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Peter Vollmann ist seit Mai 2010 Trainer von Hansa Rostock © getty

Im SPORT1-Interview spricht Hansa Rostocks Trainer Peter Vollmann über die Ziele des Aufsteigers und den namhaften Neuzugang.

Von Björn Seitner

München - Nach dem Absturz in die Dritte Liga meldet sich Hansa Rostock nun wieder zurück in Liga zwei.

Unter Trainer Peter Vollmann gelang den Norddeutschen der direkte Wiederaufstieg, nun setzt der Klub von der Ostsee alles daran, in der kommenden Saison den Klassenerhalt zu schaffen.

Der 53-Jährige Coach lässt sein Team in der Vorbereitung hart schuften, dazu präsentierte Hansa mit Marek Mintal einen nahmhaften Neuzugang.

Im SPORT1-Interview spricht Vollmann über den Stürmer, das harte Training, Saisonziele und die Probleme der "Ost-Klubs".

SPORT1: Herr Vollmann, Sie haben mit Rostock den direkten Wiederaufstieg geschafft und das vier Spieltage vor Schluss ziemlich souverän. Waren Sie selbst überrascht, dass es so gut geklappt hat?

Peter Vollmann: Da waren alle überrascht, auch weil wir einen schwierigen Anfang hatten. Aber ich denke, wenn man mit 15 Punkten Vorsprung Zweiter wird hat man den Aufstieg auch verdient.

SPORT1: Woran lag es denn, dass es so schnell ging? Sie haben die Mannschaft in ihrem ersten Jahr in Rostock ja ganz neu aufstellen müssen.

Vollmann: Ich denke, es gehört auch ein bisschen Glück dazu. Wir hatten keine großartigen Verletzten, keine längerfristigen Ausfälle. Wir konnten dadurch sehr oft mit der gleichen Mannschaft spielen und haben außerdem immer sehr geschlossen gearbeitet. Die Mannschaft war gefestigt und hat sich keine Durststrecke von zwei, drei Niederlagen geleistet. Wir haben nach einer Pleite sofort wieder gewonnen. Das war der Schlüssel zum Erfolg.

SPORT1: Sie haben mit Tino Semmer und Marek Mintal auch schon zwei neue Stürmer verpflichtet. Welche Eindrücke haben Sie von den beiden?

Vollmann: Wir haben einen absolut positiven Eindruck von Tino Semmer, das hat er auch bisher bestätigt. Bei Marek Mintal war es natürlich so, dass man sich so einen Transfer genau überlegen muss. Ich hoffe, dass es der richtige Schritt war. Ich erwarte von ihm keine Wunderdinge, sondern nur einen normalen, guten Spieler, der für uns "normale" Leistung bringt. Aber wir werden jetzt auf keinen Fall den "FC Mintal" erleben.

SPORT1: Sie befinden sich nun schon zwei Wochen im Training. Eine Boulevardzeitung hat Ihnen schon den Spitznamen "Drillmann" verpasst. Wollen Sie ihre Mannschaft besonders gut auf die Liga vorbereiten?

Vollmann: Alle Kollegen trainieren sehr hart. Ich denke, jeder Trainer hat seine spezielle Art, das kann man beurteilen wie man will. Wir trainieren angemessen, aber nicht überhart. Die Vorbereitung ist eben eine Zeit, in der man viel im Ausdauer- und Fitness-Bereich machen muss. Dazu muss man eben sehr intensiv arbeiten, aber das ist bei uns nicht anders, als bei den restlichen Klubs.

SPORT1: Medizinbälle haben Sie schon eingeführt?

Vollmann: Nein, das haben wir nicht. Wir trainieren ganz normal. Die Vorbereitungszeit ist eine sehr intensive Zeit, wo die Fitness im Vordergrund steht, man aber auch sehr viel mit dem Ball arbeiten muss. Ich denke, die Balance ist da bei uns ziemlich ausgeglichen. Die letzte Saison hat gezeigt, dass wir einen guten Fitness-Zustand hatten und das wird auch diese Saison so sein.

SPORT1: Viele Fans träumen sicher schon wieder von der Bundesliga. Ihr Ziel wird aber wohl eher der Klassenerhalt sein?

Vollmann: Ganz klar, unser Ziel ist der Klassenerhalt, alles andere ist Utopie. Wir werden versuchen, weg von den Abstiegsplätzen zu bleiben. Alle werden sehen, dass es eine sehr schwere Saison für uns wird, mit Höhen und Tiefen und deshalb müssen wir innerhalb der Mannschaft geschlossen bleiben, um dieses Ziel zu erreichen.

SPORT1: Im DFB-Pokal treffen Sie Ende Juli auf Bochum. Sehen Sie das als ersten Gradmesser?

Vollmann: Es ist etwas unglücklich, dass wir erst im Pokal gegen Bochum spielen und gleich eine Woche später in der Meisterschaft. Bochum gehört zu den Top Drei in der Liga, da wissen wir, dass es ziemlich schwierig für uns wird. Aber mit solchen Mannschaften haben wir es in der Liga eben zu tun und wir müssen sehen, dass wir uns so teuer wie möglich verkaufen und vielleicht auch eine Überraschung schaffen können.

SPORT1: Die DFL hat bei der Spielplanverkündung vor den brisanten "Ostduellen" gewarnt. Teilen Sie diese Befürchtungen?

Vollmann: Der Fußball im Stadion muss im Mittelpunkt stehen, nicht was drumherum passiert. Pyrotechnik ist verboten und zweifelsohne gefährlich. Wir arbeiten daran, auch mit den Fans, diese Situationen in den Griff zu bekommen, aber es ist nach wie vor ein schwieriges Thema. Die DFL und die Medien sehen das aber etwas einseitig. Wenn bei internationalen Spielen Bengalos auf den Rängen brennen, wird von einer einer guten Stimmung gesprochen. Hier wird leider oft mit zweierlei Maß gemessen.

SPORT1: Zwischen Bengalos im Stadion und Fans, die sich außerhalb des Stadions angehen, gibt es aber schon nochmal einen Unterschied.

Vollmann: Absolut. Das ist ein Problem, das aber nicht nur ein Problem der Ost-Klubs ist. Ich glaube, das ist zwischen einigen Konkurrenten im Westen, Norden oder Süden auch nicht anders, sondern dass es immer einen ganz kleinen Prozentsatz an Zuschauern gibt, die sich nicht für den Fußball interessieren. Wir müssen alle versuchen, diese Dinge abzustellen, aber das ist eine ganz schwere Geschichte und wir müssen daran alle aktiv weiter arbeiten.

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