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Dieter Schneider ist seit Februar Präsident von 1860 München © getty

Der Streit zwischen 1860-Präsident Schneider und Investor Ismaik droht zu eskalieren. Maget fordert ein "Zusammenraufen".

Von Mathias Frohnapfel

München - Der nächste Samstag sollte ein Prachttag für 1860 München werden.

Investor Hasan Ismaik wird zum ersten Saison-Heimspiel in der Allianz Arena erwartet, der Aufbruch in neue Zeiten soll öffentlichkeitswirksam bekundet werden.

Doch nach der 1:3-Niederlage bei Eintracht Braunschweig (Spielbericht) gibt es gewaltige Unruhe im Vorstand der "Löwen" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dabei ist allem Anschein nach ein Rücktritt von Präsident Dieter Schneider nach abgewendet.

"Ich habe zu keinem Zeitpunkt - weder in der Aufsichtsratssitzung am Freitag noch seitdem - gegenüber irgendeinem Aufsichtsrat mit Rücktritt gedroht", kommentierte Schneider am Dienstagmittag im Gespräch mit SPORT1 dementsprechenden Meldungen.

"Müssen eine Einheit bilden"

Zu seinem Verhältnis zum Investor sagte er: "Sicherlich sind wir in einer Phase, in der wir uns zusammenraufen müssen. Dass das nicht so einfach ist, sei gar nicht bestritten."

Schneider fordert jetzt für die Zukunft: "Es ist wichtig, dass wir eine Einheit bilden. Wir müssen geschlossen sein, das habe ich gegenüber den Fans auch beschworen. Das gilt auch für die Vereinsführung."

Pleite gemeinsam abgewendet

Der Unternehmer hatte in der vergangenen Spielzeit mit viel Leidenschaft um den Münchner Traditionsverein gekämpft und mit Ismaiks Hilfe die fast unausweichliche Pleite noch abgewendet.

Letztlich sicherte die Kooperationsvereinbarung mit dem Investor den "Löwen" die Existenz, Ismaik übernahm für 18 Millionen Euro 49 Prozent der Anteile.

Wer hat das Sagen?

Doch jetzt wird Schneiders Zukunft bei 1860 immer fraglicher.

Hintergrund ist der Machtkampf zwischen dem Präsidenten und dem Investor aus Jordanien. Wie viel Einfluss soll Ismaik bekommen? Wie soll der Aufsichtsrat künftig besetzt sein und welche Rolle soll dabei Schneider erhalten?

Laut Medien hat Ismaiks Münchner Statthalter Hamada Iraki versucht, die Position Schneiders in dem künftig auf sechs Personen verkleinerten Aufsichtsrat in Frage zu stellen.

Aufsichtsrat steht zum Präsidenten

Die Besetzung des Gremiums dürfte allerdings demnächst durchaus im Sinne Schneiders sein.

Auf einer Sitzung des Aufsichtsrats votierten die Mitglieder am Montagabend für den Vorschlag des Präsidenten. Demnach werden Schneider selbst, Vize-Präsident Franz Maget und der ehemalige bayerische Kultusminister Siegfried Schneider von Vereinsseite dem Aufsichtsrat angehören.

Von Investorenseite kommen Hasan Ismaik, Hamada Iraki und eine Anwältin dazu.

Schneiders Rücktritt droht

Die "Süddeutsche Zeitung" glaubt trotzdem an einen Rückzug des "Löwen"-Bosses, zumal der laut Vereinskreisen langfristig keine Chance sehe, seine Linie erfolgreich durchzufechten.

Maget weiß natürlich, welche grundlegende Frage beim Machtkampf zwischen Schneider und Ismaik diskutiert wird.

Maget: "Man muss sich zusammenraufen"

"Ganz Fußball-Deutschland schaut darauf, wie diese Partnerschaft funktioniert", sagte Maget. Welchen Einfluss ein Investor haben darf und wie das mit den Statuten der DFL vereinbar ist, das ist letztlich die im Hintergrund verhandelte Frage.

Maget wählte dabei in Richtung des Jordaniers deutliche Worte: "Es wäre sehr kurzsichtig, wenn man jetzt versuchen würde, seine eigene Machtposition zu Lasten des Partners durchzusetzen Man muss sich jetzt zusammenraufen."

Allerdings soll die neue Aufsichtsratskonstellation nach "tz"-Informationen alle vier Wochen neu überprüft werden.

Derweil scheinen auch Schneider und Geschäftsführer Robert Schäfer nicht in allen Dingen einer Meinung. "Es ist eben eine Phase, wo einige Positionierungen stattfinden", meinte Schäfer vielsagend zum Thema.

Und schickte eine verklausulierte Botschaft an den 1860-Boss ab: "Ich respektiere, was Schneider für den Verein getan hat. Präsidieren stelle ich mir als eine schöne Aufgabe vor."

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