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1860-Mittelfeldspieler Daniel Halfar (l.) hat seinen Vertrag bis 2014 verlängert © imago

1860 München und Union Berlin wollen mit Siegen im ersten Heimspiel der Saison eine turbulente Woche im Verein vergessen machen.

Von Reinhard Franke

München - Die Verantwortlichen von 1860 München und Union Berlin dürften froh sein, wenn heute (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) wieder der Ball rollt. Mehr denn je.

Nach einer turbulenten Woche in der Chefetage beider Klubs soll sich wieder aufs Sportliche konzentriert werden.

Die "Löwen" empfangen in der Allianz Arena den Karlsruher SC und die "Eisernen" aus Berlin die SpVgg Greuther Fürth (DATENCENTER: Zweiltliga-Spielplan 2011/12).

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Graben- und Machtkämpfe bei den "Löwen"

Bei den "Löwen" ging es zuletzt mal wieder hoch her. Finanziell ist der Verein dank der Millionen des Jordaniers Hasan Ismaik gerettet, doch zuletzt ging es um die Verteilung der Macht.

Wie die "Abendzeitung" berichtete, hatte die 1860-Funktionäre keine sechs Wochen nach der finanziellen Rettung und dem Einstieg Ismaiks schon wieder die Lust am Niedergang gepackt. 1860-Präsident Dieter Schneider stand kurz vor dem Rücktritt.

Mitte der Woche wendete sich Ismaik, dem vorgeworfen wurde, Schneiders Rückzug zu fordern, in einem offenen Brief an die "Löwen"-Fans und war "von den Anschuldigungen irritiert."

Nach mehreren Tagen, an denen über ein anstehendes Aus Schneiders bei 1860 spekuliert wurde, hat sich das Thema rechtzeitig vor dem Heimauftakt gegen Karlsruhe erledigt. Am Freitag wurde Frieden geschlossen.

"Wir müssen gewinnen"

Ein neuer sechsköpfiger Aufsichtsrat wurde gewählt und Schneider bleibt im Amt. Auch Daniel Halfar bleibt.

Der Mittelfeld-Dribbler verlängerte seinen Vertrag bis 2014. Sportlich steht 1860 nach der 1:3 Auftaktpleite in Braunschweig am Samstag im Heimspiel gegen Karlsruhe schon unter Druck. "Wir müssen gewinnen", sagt Trainer Reiner Maurer.

Union spielte im ersten Spiel 1:1 beim FSV Frankfurt. Greuther Fürth, immerhin Mitfavorit auf den Aufstieg, verpatzte den Start beim 2:3 zu Hause gegen Eintracht Frankfurt. Auch in Berlin ging es in der vergangenen Woche rund.

Stasi-Verstrickungen bei Union

Es wurden nämlich Stasi-Verstrickungen der Vereinsspitze bekannt. Geschäftsführer Oskar Kosche soll laut "Bild" ebenfalls im Wachregiment der DDR-Geheimpolizei gedient haben.

Dienstag war bekannt geworden, dass Klub-Chef Dirk Zingler Mitglied des Stasi-Wachregiments war.

Der Klub bestätigte, dass Kosche zu DDR-Zeiten in dem Regiment gedient hat.

Als wären die Negativschlagzeilen beim Hauptstadt-Klub nicht schon schlimm genug gewesen wären, gibt es zudem mit einem anhaltenden Streit mit dem früheren Teammanager Christian Beeck einen weiteren Unruheherd.

Ärger um Ex-Manager Beeck und Keeper Höttecke

Der einstige Bundesliga-Profi wurde Mitte Mai überraschend entlassen. Beeck hat juristische Schritte eingeleitet. Am kommenden Montag treffen sich beide Parteien zum ersten Mal vor dem Amtsgericht in Berlin.

Bei dem ganzen Ärger wollte offenbar auch Union-Keeper Marcel Höttecke nicht mit einer Negativmeldung mitmischen. Der Schlussmann soll bei einem nächtlichem Streifzug Polizisten beleidigt haben und nun eine Strafe von rund 16.000 Euro bezahlen müssen.

Auch von Seiten des Klubs wird wohl noch eine Geldstrafe verhängt. Trotzdem soll der 24-Jährige am Samstag zur Heimspiel-Premiere gegen Fürth im Tor stehen.

Kein Wunder, dass man sich bei Union nach dem ganzen Ärger den Anpfiff gegen die "Kleeblätter" herbeisehnt.

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