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Peter Hyballa ist seit 2009 Trainer bei Alemannia Aachen © getty

Die Zweite Liga startet früh wie nie, was Vorbereitung und Transfers beeinflusst. Aachens Coach Hyballa ist nicht begeistert.

Von Christian Stüwe und Mathias Frohnapfel

Aachen/München - Im vergangenen Herbst beschloss der Ligavorstand, dass die Zweite Liga deutlicher früher als bisher in die Saison starten solle.

Und als das Präsidium des DFB dem zustimmte, war die neue Spielzeit noch weit weg.

Jahrelang starteten Bundesliga und Zweite Liga traditionell gemeinsam am gleichen Wochenende, nun sollte das Unterhaus ein Alleinstellungsmerkmal bekommen, drei Wochen eher beginnen - attraktiv für Sponsoren und Zuschauer.

"Wir haben die Fußballbühne für uns allein", bemerkte Augsburgs Geschäftsführer Andreas Rettig unmittelbar nach der Entscheidung.

Mittlerweile ist der FC Augsburg in die Bundesliga aufgestiegen, Rettig erklärte kürzlich, dass er sich über die längere Pause für seine Spieler freue.

Doch für die 18 Klubs, die in der kommenden Saison in der Zweiten Liga starten, rückt der 15. Juli, der Tag des Saisonstarts, immer näher.

Vorbereitung startet Anfang Juni

Während die Nationalspieler gerade erst in den Urlaub gefahren sind, beginnt bei vielen Zweitliga-Klubs in diesen Tagen schon wieder die Vorbereitung.

"Das haben sich schlaue Leute einfallen lassen, die Zweite Liga schon Mitte Juli anzusetzen", kritisiert Alemannia-Aachen-Trainer Peter Hyballa im Gespräch mit SPORT1.

"Das ist für die Regenerationszeit der Spieler vielleicht nicht so schlau", erklärt Hyballa, der sich mit den Gegebenheiten aber arrangieren will.

"Es ist jetzt aber so"

"Es ist jetzt aber so", sagt der 35-Jährige und erklärt, wie er seine Spieler vorbereiten will.

"Wir hatten drei Wochen Pause und machen die ersten zwei Wochen viel im extensiven Bereich, bewegen uns viel", führt der Trainer aus.

"Die neuen Spieler sollen so langsam die Handschrift von mir kennenlernen", erklärt Hyballa weiter: "Dann fangen wir intensiv im Trainingslager in Österreich an."

[kaltura id="0_5u6lphey" class="full_size" title="Veh wieder da"]

Transferfester bis Ende August geöffnet

Allerdings liegt genau hier, bei den neuen Spielern, das größte Problem.

Denn das Transferfenster ist europaweit für alle Ligen gleichgeschaltet und bis zum 30. August geöffnet.

Das heißt, dass bis sechs Wochen nach Saisonstart noch neue Spieler in die Mannschaften integriert werden können und müssen.

Zwischen dem Beginn der Vorbereitung und der endgültigen Fertigstellung des Kaders können so im schlimmsten Fall drei Monate vergehen.

Auf- und Absteiger vor allem betroffen

Besonders betroffen hiervon sind die beiden Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt und St. Pauli, sowie die Aufsteiger Hansa Rostock, Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden.

Die Fluktuation bei diesen Klubs ist aufgrund des Klassenwechsels groß, für die Mannschaften und die Trainer ist es dementsprechend schwer, sich einzuspielen.

Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen bemerkte kürzlich, dass er im Herbst zwar dem Beschluss zum verfrühten Zweitliga-Start zugestimmt habe, damals aber noch nicht geahnt habe, dass die Eintracht betroffen sei.

Besonders die Frankfurter Vereine bekommen die Frauen-WM zu spüren. Der erste Spieltag steht in direkter Konkurrenz mit dem Spiel um den 3. Platz (16. Juli in Sinsheim) und dem Finale (17. Juli in Frankfurt).

"Frankfurter Problem"

Wie der "kicker" schreibt, resultiert daraus ein "Frankfurter Problem". Der Bundesliga-Abstieg der Eintracht hat Terminplaner Götz Bender einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Eigentlich sollte der FSV Frankfurt mit einem Auswärtsspiel starten, um in seinem Stadion nicht in direkter Konkurrenz mit dem Finale der Frauen-WM in der Commerzbank-Arena anzutreten.

Nun wird der FSV mit einem Heimspiel am 15. Juli starten. Die Eintracht muss wegen des Endspiels auswärts zuerst ran.

"Rumjammern gibt es nicht!"

Doch wie auch immer, letztlich wird Spielern, Trainern und Funktionären nichts anderes übrig bleiben, als sich mit der Situation zu arrangieren.

"Fußballer verdienen gutes Geld, Rumjammern gibt es nicht!", stellt Hyballa klar: "Wir können auch im Training alles gut dosieren. Wir müssen am 15. Juli zünden, dann werden wir topfit sein."

Und Immerhin hat der verführte Auftakt auch einen Vorteil. Im Winter darf die Zweite Liga dann nämlich zwei Spieltage länger als die Bundesliga pausieren.

Dann können sich alle Beteiligten von den Strapazen des Frühstarts erholen.

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