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Ratlosigkeit bei Jörg Hahnel: Hansa Rostock ist seit acht Spielen ohne Sieg © getty

Den Rostockern schlägt nach dem Debakel gegen den 1. FC Nürnberg Wut und Kritik entgegen. Der Manager will nun durchgreifen.

Nürnberg/Rostock - Wut und blankes Entsetzen schlugen Hansa Rostock am Morgen nach der neuerlichen Klatsche und dem ungebremsten Absturz entgegen.

"Jetzt reicht es!", schimpfte die seriöse "Ostseezeitung" im Stile eines Boulevard-Blattes und bekam Unterstützung von der Schweriner Volkszeitung, ebenfalls nicht als reißerisch bekannt.

"Ihr blamiert den ganzen Osten!", herrschte das Blatt die Mannschaft von Trainer Dieter Eilts an und urteilte vernichtend: "Lachnummer".

Was dem letzten DDR-Meister nach der 0:4-Niederlage beim 1. FC Nürnberg entgegenschlug, war an Heftigkeit kaum zu überbieten.

Keine Gegenwehr

Ein Wunder war der gedruckte Volkszorn allerdings nicht. Ohne Gegenwehr hatte sich das Hansa-Team, das offenbar keines ist, der dritten Niederlage im dritten Spiel unter dem neuen Coach Eilts gefügt.

Seit 407 Minuten ist Rostock nun ohne Tor, seit acht Spielen ohne Sieg und nur aufgrund der Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz in der Zweiten Liga.

Angesichts der desaströsen Bilanz kündigten Eilts und Manager Herbert Maronn nun die harte Welle an der Ostsee an.

Änderungen im Kader

"Wir werden bis zur Winterpause genau hinschauen und Maßnahmen ergreifen", sagte Maronn und fügte hinzu: "Wir werden den Kader verkleinern. Das wird den ein oder anderen treffen. So kann es nicht weitergehen." (Ergebnisse und Tabelle)

Eilts distanzierte sich gar von der Mannschaft. Warum das Team so wehrlos aufgetreten sei, wurde der frühere U-21-Nationaltrainer gefragt. "Da müssen Sie die Spieler fragen. Das war desolat", sagte Eilts.

Sein Fazit: "Da wurden der Verein, die Fans und eine ganze Region im Stich gelassen."

"Negativer Höhepunkt"

Die Nürnberger Marek Mintal (9./77.), Mike Frantz (31.), der sein erstes Tor als Profi erzielte, und Peer Kluge (45.) hatten die Einladung zum versöhnlichen Jahresabschluss vor heimischen Publikum dankend angenommen. (Nachbericht: Debakel ohne Gegenwehr)

Eilts konnte es überhaupt nicht fassen, will aber nicht so schnell aufgeben: "Was ich mir vorgestellt habe, ist bei weitem übertroffen worden - aber negativ. Aber ich bin wie als Spieler ein Kämpfer. Ich werde hart daran arbeiten, dass es aufwärts geht."

Immerhin zeigten sich die Spieler selbstkritisch. "Mir fehlen die Worte. Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit abgeliefert. Das war sicherlich der bisherige negative Höhepunkt. Jeder sollte sich selbst hinterfragen", sagte Finn Bartels.

Nürnberg auf dem Vormarsch

Torwart Jörg Hahnel ergänzte: "So wie wir aufgetreten sind, spielt eigentlich ein Absteiger. Dass es so nicht weitergehen kann, ist klar. Es müssen einfach wieder ganz grundlegende Dinge beherzigt werden." (Alle Zweitliga-News)

Beim Club dagegen ist die Krise offenbar endgültig überstanden, der FCN klettert den Aufstiegsplätzen entgegen.

Nach dem dritten Sieg aus den vergangenen vier Spielen liegt der Bundesliga-Absteiger nur noch vier Punkte hinter Relegationsplatz drei.

Trainer Michael Oenning hält den Ball allerdings bewusst flach: "Ich bleibe dabei: Es geht über 34 Runden, da kann alles so schnell gehen." In beide Richtungen, siehe Rostock.

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