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Investor Ismaik (l.) und Präsident Schneider wollen 1860 in die Bundesliga führen © imago

Bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Rettung der "Löwen" spricht Investor Ismaik über seine Wünsche und Pläne mit 1860.

München - Gerade erst vor der Insolvenz gerettet, in zehn Jahren der neue FC Barcelona:

Hasan Ismaik will mit dem Zweitligisten 1860 München ganz hoch hinaus. (Bericht: 1860 erhält Lizenz)

"Natürlich habe ich auch Träume und Wünsche. Ich würde mir wünschen, dass wir in zehn Jahren auf einer Stufe mit Barcelona und dem FC Bayern stehen", sagte der jordanische Geschäftsmann am Dienstag in München, um jedoch vorsichtig anzufügen:

Nicht auf Dauer Zweite Liga

"Aber man muss auch realistisch sein. Um das zu schaffen, müsste alles perfekt laufen."

Aber mit der Zweiten Liga will sich der erste arabische Investor im deutschen Profi-Fußball auf Dauer nicht zufrieden geben.

"Wir wollen die Sechziger stark machen, wir wollen keine finanziellen Löcher mehr, wir wollen innerhalb von drei Jahren in die erste Liga", sagte der 34-Jährige auf einer Pressekonferenz in der Event-Box der Allianz-Arena.

Ismaik: "Löwen sind unbesiegbar"

Es soll Bewegung in den Traditionsverein kommen. Löwen würden bekanntlich sehr lange schlafen, sagte der millionenschwere Unternehmer, "aber wenn sie wach sind, sind sie unbesiegbar. Der Löwe hat jetzt lange genug geschlafen, jetzt wird es Zeit, dass er wach wird."

Noch ist der "Löwe" gerade von der Intensivstation gerollt worden - Ismaik rettete den TSV 1860 mit einer Investition in Höhe von 18,4 Millionen Euro vor der Insolvenz.

Kein Verstoß gegen DFL-Regel

Dafür erhielt er 49 Prozent stimmberechtigte Anteile an der KGaA und nun zusätzlich noch elf Prozent stimmlose Anteile. Dies gab Geschäftsführer Robert Schäfer bekannt.

Zuletzt war noch ein Finanzloch von fünf Millionen Euro aufgetaucht, weshalb auch die Anteile erhöht wurden. Da diese "stimmlos" sind, verstößt dies auch nicht gegen die sogenannte 50+1-Regel der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Die hatte am Montag den Plänen der Sechziger zugestimmt und die Lizenz erteilt.

FCB "kein Konkurrent"

Wieviele Millionen Ismaik, weltweit operierender Immobilien-Mogul mit Hauptwohnsitz in Abu Dhabi, in den kommenden Jahren in den TSV 1860 pumpen wird, ist offen. Erst einmal sei ein Übergangsjahr geplant.

Es stehe die Konsolidierung des jahrelang finanziell stark angeschlagenen Vereins im Vordergrund. Ein Vorbild, "kein Konkurrent", könne da durchaus auch der FC Bayern München sein, sagte Ismaik. Ein Satz, der bei vielen Löwen-Fans nicht gut ankommen wird.

Keine Einigung mit IMG

Ins operative Geschäft will sich der Vater von drei Töchtern, der derzeit in München nach einer adäquaten Bleibe sucht, laut eigener Aussage nicht einmischen.

Möglicherweise übernimmt er den Vorsitz des Aufsichtsrates. Dazu müsste ihn das Gremium, das von neun auf sechs Personen verkleinert werden soll, aber erst einmal wählen.

Keine Einigung gab es laut Schäfer mit dem Vermarkter IMG. Ismaik wollte die Vermarktung künftig selbst übernehmen und 1860 aus dem unbefristeten Vertrag herauskaufen. Der bisherige Vermarkter werde nun noch fünf Jahre "seine Vermarktungsexpertise zur Verfügung stellen", sagte Schäfer.

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