hauptsächlich mit Immobiliengeschäften und dirigiert von Abu Dhabi aus seine weltweit operierenden Firmen.

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