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2011 sorgt ein Becherwurf auf den Assistenten von Dennis Aytekin (r.) für einen Spielabbruch © getty

Wegen der Becherwurf-Attacke starten die Kiezkicker im fremden Stadion in die Saison. Das Zuschauerinteresse ist schwach.

München - Kein Hexenkessel a la Millerntor: Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli droht zum Auftakt der neuen Saison in der Zweiten Liga am Samstag gegen den FC Ingolstadt (ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) eine Minuskulisse.

Erstmals seit über 23 Jahren könnte ein Liga-Heimspiel der "Kiezkicker" vor einer vierstelligen Zuschauerzahl stattfinden. Grund ist der Zwangsumzug in das Lübecker Stadion an der Lohmühle.

"Bisher sind nur rund 8000 Tickets verkauft", sagte Vereinssprecher Christian Bönig am Freitagmorgen: "Das ist auch für uns schwierig zu erklären."

Seit Wochen gibt es Anzeigen in Zeitungen und Radio sowie regelmäßige Durchsagen in U- und S-Bahnen. Sogar die Werbebande mit der Aufschrift "Millerntorstadion" hat der FC St. Pauli nach Lübeck transportiert. Doch genutzt hat es offenbar wenig.

Heimspiel als Auswärtsspiel

Nicht nur, dass der Auftaktgegner Ingolstadt und nicht FC Bayern oder Hamburger SV heißt, sondern auch die Tatsache, dass das erste Heimspiel eigentlich ein Auswärtsspiel ist, rufen St. Paulis bittere Gedanken an den Abstieg wieder hervor.

Denn das Spiel in Lübeck ist die Hypothek aus dem skandalösen Fehlverhalten eines Pauli-Rowdys im Erstligaspiel gegen Schalke.

Am 1. April sorgte der Besucher mit dem Wurf eines Bierbechers an den Kopf des Schiedsrichterassistenten Thorsten Schiffner für den Skandal. Der Unparteiische Dennis Aytekin hatte die Begegnung daraufhin in der 89. Minute beim Stand von 2:0 für Schalke abgebrochen.

Erklärungsversuche für Minuskulisse

"Da es sonst sehr schwer ist, an Karten für eines unserer Heimspiele zu kommen, ist das Spiel am Samstag eine einmalige Chance. Aber es ist Ferienzeit und Lübeck eben doch 70 Kilometer von Hamburg entfernt", versucht Bönig eine Erklärung für das geringe Interesse an dem Spiel am Samstag zu finden.

400.000 Euro Einbußen

Einen allgemeinen Saisontrend leitet der Verein, der durch den einmaligen Umzug nach Lübeck Einnahmen in Höhe von rund 400.000 Euro einbüßt, daraus aber nicht ab.

[kaltura id="0_cr36yc33" class="full_size" title="Jede Menge Kult für Liga Zwei"]

Am Millerntor erwartet die Pauli-Kicker wieder das gewohnte Tollhaus. Wie in der Erstliga-Saison wurde der Dauerkartenverkauf bei 16.000 gestoppt. Die Vorfreude der Fans scheint trotz Abstieg zumindest für die "echten" Heimspiele ungebrochen.

SPORT1 hat die Fakten zum 1. Spieltag (DATENCENTER: Zweiltliga-Spielplan 2011/12):

FC St. Pauli - FC Ingolstadt

St. Pauli musste nach dem Abstieg Trainer Holger Stanislawski nach Hoffenheim ziehen lassen. Nun will Coach Andre Schubert die Hamburger, die seit zwölf Partien auf einen Pflichtspiel-Sieg warten, in die Bundesliga zurückführen.

Ingolstadt hat bisherigen zwei Begegnungen gegen St. Pauli jeweils mit 0:1 (Saison 2008/2009) verloren.

Erzgebirge Aue - Alemannia Aachen

(beide Sa., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER)

Aue hat keines seiner jüngsten fünf Heimspiele gewonnen (drei Unentschieden, zwei Niederlagen). Von ihren bislang fünf Heim-Auftritten gegen Aachen konnten die Erzgebirgler drei gewinnen (ein Unentschieden, eine Niederlage). In Aachen wurden die elf Abgänge in der Sommerpause mit elf Neuzugängen ausgeglichen.

Letzte Saison: 2:1 und 5:1

Hansa Rostock - SC Paderborn

Aufsteiger Rostock ließ in der Sommerpause mit der Verpflichtung des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs Marek Mintal aufhorchen. Paderborn konnte nur zwei seiner bislang sieben Pflicht-Auftritte gegen Rostock gewinnen (ein Unentschieden, vier Niederlagen).

Eintracht Braunschweig - 1860 München

Aufsteiger Braunschweig blieb in den letzten sieben Spielen der vergangenen Saison ungeschlagen und schaffte damit überlegen die Rückkehr in die 2. Bundesliga. 1860 München verpflichtete im Sommer insgesamt 18 neue Spieler - so viele wie keiner der Konkurrenten.

Karlsruher SC - MSV Duisburg

(alle So., ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Von bislang 24 Pflicht-Heimspielen gegen Duisburg konnte der KSC 13 gewinnen (fünf Unentschieden, sechs Niederlagen). Mit 14 zum Teil hochkarätigen Neuzugängen und 15 Abgängen hat Duisburg im Sommer seinen Kader kräftig umgekrempelt.

Letzte Saison: 3:1 und 0:3

Fortuna Düsseldorf - VfL Bochum

(Mo., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1)

Düsseldorf beendete die vergangene Saison mit sieben Spielen ohne Niederlage. Bochum, das in der Aufstiegs-Relegation an Mönchengladbach scheiterte, konnte von bislang insgesamt 47 Duellen mit Düsseldorf 19 gewinnen (17 Unentschieden, 11 Niederlagen).

Letzte Saison: 0:1 und 0:2

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