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Armin Veh ist bei Eintracht Frankfurt der Nachfolger von Christoph Daum © imago

Armin Veh spricht bei SPORT1 über seine neue Aufgabe in Frankfurt, das Führungstrio und das Interesse an Lauterns Erwin Hoffer.

Aus Frankfurt berichtetMathias Frohnapfel

Frankfurt - Armin Veh schüttelt mit dem Kopf, als er an der Commerzbank-Arena vorbei in Richtung Trainingsplatz der Eintracht geht.

Monteure sind unterwegs, aus Lautsprecher dröhnt kurzzeitig Pop-Musik.

An diesem Abend feiert hier ein Unternehmen, zuvor rockte Herbert Grönemeyer und in ein paar Tagen startet ohnehin die Frauen-WM.

Doch Umbauarbeiten laufen auch bei der Eintracht.

Die Frankfurter wollen nach dem Abstieg so schnell wie möglich wieder in die Bundesliga zurückkehren, Veh soll gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen dieses Ziel umsetzen.

Interesse an Hoffer

Mit SPORT1 spricht Veh über dringend benötigte Transfers sowie die Favoritenbürde in der neuen Saison.

Der neue Frankfurter Coach bekräftigt dabei das Interesse an Erwin Hoffer vom 1. FC Kaiserslautern und erklärt, wie er mit dem glücklosen Stürmer Theofanis Gekas umgehen will 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

SPORT1: Herr Veh, Ihre Mannschaft...

Armin Veh: Moment, man kann kaum von Mannschaft sprechen, ich habe im Moment 15 Feldspieler zur Verfügung und drei sind noch aus der Jugend.

SPORT1: Ihre Mannschaft ist also noch nicht komplett. Wie sehr muss die Eintracht noch am Kader arbeiten?

Veh: Wir brauchen noch in allen Mannschaftsteilen Verstärkungen. Es ist aber nicht einfach, da die Saison in der Zweiten Liga diesmal schon sehr früh wieder beginnt. Doch wir arbeiten daran.

SPORT1: Das Transferfenster ist bis Ende August geöffnet, das könnte obendrein Unruhe ins Team bringen, oder?

[kaltura id="0_5u6lphey" class="full_size" title="Veh schon wieder da"]

Veh: Das kann aber nur so sein, wenn wir bereit sind, Spieler abzugeben. Es ist ja kein völliges Wunschkonzert. Wenn man Verträge hat, kann man auch entsprechend handeln. Entweder behält man die Spieler oder man kann sie noch verkaufen. Doch diese Problematik betrifft ja alle Vereine.

SPORT1: Welche Auswirkungen hat das auf das Teambuilding?

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Veh: Über ungelegte Eier muss ich mir im Moment keine Gedanken machen, ich kann ja nicht alles im Negativen vorausplanen.

SPORT1: Und wie wichtig ist es, im Mittelfeld für Ex-Kapitän Patrick Ochs einen Nachfolger zu finden?

Veh: Das ist eine Position, die wir neu besetzen müssen. Das Wichtigste ist aber, dass wir uns in der Innenverteidigung verstärken. Da sind wir dünn besetzt.

SPORT1: Macht es die Ausgangslage für Frankfurt schwieriger, dass die anderen Klubs wissen, die Eintracht sucht neue Spieler? Verdirbt das die Preise?

Veh: Ach, wissen Sie, wir haben hier mit Heribert Bruchhagen, Bruno Hübner und mit mir drei Leute im Geschäft, die sich gut genug auskennen (lacht).

SPORT1: Angreifer Erwin Hoffer von Lautern wird gehandelt. Sind Sie an ihm interessiert?

Veh: Es ist so, dass wir ihn haben wollen. Er passt in unser Anforderungsprofil, er wäre aus meiner Sicht auf jeden Fall eine Verstärkung.

SPORT1: Spricht das für den Namen Eintracht Frankfurt, dass man einen Spieler locken kann, der sonst die Möglichkeit hätte, in einem Bundesliga-Kader zu stehen?

Veh: Als Eintracht Frankfurt sind wir sicher interessanter als einige Erstligisten.

SPORT1: Hat Sie persönlich auch der gute Ruf der Eintracht bewogen, nach Frankfurt zu gehen?

Veh: Für mich waren die handelnden Personen ausschlaggebend. Ich kenne Bruno Hübner und Heribert Bruchhagen seit Jahren und weiß, dass ich mit Leuten zusammenarbeite, mit denen ich mich auch über Fußball unterhalten kann.

SPORT1: Ist der Abstieg denn schon raus aus den Köpfen der Mannschaft?

Veh: Es ist notwendig, dass es aus den Köpfen raus ist und die Spieler sich neue Ziele setzen. Natürlich muss man den Abstieg noch einmal kurz analysieren, dann aber abhaken.

SPORT1: Ist es nun Ihr wichtigstes Ziel, ein Team mit Perspektive zusammen zu stellen?

Veh: Einerseits ja, aber das primäre Ziel muss sein, dass wir aufsteigen. Das müssen wir auch schaffen, selbst wenn wir im Moment keine Mannschaft dafür zusammen haben. Der Aufstieg muss unser Anspruch sein.

SPORT1: Alle werden den Favoriten aus Frankfurt schlagen wollen. Wie werden Sie die Mannschaft auf das Ziel Bundesliga vorbereiten?

Veh: Das ist ein andauernder Prozess. Wenn wir die Mannschaft beisammen haben und womöglich Favorit sind, werden wir uns entsprechend vorbereiten.

SPORT1: Sie haben Matthias Lehmann und Keeper Thomas Kessler verpflichtet, die vorher für St. Pauli spielten. Passen die Beiden auch aufgrund ihrer Kampfkraft gut ins Aufstiegsrennen?

Veh: Nun, es ist wichtig, dass man diese Liga annimmt. Mit spielerischen Mitteln allein geht es nicht. Ohne Kampfkraft werden wir in der Zweiten Liga Riesenprobleme bekommen. Das wissen wir, da brauch ich auch einen wie Matthias Lehmann, der richtig arbeiten und sich in den Zweikämpfen behaupten kann. Er hat auch den Willen. Die Mentalität ist sehr wichtig. Das gilt genauso für Thomas Kessler.

SPORT1: Theofanis Gekas bleibt aller Voraussicht nach in Frankfurt. Wie können Sie ihn nach dieser katastrophalen Rückrunde wieder aufbauen?

Veh: Natürlich wird ein Stürmer an seinen Torchancen gemessen. Doch die muss er ja auch erstmal haben und sich erlaufen. Ansonsten muss er einfach ganz weit wegschieben, was in der letzten Saison war.

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