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Andre Schubert war fünf Jahre lang Trainer beim SC Paderborn 07 © getty

Bei SPORT1 spricht Coach Schubert über seinen Einstand, das besondere Umfeld auf St. Pauli und die Ziele für die kommende Saison.

Von Christian Stüwe

Hamburg/München - Viel größer können Fußstapfen kaum sein, als die, die Andre Schubert beim FC St. Pauli vorfindet.

Als Nachfolger des Hamburger Urgesteins und Fan-Lieblings Holger Stanislawski hat Andre Schubert keine leichte Aufgabe vor sich.

Zumal St. Pauli sich nach dem Abstieg aus der Bundeslige neu sortieren muss und die Erwartungen an die Kiezkicker in der Zweiten Liga sicherlich nicht klein sein werden.

Immerhin hat Schubert, der von SC Paderborn zu St. Pauli wechselte, in den bisherigen Trainingseinheiten "einen hervorragenden Eindruck" von seinem neuen Team gewonnen.(DATENCENTER: Zweiltliga-Spielplan 2011/12)

Im SPORT1-Interview der 39-jährige über seinen Einstand, das besondere Umfeld auf St. Pauli, die Kaderplanung und die Ziele für die kommende Saison.

SPORT1: Herr Schubert, ein Teil der Vorbereitung ist vorbei. Wie sind die ersten Eindrücke von dem Team?

Andre Schubert: Die Mannschaft hat einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Nicht nur technisch-taktisch, sondern auch einen sehr guten physischen Zustand. Darüber hinaus ist die Truppe charakterlich einwandfrei, das ist für mich einer der wichtigsten Punkte.

SPORT1: Wie wurden Sie aufgenommen?

Schubert: Unproblematisch würde ich sagen. Da müsste aber eigentlich die Gegenseite befragt werden. In den ersten Tagen beschnuppert man sich ein wenig. Ich glaube aber, dass wir ein gutes bis sehr gutes Verhältnis haben.

SPORT1: Sie sind neu auf St. Pauli, der Saisonstart ist früh wie nie. Inwiefern beeinflusst das die Vorbereitung?

Schubert: Wir müssen in der Vorbereitungsphase schon sehr viel früher in den Schnelligkeits- und Schnellkraftbereich kommen, damit die Spieler pünktlich zu Saisonbeginn über eine gute Physis verfügen. Da fehlen im Vergleich zu anderen Vorbereitungsphasen ein bis zwei Wochen. Letztendlich war die Pause aber auch wichtig um körperlich und auch psychologisch zu regenerieren. Nach dem Abstieg mussten die Spieler Abstand gewinnen und das Ganze verarbeiten. Unser Schwerpunkt wird eher im technisch-taktischen Bereich liegen.

SPORT1: Neun Abgängen stehen vier Neuzugänge gegenüber. Wie schwer wird es, zum Saisonstart ein eingespieltes Team zu haben?

Schubert: Die Jungs werden sich relativ schnell finden. Wenn neue Spieler in der Vorbereitung dazu kommen, ist es natürlich schwerer sie zu integrieren, da der Rest der Truppe einen kleinen Vorsprung hat. Wir haben aber das Glück, dass ein Großteil der Mannschaft aus der Aufstiegssaison zusammen geblieben ist. Deswegen darf man vielleicht gar nicht den Vergleich zum letzten Jahr ziehen, sondern noch ein Jahr weiter zurückschauen.

SPORT1: Sie haben noch Verstärkungen gefordert. Wie müssen Ihre Wunschspieler sein?

Schubert: Vor allem im Offensivbereich würden wir gerne noch ein oder zwei Spieler dazu gewinnen. Alle Neuzugänge müssen da über eine sehr gute Technik verfügen, Lösungen im eins-gegen-eins haben und natürlich torgefährlich sein.

SPORT1: Sie haben den direkten Wiederaufstieg nicht als Ziel genannt. Wo würden Sie Ihre Mannschaft in der Zweiten Liga einordnen?

Schubert: Das ist noch schwer zu sagen, da auch die anderen Mannschaften ihre Personalplanungen noch nicht endgültig abgeschlossen haben. Ich sehe uns zum jetzigen Zeitpunkt durchaus in der Lage, ein Wort um die ersten fünf Plätze mit zu reden.

SPORT1: Sie haben offensiven Fußball angekündigt. In der abgelaufenen Saison hat Ihr Ex-Klub Paderborn nur 32 Tore erzielt. Lassen Sich Ihre Vorstellungen von Fußball mit St. Pauli besser umsetzen?

Schubert: St. Pauli hat natürlich ein ganz anderes Offensivpotential als Paderborn. Vor zwei Jahren haben wir mit Platz fünf sehr gut abgeschnitten. Das lag aber auch daran, dass wir mit Mahir Saglik einen überdurchschnittlich guten Torjäger in unseren Reihen hatten. Da waren wir durchaus in der Lage einen sehr attraktiven Fußball zu spielen. In der letzten Saison wurde unser Etat deutlich gekürzt und wir mussten uns zwangsläufig von dem Gedanken an Offensivfußball verabschieden, weil uns die Qualität im Abschluss gefehlt hat. Im Sinne der Zielsetzung Klassenerhalt mussten wir in allererster Linie defensiv gut organisiert sein.

SPORT1: St. Pauli gilt nach wie vor als ungewöhnlicher Klub. Inwiefern haben Sie das schon mitbekommen?

Schubert: Ein ungewöhnlicher Club, alleine wegen der Fanszene, die starken Einfluss auf die Geschehnisse in und um den Verein nimmt. Aber natürlich auch aufgrund der Darstellung in der Öffentlichkeit. Viele verrückte Typen, Charaktertypen, die den Verein repräsentieren. Darüber hinaus sind die Derbys gegen den HSV und die Reaktion der Fans nach dem Heimspiel gegen die Bayern ein Zeichen dafür, dass St. Pauli doch ein etwas anderer Verein ist und darauf freue ich mich.

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