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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Trainer Andre Schubert (r.) feiert mit seiner Elf die Tabellenführung © getty

In der 93. Minute schießt Bartels den Kiez-Klub zum Sieg über zehn Duisburger. Fromlowitz hadert mit dem Schiedsrichter.

Hamburg - Spitzenreiter-Party auf dem Kiez:

Fin Bartels hat den FC. St. Pauli in letzter Sekunde an die Tabellenspitze der Zweiten Liga geschossen.

Der Stürmer traf für die Mannschaft von Trainer Andre Schubert gegen den MSV Duisburg in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:1 (1:1) und brachte die Fans am Millerntor zum Kochen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

St. Pauli stürzte damit die SpVgg Greuther Fürth vom ersten Platz.

"Wenn man in der 93. Minute nach einem solchen Spielverlauf gewinnt, ist das schon sehr glücklich und emotional", sagte Trainer Andre Schubert bei SPORT1.

Schubert machte auch die begeisternde Atmosphäre auf St. Pauli für den späten Sieg verantwortlich. "Das ist Millerntor: Fighten bis zur letzten Sekunde, und dann geht noch was", sagte der Coach, während die Fans siegestrunken "You'll never walk alone" sangen.

Im Moment des Sieges war der neue Coach euphorisch auf den Platz gestürmt.

Schindler trifft im ersten Spiel

Der starke Neuzugang Kevin Schindler (33.) hatte in einem zähen Spiel den ersten Treffer für St. Pauli erzielt, Branimir Bajic glich kurz danach aus (38.). Für den Pokalfinalisten aus Duisburg verläuft die Saison weiter enttäuschend, die "Zebras" stehen nur auf dem Abstiegs-Relegationsplatz.

St. Pauli tat sich vor 23.354 Zuschauern lange ungewohnt schwer gegen die gut organisierte Duisburger Abwehr. Hinzu kamen viele unnötige Fehler im Spielaufbau.

Sasic: "Mannschaft hatte mehr verdient"

Duisburg tat nicht mehr als nötig für den Spielaufbau und schien bereits Mitte der zweiten Hälfte mit dem Unentschieden zufrieden zu sein.

Spätestens nach der Gelb-Roten Karte für Vasileios Pliatsikas (69.) war die Elf von Trainer Milan Sasic froh, wenn sie den Ball einfach nach vorne schlagen konnte.

"Die Mannschaft hatte mehr verdient, als dieses Niederlage. Wir haben gut gekämpft, die Gelb-Rote Karte war der Schlüsselmoment", ärgerte sich Sasic.

Bajic nutzt Verwirrung im Strafraum

Schindler, der erst vergangene Woche von Werder Bremen nach Hamburg gewechselt war, schloss einen herrlichen Konter zur zwischenzeitlichen Führung ab. Duisburg hatte den Ball in der Vorwärtsbewegung verloren und war in der Defensive kurz ungeordnet.

Schindlers Schuss aus 17 Metern war für Florian Fromlowitz nicht zu halten.

Der Ausgleich fiel dann aus dem Nichts. Bajic nutzte nach einem verlängerten Freistoß die Verwirrung in der Hamburger Hintermannschaft und schob freistehend aus kurzer Distanz ein.

Fromlowitz kritisiert den Schiedsrichter

Auch nach der Pause investierte St. Pauli mehr ins Spiel und war die klar dominierende Mannschaft. Doch Bartels (48.) und Max Kruse (55.) scheiterten aus aussichtsreicher Position am glänzend parierenden Fromlowitz.

Am Ende knackte Bartels die MSV-Abwehr ganz abgezockt doch noch und sorgte für Riesenjubel.

Fromlowitz ärgerte sich über die späte Niederlage und kritisierte Schiedsrichter Christian Dingert. "Ich weiß nicht, warum wir drei Minuten Nachspielzeit bekommen. Die Gelb-Rote Karte war völlig unberechtigt", schimpfte der MSV-Keeper, der dem Spiel aber auch Positives abgewinnen konnte.

"Wir hatten unsere Fans im Rücken und sogar die St- Pauli-Fans haben uns applaudiert. Mehr kann man nicht kämpfen, so ist der Fußball", sagte Fromlowitz bei SPORT1.

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