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Andre Schubert (r., mit Max Kruse) beerbte bei St. Pauli Holger Stanislawski © getty

St. Paulis Coach findet die Euphorie nach dem starken Start gefährlich. Duisburgs Coach wünscht sich "Typen" - und erntet Kritik.

Von Martin Hoffmann

München - Zehn Punkte aus vier Spielen, Platz eins in Reichweite: Es könnte kaum besser laufen für den FC St. Pauli.

Es läuft schon fast ein wenig zu gut für den Bundesliga-Absteiger, findet Andre Schubert.

"Die Euphorie vor allem im Umfeld ist eine Gefahr", warnt der Coach vor dem Spitzenspiel gegen den MSV Duisburg (Mo., ab 19.45 LIVE im TV auf SPORT1 und ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Nicht überheblich werden, ist Schuberts Botschaft an seine Spieler. In der Zweiten Liga sei weiterhin "gegen jeden Gegner eine Top-Leistung nötig" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Duisburger Fehlstart

Auch gegen den MSV, wo Euphorie im Umfeld aktuell kein Problem ist, mit dem man sich auseinandersetzen müsste.

Nur zwei Punkte, kein Sieg, 254 Minuten ohne Tor, Tabellenplatz 16: Der Pokalfinalist des Vorjahres hat noch nicht zu sich gefunden.

So sieht es auch SPORT1-Experte Peter Neururer, der am Wochenende in der "Hamburger Morgenpost" eine überaus kritische Bestandsaufnahme seines alten Vereins vornahm (GAMES: Der SPORT1-Tippkönig).

Neururer hat "Angst"

"Der Saisonstart macht Angst", hielt Neururer fest. Die Qualität in der Offensive reiche "absolut nicht aus".

Die Mannschaft sei "eine Multi-Kulti-Truppe, etliche der Spieler haben vor einigen Wochen noch das Wappen von anderen Vereinen geküsst, jetzt küssen sie das des MSV".

Zudem griff Neururer auch seinen Nachfolger Milan Sasic persönlich an, antwortete auf die Frage nach seiner Wertschätzung für den Serben:

"Die Schule, die Sasic pflegt, die gibt es gar nicht. Er ist ein ganz mieser Kollege, der auf eine ganz schlimme Art und Weise versucht sich zu profilieren."

"Ich stehe dazu"

Worte, die einige Aufregung, auf den Fanforen des MSV entfacht haben. "Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe", betont Neururer aber gegenüber SPORT1.

Beim Gastspiel auf St. Pauli wird er wieder als Experte vor Ort sein - und glaubt eher nicht, ein Erfolgserlebnis seines alten Klubs mitzuerleben:

"St. Pauli ist nicht mehr in dem Findungsprozess, in dem der MSV ist, ist also der Favorit."

Sasic: "Alle verkrampft"

Sasic freut sich aber eher auf die schwere Aufgabe, als vor ihr zu zittern: "Was kann es schöneres als Motivation geben?"

Zugleich verhüllt er aber nicht, dass ihm die aktuelle Verfassung seiner Mannschaft Sorgen bereitet: "Hier sind im Moment vor lauter Druck alle verkrampft", klagte er unter der Woche in der "Bild".

Und wünschte sich "Typen", die die Blockade auflösen. Er nahm dabei auch die Idee auf, Stefan Maierhofer, den Torgaranten der Vorsaison aus Wolverhampton, zurückzuholen: "Sportlich würde er uns sicher weiterhelfen."

Jula fehlt wohl weiter

Den Österreicher zieht es aber nun wohl stattdessen zu Red Bull Salzburg, er wird also nicht die Lösung der Duisburger Sturmprobleme werden.

Dasselbe dürfte am Montag für Emil Jula gelten. Beim verletzten Neuzugang aus Cottbus sieht Sasic nur eine Einsatzchance von "zehn Prozent?.

Auch Dzemal Berberovic (Leistenprobleme) droht auszufallen.

Takyi muss ersetzt werden

Sorgenfrei ist aber auch Gegner St. Pauli nicht. Besonders der langfristige Ausfall von Charles Takyi (Sehnenriss im Fuß) bereitet Schubert Unbehagen.

An seiner Stelle wird wohl Florian Bruns in die Mittelfeld-Zentrale rücken.

Fin Bartels würde dann von der rechten auf die linke Seite rotieren und Kevin Schindler auf Bartels' bisheriger Position in die Startelf.

Daube als Alternative

Eine Alternative als Takyi-Vertreter ist Dennis Daube, zehn Jahre jünger als der 32-jährige Routinier Bruns.

So oder so: St. Pauli braucht gegen Duisburg einen guten Ersatz für den Mittelfeld-Motor. Denn so schwach der MSV bislang im Angriff aussah, so stabil war er zuletzt in der Defensive.

Den 254 Minuten, seit denen die "Zebras" auf ein Tor warten, stehen nämlich auch 259 Minuten gegenüber, in denen sie keines kassiert haben.

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