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Benjamin Lauth erzielte in der laufenden Saison bereits sechs Tore für 1860 © imago

Benjamin Lauth blickt nach der Rückkehr zu 1860 auf sechs bewegte Monate zurück. Bei Sport1.de verrät er, wo es noch hakt.

Von Conny Konzack

München - Benjamin Lauth ist in den vergangenen vier Jahren in der Bundesliga herumgekommen. Nach Stationen in Hamburg, Stuttgart und Hannover kehrte der 27-Jährige zu Saisonbeginn in seine Heimat zu 1860 München zurück.

Die Münchner "Löwen" spielen allerdings mittlerweile in Liga zwei - nicht unbedingt die ideale Bühne für den ehemaligen Nationalspieler, um Bundestrainer Joachim Löw zu beeindrucken.

Im Gespräch mit Sport1.de beim Promi-Turnier von EA SPORTS (hier geht's zur EA SPORTS FIFA09-Seite) zeigt sich Lauth davon unbeeindruckt, er wolle "dabei helfen, dass hier wieder Bundesliga gespielt wird" (hier geht's zum Video).

Vor dem Derby gegen den 1. FC Nürnberg vor Zweitliga-Rekordkulisse am Sonntag (ab 13.45 Uhr LIVE) spricht er außerdem über die Unruhe bei 1860 und Hoffenheims Shootingstars.

Sport1.de: Herr Lauth, ist die Nationalmannschaft noch ein Thema für Sie?

Benjamin Lauth: Momentan nicht. Es gibt andere Schritte, die ich erst einmal zu bewältigen habe.

Sport1.de: Welche?

Lauth: Ich bin wieder in München, will jetzt erst einmal häufiger spielen, als ich das in der Vergangenheit getan habe. Das ist mir in der Hinrunde ganz gut geglückt, ich habe auch ab und zu getroffen. Ich muss einfach zeigen, dass ich es nicht verlernt habe. Und wenn ich das schaffe, dann kommt der nächste Schritt.

Sport1.de: Drückt es auf die eigene Leistung, dass der Klub nicht so rosig dasteht?

Lauth: Nein. Das spielt keine Rolle. Natürlich ist Fußball ein Mannschaftssport, aber man kann sich auch so gut präsentieren. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, 1860 mit guten Leistungen zu helfen.

Sport1.de: Was fehlt denn sportlich - und was fehlt im Umfeld?

Lauth: Das ist nun mal ein Verein, in dem ein bisschen was passiert. Auch diese Saison haben wir es wieder hingekriegt, für den einen oder anderen Skandal zu sorgen. Das wirft den Verein immer wieder zurück.

Sport1.de: Die Stimmung im Stadion war zuletzt auch nicht gerade überragend...

Lauth: Leider gibt es zum Thema Stadion auch gespaltene Meinungen, was wieder Unruhe reinbringt. Das ist alles nicht förderlich, aber für uns Spieler relativ leicht: Wir müssen gut spielen und den Verein nach oben bringen. Dann wird die Stimmung besser und die Leute kommen wieder. Das ist es, was wir Spieler beitragen können.

Sport1.de: Also liegt es nicht immer am Management oder am Trainer?

Lauth: Nein, natürlich nicht. Wir haben die Möglichkeit, für Ruhe zu sorgen. Natürlich gehört auch ein gewisses Potenzial dazu, das man braucht, um dann auf längere Sicht nach oben zu kommen. Das können wir Spieler nicht beeinflussen, das ist die Aufgabe von anderen.

Sport1.de: Hat die Stadt München bei der Wahl zurückzukommen mitentschieden?

Lauth: Ein bisschen Anteil hat das natürlich. München ist wunderschön, ich komme von hier und kenne mich aus. Meine Freunde und meine Familie sind hier. Das sind alles Punkte, die das Leben für mich einfacher machen. Das hilft auch, um im Sport den Kopf frei zu haben und gut zu spielen.

Sport1.de: Können Sie sich trotzdem vorstellen, noch mal zu wechseln?

Lauth: Natürlich wäre es mir am liebsten, wenn ich dabei helfen könnte, dass hier wieder Bundesliga gespielt wird. Wenn das der Fall ist, brauche ich mit Sicherheit nicht mehr zu wechseln - ich wüsste nicht, wo es für mich schöner sein sollte. Aber man weiß nie, was passiert, und als Fußballer kann man sich oft leider nicht aussuchen, wo man am Ende spielt.

Sport1.de: Und wenn der große Nachbar ruft?

Lauth: Das ist ein spezielles Thema. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass jeder, der von 1860 zu den Bayern oder andersrum wechselt, viel Mut braucht. Normalerweise kommt das nicht in Frage.

Sport1.de: Wer hat Sie 2008 fußballerisch beeindruckt?

Lauth: Das große Highlight war die EM. Spontan fallen mir noch die Hoffenheimer Jungs ein, die schon in der Zweiten Liga in der Rückrunde fast alles gewonnen haben und das jetzt in der Bundesliga fortsetzen. Das ist beeindruckend und auch kein Zufall. Mir war klar, dass sie nicht unten mitspielen würden, aber dass sie gleich so hoch stürmen, konnte man nicht ahnen.

Sport1.de: Glauben Sie, dass Hoffenheim das durchhält?

Lauth: Sie haben die Qualität dazu. Man ist nach 16 Spieltagen nicht zufällig Erster.

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