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Die Eintracht-Fans brüsteten sich in der letzten Saison als "Deutscher Randale Meister" © getty

Das Topspiel zwischen Frankfurt und St. Pauli findet vor halbleeren Rängen statt. "Kein besonderes, aber ein wichtiges Spiel".

Von Reinhard Franke

München - Es ist das Hammer-Spiel am zweiten Spieltag der Zweiten Liga:

Eintracht Frankfurt empfängt am Montagabend um 20.15 Uhr (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) den FC St. Pauli - das Duell der beiden Absteiger.

Sie sind automatisch die Topfavoriten auf den Aufstieg. Die Kiezkicker haben großes vor, wollen bei der Eintracht nach dem 2:0 gegen Ingolstadt im ersten den nächsten Dreier.

Auch Frankfurt will nach dem Auftaktsieg in Fürth nachlegen.

Spiel vor halbleeren Rängen

Das Problem an der Sache: Das brisante Duell dürfen am Montag nur 14.000 Eintracht-Anhänger sehen, dazu rund 5000 Pauli-Fans. Ansonsten bleibt die Commerzbank-Arena weitestgehend leer.

Mit dem Urteil hatte das DFB-Sportgericht auf die wiederholten Verstöße einiger unbelehrbarer Frankfurt-Fans reagiert. Unglaublich: Damals brüstete sich der Eintracht-Anhang als "Deutscher Randale Meister".

Nach dem verlorenen Heimspiel gegen den 1. FC Köln (0:2) Anfang Mai hatten Eintracht-Hooligans den Platz in der Arena gestürmt. Übers Sportliche spricht im Vorfld der Partie keiner.

"Spiel hat eine Bedeutung"

"Dieser Slogan schadet uns noch in fünf Jahren", sagt Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen zu SPORT1.

"Neben dem Image entsteht uns auch ein gewaltiger finanzieller Schaden." Bruchhagen blickt dem brisanten Duell jedoch freudig entspannt entgegen. "Das ist kein besonderes, aber ein wichtiges Spiel, in dem zwei Favoriten aufeinander treffen."

Von Anspannung bei Bruchhagen keine Spur: "Wenn ich seit 22 Jahren angespannt wäre, dann hätte ich nur noch wenig Lebenserfahrung." Dann fügt er aber noch hinzu: "Das Spiel hat schon eine Bedeutung. Es würde uns gut tun, wenn wir das Spiel gewinnen würden."

Schubert glaubt an seine Mannschaft

Die zum "Geisterspiel" erklärte Partie schreckt Pauli-Coach André Schubert jedoch nicht davon ab, an ein forsches Auftreten seiner Mannschaft zu glauben.

Er sagt: "Wir sind überzeugt von dem, was wir machen. Wir wollen dominant sein. Das wird auch auswärts so sein. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und uns nicht von vornherein mit einem Unentschieden zufriedengeben. Dem Mutigen gehört die Welt."

[kaltura id="0_cr36yc33" class="full_size" title="Jede Menge Kult für Liga Zwei"]

Allerdings ist dem Fußball-Lehrer auch klar: "Dabei kannst du auch mal einen auf den Sack kriegen." Schubert hat bei allem Optimismus großen Respekt vorm Gegner. "Am zweiten Spieltag auswärts in Frankfurt spielen zu müssen, ist eine der schwierigsten Aufgaben. (DATENCENTER: Zweiltliga-Spielplan 2011/12)

"Das ist ein Verein, der aufsteigen will und muss. Nach einem 0:2 in Fürth noch 3:2 zu gewinnen, ist beachtlich." St. Pauli dürfte mit den Begebenheiten heute weniger Probleme haben als die Frankfurter.

Die Schubert-Truppe hat schon Erfahrung mit "Geisterspielen". Nach dem Bierbecher-Wurf gegen den Linienrichter in der letzten Saison im Heimspiel gegen Schalke wurde das erste Heimspiel in dieser Runde gegen Ingolstadt in Lübeck ausgetragen.

Veh vor Heimpremiere

Und was meint Frankfurts neuer Trainer Armin Veh vor seiner Heimpremiere als Eintracht-Coach? "Es ist das erste Mal, dass ich so etwas erlebe. Es ist sicherlich kein Vorteil. Wir hätten die Fans gerne dabei gehabt, gerade beim ersten Heimspiel."

Veh dürfte keine allzu guten Erinnerungen an St. Pauli haben. Als HSV-Coach verlor er im Februar gegen die Kiezkicker - der Anfang vom Ende für Veh. Vier Wochen später wurde er als HSV-Coach gefeuert.

Sein Vorgänger Michael Skibbe (inzwischen Trainer beim türkischen Erstligisten Eskisehirspor) wurde übrigens nach dem 1:0 Heimsieg gegen St. Pauli in der letzten Saison entlassen. Seitdem gewann die Eintracht erst wieder letzte Woche beim Auftaktsieg in Fürth.

Auch die St. Pauli-Fans blicken mit einem schlechten Gefühl auf den Derbysieg im Februar zurück.

Danach begann für ihren Verein eine Negativserie, die mit dem Abstieg endete.

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