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Jörn Andersen stieg vergangene Saison mit Offenbach aus der Zweiten Liga ab © imago

Der neue Mainzer Trainer Jörn Andersen spricht im Sport1.de-Interview über Saisonziele und potenzielle Aufstiegs-Konkurrenten.

Von Johannes Fischer

München - Mainz 05 geht nach der Ära Jürgen Klopp mit einem neuen Trainer in die Saison.

Überraschend hatte der Zweitligist Jörn Andersen präsentiert, der kurz zuvor mit Kickers Offenbach in die Dritte Liga abgestiegen war.

Bei Sport1.de verrät der Norweger, dass ihn weder das Erbe des beliebten Coaches, noch der Druck als Aufstiegsfavorit in die Saison zu gehen, belastet.

"Ich weiß, dass er eine super Arbeit hier geleistet hat und ich will diese Arbeit erfolgreich fortführen", kündigt Andersen an.

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Auftakt gegen Lautern

Nach dem 2:1 n.V. im Pokal am Samstag beim SV Babelsberg konzentriert sich der Norweger mit seinem Team auf das Ligadebüt am Freitag beim 1. FC Kaiserslautern.

Als Aufstiegskonkurrenten sieht der 45-Jährige neben den drei Bundesliga-Absteigern vor allem Alemannia Aachen und den SC Freiburg.

Sport1: Die Testspiele sind überwiegend positiv verlaufen. Sind Sie zufrieden mit der Vorbereitung auf die neue Saison?

Jörn Andersen: Auf jeden Fall. In den ersten drei Wochen haben wir richtig viel gearbeitet. Danach wurde etwas weniger gemacht, damit die Spieler ihre Spritzigkeit bekommen. Sicherlich haben wir auch einige Ausfälle gehabt, aber die müssen andere Vereine auch verkraften. Insgesamt sind wir sehr guter Dinge nach der Vorbereitung.

Sport1: Wie wichtig ist ein guter Saisonstart, für den Verein und für Sie persönlich?

Andersen: Sicherlich ist für mich persönlich ein guter Beginn wichtig. Aber hier in Mainz haben wir etwas mehr Geduld als bei anderen Vereinen. Ich weiß auch, dass eine gute Vorbereitung nicht automatisch einen gelungenen Start in die Saison garantiert, doch wir glauben fest daran.

Sport1: Und wenn es nicht klappt?

Andersen: Dann haben wir weiter Geduld und arbeiten in Ruhe weiter.

Sport1: Dennoch kann das Ziel nur lauten, Mainz 05 in die Bundesliga zurückzuführen. Lastet da nicht automatisch ein großer Druck auf Ihren Schultern?

Andersen: Wenn man in der Zweiten Liga als Trainer nach Mainz geht, dann ist automatisch Druck durch die Erwartungshaltung da, das ist nicht wegzudiskutieren. Dennoch heißt unser Ziel nicht ?wir müssen aufsteigen', sondern ?wir wollen aufsteigen?. Das ist ein feiner Unterschied.

Sport1: Ein Verteidiger soll noch ihren Kader verstärken. Haben Sie schon einen Namen im Kopf?

Andersen: Wir haben mehrere Namen auf unserer Liste und schauen was möglich ist. Einige Transfers sind an finanziellen Hürden gescheitert, aber wir arbeiten in Ruhe weiter. Wir haben im Moment in der Innenverteidigung keine Probleme, deswegen sind wir nicht im Zugzwang. Wenn aber der richtige Spieler zum richtigen Zeitpunkt auftaucht, dann schlagen wir zu.

Sport1: Sie haben mit Jürgen Klopp einen absoluten Publikumsliebling in Mainz beerbt. Hat man es da nicht automatisch schwer bei den Fans?

Andersen: Ich weiß, dass viele das denken, aber ich habe keinerlei Probleme damit. Ich weiß, dass er eine super Arbeit hier geleistet hat und Jörn Andersen will diese Arbeit erfolgreich fortführen.

Sport1: Sie glauben also, dass die Fans voll hinter Ihnen stehen werden?

Andersen: Auf jeden Fall. Ich habe bislang auch noch keine negative Stimme gehört und bin von den Fans sehr herzlich empfangen worden.

Sport1: Wer ist Ihr Hauptkonkurrenten im Aufstiegskampf?

Andersen: Das ist schwer zu sagen, aber ich denke, dass sechs Mannschaften um den Aufstieg spielen werden ? dazu gehört auch Mainz 05. Die drei Absteiger zähle ich dazu, ebenso wie Aachen und Freiburg. Dann wird es sicher auch wieder Überraschungen geben, wie Kaiserslautern, Greuther Fürth oder1860 München.

Sport1: Ihr Sohn Niklas steht vor seiner ersten Saison in der Bundesliga bei Werder Bremen. Was trauen Sie Ihrem Sprössling zu?

Andersen: Eine ganze Menge. Ich habe viele Spiele von ihm gesehen und weiß, was er kann. Er hat alle Möglichkeiten, ein guter Erstliga-Verteidiger zu werden. Ob Niklas es schafft, in seinem ersten Jahr bei Bremen gleich einen Stammplatz zu holen, kann ich noch nicht sagen. Früher oder später wird er sich aber in der Bundesliga etablieren.

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