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Rüdiger Sterzenbach war seit Februar Präsident des Hauptvereins © getty

Bei der abstiegsbedrohten TuS haben Präsident und Vize des Hauptvereins ihr Amt niedergelegt. Die Fußball-GmbH ist überrascht.

Von Tobias Schröter

München - Die TuS Koblenz kommt 2008 nicht zur Ruhe: Nach Punktabzug, Verletzungspech, Abstiegskampf und der Klage von Ex-Geschäftsführer Hermann Gläsner ist nun die Führungsspitze des Hauptvereins zurückgetreten.

Präsident Rüdiger Sterzenbach und sein Stellvertreter Dirk Zimmer legten mit sofortiger Wirkung ihre Ämter nieder.

Die Entscheidung wurde bereits in einer Vorstandssitzung am Donnerstagabend beschlossen, jedoch bis nach dem Freitagsspiel der TuS gegen Ingolstadt (0:1) (Koblenz im freien Fall ) zurückgehalten, um die Vorbereitung der Mannschaft nicht zu stören.

Hohe Schulden

Kommissarisch führen die Vorstandsmitgliedern Hans Dill, Rolf Schmitz und Joachim Benner vorerst den verschuldeten Klub, der eine Unterdeckung von 2,9 Millionen Euro im Etat und Schulden von 600.000 Euro haben soll.

"Wir führen Gespräche und wollen am Saisonende schuldenfrei sein", sagte Aufsichtsratschef Walterpeter Twer.

Die Fußball-Abteilung wurde von den Entwicklungen dann am Samstagmorgen völlig überrascht, wie Geschäftsführer Wolfgang Loos gegenüber Sport1.de bestätigte.

Manager nur per SMS informiert

"Ich wurde vom Präsidenten nicht persönlich informiert, sondern habe am Vormittag eine SMS von unserem Pressesprecher erhalten", sagte der Manager.

Über die Beweggründe des Führungs-Duos gibt es noch keine offizielle Erklärung.

Auf der TuS-Mitgliederversammlung am 1. Dezember hatte sich Sterzenbach noch kämpferisch gegeben und wollte die Schulden des Vereins weiter abbauen.

"Ruhe reinbekommen"

Manager Loos hofft jetzt darauf, dass in der Winterpause Ruhe einkehrt und die Verletzungsmisere aufhört.

"Wir hatten ja kaum 'normale' Verletzungen, sondern ständig langwierige Ausfälle. Die Hälfte der Mannschaft konnte die Vorbereitung nicht richtig mitmachen. Hinzu kommt die Unruhe durch den Punktabzug", erklärt der Geschäftsführer die schlechte Hinrunde des Tabellen-Vorletzten.

Könne man wieder aus dem Vollen schöpfen, komme der Erfolg von allein wieder zurück. "Dann ist der Kader mit rund 30 Spielern sogar zu groß", so Loos weiter.

Voraussichtlich soll deshalb unter anderem Defensivspieler Marko Lomic nach Russland abgeben werden, wenn die Modalitäten stimmen.

Auch Trainer Uwe Rapolder geht von der Wende nach der Winterpause aus: "Ich bin überzeugt, dass wir wieder auf eine ruhige Schiene kommen."

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