SPORT1-Reporter Fabian Greve sieht nach dem Last-Minute-Sieg von St.Pauli gegen Duisburg Parallelen zum Aufstiegsjahr 2010.

Krasser könnten die Gegensätze in Hamburg nicht sein. Während die Fans beim HSV in Frust und Abstiegssorgen verfallen, herrscht beim Anhang des FC St.Pauli riesige Eurphorie und die Hoffnung auf den sofortigen Wiederaufstieg.

Warum auch nicht? Es gibt ja durchaus Parallelen zur Saison 2009/2010 - auch vor zwei Jahren hatte St.Pauli nach fünf Spielen 13 Punkte ? gab mit vier Siegen und einem Unentschieden zum Saisonstart Anlass zum träumen.

Bekanntermaßen endete die Spielzeit für die auch damals nicht als Aufstiegskandidaten gehandelten Kiezkicker mit dem Sprung in die Bundesliga.

Der Sieg in der Nachspielzeit gegen Duisburg verwandelte das Millerntor nach langer Zeit mal wieder in ein echtes Tollhaus.

Als Fin Bartels das 2:1 gelang, drohte das Stadion zu explodieren - und Trainer Andre Schubert gleich mit - wie er die Journalisten wissen ließ.

[image id="f8967262-646e-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Ich habe viele - nahezu alle - Heimspiele des FC St.Pauli in den letzten Jahren live mitverfolgt. Aber was da nach dem Tor und sofortigem Abpfiff für ein Orkan losbrach, habe ich selten erlebt.

Noch 15 Minuten nach Spielende und während der Interviews war der Lärmpegel derart hoch, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand. Endlich mal wieder eine echte "Paaaaadiiiee" am Millerntor.

So haben es auch Trainer und Spieler hochemotional erlebt. Die Torschützen Kevin Schindler und Fin Bartels sprachen völlig aufgewühlt und mit glänzenden Augen von einem "unbeschreiblichen und geilen Gefühl" und Teammanager Christian Bönig dröhnten sogar noch am nächsten Morgen die Ohren.

Auch wenn Andre Schubert auf die Frage "ab wann für ihn die Tabelle Aussagekraft hätte" kurz und wenig elektrisiert mit "nach dem 34.Spieltag" antwortete - rund um den FC St.Pauli herrscht große Euphorie.

Dank des "Last-Second-Sieges" und der damit verbundenen Tabellenführung. Vergessen der bittere Abstieg im Mai.

Andre Schubert und seine extrem willens- und laufstarke Mannschaft haben den emotionalen und sportlichen Turnaround in bemerkenswert kurzer Zeit geschafft.

Und St.Pauli wird in dieser Verfassung meiner Meinung nach zu den Teams gehören, die lange oben mitspielen werden.

So sorgt derzeit wenigstens eine Hamburger Mannschaft für positive Schlagzeilen und Begeisterung.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel