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Ausverkaufte Hütte? Die "Löwen" rechnen mit weit über 50.000 Derby-Zuschauern © getty

Showdown in der Allianz-Arena: Die "Löwen" bitten zum Derby. Mainz will die Spitze festigen, Hansa sich aus dem Keller befreien.

Von Tobias Schneider

München - Besinnliche Vorweihnachts-Stimmung? Von wegen!

Am letzten Spieltag vor den "Weihnachtsferien" steigt in der Zweiten Liga der Klassiker zwischen den bayerischen Traditionklubs 1860 München und 1. FC Nürnberg (ab 13.45 Uhr LIVE).

Fünf Jahre ist es her, dass sich beide Mannschaft letztmals gegenüber standen - damals noch zu Bundesliga-Zeiten.

In der eingleisigen Zweiten Liga feiert dieses Duell am Sonntag sogar seine Premiere.

Club auf dem Vormarsch

Zu Beginn der Saison wäre das Derby noch ein Treffen der Enttäuschten gewesen.

Nach 16 absolvierten Spielen haben sich die Vorzeichen aber geändert. Sowohl die "Löwen" als auch der Club haben sich angefangen.

Der Erstliga-Absteiger aus Franken liegt nach einer Serie nur noch vier Zähler hinter den Aufstiegsrängen.

Auch die Oberbayern haben nach unterirdischem Saisonstart die Talsohle durchschritten und belegen mit 21 Punkten den siebten Tabellenrang.

Der Erfolg treibt auch wieder mehr Zuschauer in die Allianz-Arena. Mit deutlich über 50.000 Zuschauern wird gerechnet - Saisonrekord in Liga zwei!

Nürnberg: Der bayerische Schrecken

Gegen Konkurrenten aus dem Freistaat haben die "Clubberer" eine blütenweiße Weste:

2:1 gegen Augsburg, 3:0 gegen Ingolstadt und 2:1 gegen Fürth lauten die Ergebnisse gegen bayerische Mannschaften. Eine beeindruckende Bilanz.

"So soll es bei 1860 bleiben", fordert daher FCN-Coach Michael Oenning.

Oenning tritt auf Euphoriebremse

"Das Selbstbewusstsein ist zurück. Jetzt müssen wir in München nachlegen, dann greifen wir in der Rückründe an", nahm Angreifer Christian Eigler erst gar kein Blatt vor den Mund.

Michael Oenning will vom Aufstiegsgerede dagegen noch gar nichts wissen: "Ich halte wenig davon, sich schon jetzt Gedanken über den Aufstieg zu machen."

Tschauner trifft auf "alte Liebe"

Mit dem 1. FC Nürnberg trifft 1860-Keeper Philipp Tschauner auf seine "alte Liebe", den Klub, für den der 23-Jährige insgesamt zwölf Jahre spielte.

"Für mich ist das ein besonderes Spiel. Ich habe dem Verein viel zu verdanken und er liegt mir sehr am Herzen", sagt Tschauner im "kicker".

Im "Löwen"-Sturm wird erneut Benny Lauth (das Interview) auflaufen. Beim letzten Derby in München erzielte Lauth beide Treffer für 1860 zum 2:2-Endstand.

Sport1.de hat die Fakten zu den weiteren Sonntagsspielen:

FC Augsburg - Alemannia Aachen

Mit Augsburg und Aachen treffen die Senkrechtstarter der vergangenen Wochen aufeinander.

Beide Teams haben aus den letzten sechs Spielen 14 Punkte eingefahren.

Allerdings haben die Schwarz-Gelben auf fremdem Platz in dieser Spielzeit erst einmal gewonnen.

"Für eine Spitzenmannschaft ist das eigentlich zu wenig", so Aachen-Coach Jürgen Seeberger, dessen Team mit einem dreifachen Punkterfolg definitiv auf einen Aufstiegsrang klettern würde.

Der am Knie verletzte Benny Auer ist noch nicht fit, Augsburg-Coach Holger Fach muss auf seine beiden angeschlagenen Stürmer Michael Thurk und Sandor Torghelle verzichten.

Rot-Weiß Oberhausen - FSV Mainz 05

Quo vadis, Mainz? Nach starkem Saisonstart haben die 05er im Kampf um den Aufstieg einige Federn lassen müssen.

Nur sieben Punkte holten die Mannen von Trainer Jörn Andersen aus den letzten fünf Partien.

Dank der Patzer der Konkurrenz hat Mainz aber weiter die Tabellenspitze inne und kann mit einem Sieg die Herbstmeisterschaft perfekt machen.

RWO-Coach Jürgen Luginger hofft nach der 1:2-Pleite gegen Freiburg auf einen versöhnlichen Jahresabschluss: "So oder so, wir wollen nochmal punkten. Dass es gegen Mainz sehr schwer wird, braucht uns keiner zu sagen."

Pikanter Nebenaspekt: Jörn Andersen war von 2003 bis 2004 Trainer in Oberhausen. Sein damaliger Assistent: Jürgen Luginger.

Hansa Rostock - SV Wehen-Wiesbaden

Not gegen Elend: In der vierten Partie unter Coach Dieter Eilts (drei Niederlagen, 0:7 Tore) muss gegen die ebenfalls vom Abstieg bedrohten Hessen endlich ein Dreier her.

Nur einen Punkt holte Hansa aus den letzten acht Spielen - die Bilanz eines Absteigers.

Zudem rumort es in der Mannschaft, Ex-Kapitän Gledson wurde nach einem Trainingsausraster vorübergehend suspendiert.

Aber auch Wehen plagen Sorgen vor dem Abstiegsgipfel: Sandro Schwarz ist verletzt, Madi Panandetiguiri gesperrt.

SpVgg Greuther Fürth - Rot Weiss Ahlen

Vor dem Spiel gegen den starken Aufsteiger aus Ahlen sorgt sich "Kleeblatt"-Coach Benno Möhlmann um seine Defensive: Marino Biliskov und Asen Karaslavov fallen aus.

Mit einem Dreier kann Fürth (26 Punkte) wieder einen Aufstiegsrang erobern.

In Ahlen (24) herrscht trotz zuletzt zweier Niederlagen gute Stimmung.

"Bei mir werden die guten Erlebnisse der Hinrunde hängen bleiben", sagt Top-Torschütze Lars Toborg und Trainer Christian Wück bittet um Verständnis: "Es geht an die Substanz. Der Verschleiß ist bei nur 22 Mann im Kader groß."

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