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St.-Pauli-Kapitän Fabian Boll erzielte beim Sieg über Ingolstadt beide Treffer © getty

Die "Kiez-Kicker" kommen zu einem souveränen 2:0-Erfolg über Ingolstadt. Kapitän Boll ist der Mann des Tages in Lübeck.

Lübeck - Der FC St. Pauli hat mit einem Heimsieg auf fremdem Platz seine Mission Wiederaufstieg gestartet.

Die Hamburger gewannen zum Auftakt der Zweiten Liga in Lübeck gegen den FC Ingolstadt mit 2:0 (0:0). Fabian Boll schoss beide Tore (51. und 69.) für die Mannschaft des neuen Trainers Andre Schubert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kapitän Boll war an der Lohmühle der Mann des Tages: Zunächst brachte der Mittelfeldabräumer sein Team mit einem sehenswerten Freistoß aus 18 Metern in Führung.

Mitte der zweiten Hälfte machte er dann mit einem Traumtor genau in den rechten Winkel aus fast identischer Position den hochverdienten Auftatktsieg der Hamburger perfekt. (35464DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)

Schubert zufrieden

"Die zweite Liga wird unheimlich schwer, das wurde heute schon deutlich. Wir haben aber ganz gute Möglichkeiten mit unserer Mannschaft, wenn wir die letzten Pässe noch etwas präziser spielen", sagte Schubert:

"Wir haben nach der Führung die eine oder andere Situation zugelassen, das muss in Zukunft besser werden."

Ingolstadts Trainer Benno Möhlmann war mit der Leistung seines Teams nicht unzufrieden, bemängelte aber die Defensivleistung: "Wir hatten auch ein paar gute Torchancen. Allerdings hätten wir heute auch sechs oder sieben Gegentore bekommen können. Daher geht der Sieg von St. Pauli in Ordnung."

Zudem hofft der FCI-Coach darauf, dass sein Klub noch mal auf dem Transfermarkt tätig wird: "Es wäre gut, wenn wir vorne mindestens noch eine Verpflichtung machen könnten."

Kaum Torchancen

St. Pauli war von Beginn an vor 10.093 Zuschauern in der Lohmühle, in die das Team wegen der Becherwurf-Affäre ausweichen musste, das bissigere und lauffreudigere Team. In hohem Tempo kombinierten die Kiezkicker bis zum Strafraum der Gäste.

Einziges Manko: Zwingende Torchancen blieben lange Mangelware, weil der letzte Pass stets an in der Ingolstädter Abwehr hängen blieb.

Zwar versuchten es Regisseur Deniz Naki in der 14. Minute aus der zweiten Reihe und Charles Takyi in der 29. Minute aus kurzer Distanz, aber wirklich gefährlich wurde es für Sascha Kirchstein im Tor der Ingolstädter zunächst nicht.

Tschauner mit Glanzparaden

Diese Nachlässigkeiten hätten sich für die Hamburger fast gerächt. Andreas Görlitz zog kurz vor der Pause aus 18 Metern ab und zwang Pauli-Keeper Philipp Tschauner zu einer Glanzparade.

Und nur Sekunden nach Wiederanpfiff hatte Ingolstadts Trainer Benno Möhlmann schon die Hände zum Torjubel in der Luft. Aber auch Caiuby scheiterte an dem sicheren Tschauner.

Damit machte sich Schuberts Schachzug, den Neuzugang aus München anstelle von Benedikt Pliquett ins Tor zu stellen, mehr als bezahlt.

Doppelschlag von Boll

In der zweiten Hälfte vergab Naki weitere gute Möglichkeiten und damit einen höheren Sieg. In der 68. scheiterte er kläglich, als er das leere Tor nicht traf.

Und so blieben Bolls entschlossene Distanzschüsse die beiden einzigen wirklich zwingenden Aktionen des Bundesliga-Absteigers.

Erster Sieg seit fünf Monaten

St. Pauli musste als Strafe für den Bierbecherwurf eines Fans auf einen Schiedsrichter-Assistenten im Spiel gegen Schalke 04 in der vergangenen Saison sein Auftaktspiel in Lübeck austragen.

Der Sieg war der erste seit dem Derby-Triumph gegen den HSV am 16. Februar.

Beste Akteure der Hamburger waren Innenverteidiger Lasse Sobiech, Philipp Tschauner und Doppeltorschütze Boll bei den Ingolstädtern überzeugte einzig Caiuby.

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