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FCI-Coach Thorsten Fink spielte neun Jahre für Bayern München © imago

Der Aufsteiger aus der Audi-Stadt hat in seinem Zweitliga-Premierenjahr Großes vor. Die drei Mitaufsteiger geben sich etwas bescheidener.

München ? Drei Rückkehrer und ein neues Gesicht: Die vier Aufsteiger in die Zweite Bundesliga gehen mit unterschiedlichen Zielen in die neue Saison.

Mit einem 2:0 über Unterhaching machte Ingolstadt den Aufstieg perfekt.

Während es für Rot-Weiß Oberhausen und den FSV Frankfurt nach jeweils zwei Aufstiegen in Folge ebenso wie für Rot-Weiß Ahlen primär um den Klassenerhalt geht, schielt der FC Ingolstadt schon ein wenig weiter nach oben.

"Für meine Mannschaft wäre ich mit einem Platz unter den ersten zehn zufrieden. Wir haben das Potenzial, das zu erreichen", sagt der frühere Bayern-Profi Thorsten Fink als FCI-Trainer selbstbewusst.

Große Investments

Mittelfristig peilt der 2004 aus den früheren Zweitligisten MTV und ESV Ingolstadt entstandene Fusionsklub die Bundesliga an. Die Rahmenbedingungen dafür entstehen an der Donau gerade.

Neben Unternehmer Peter Jackwarth, der vor drei Jahren die Fusion initiierte und inzwischen dem Aufsichtsrat vorsteht, verstärkt der Ingolstädter Automobilkonzern Audi sein Engagement im Klub. Ganz nach dem Vorbild der Konzernmutter VW beim VfL Wolfsburg.

20 Millionen für neue Arena

Neben der Übernahme des Trikotsponsorings finanziert der Konzern auch ein rund 20 Millionen Euro teures Stadion, das in zwei Jahren fertig sein soll.

So lange muss der Klub in der früheren ESV-Arena spielen, die kurzfristig den Mindestanforderungen des Deutschen Fußball-Bundes angepasst wurde.

Im alten MTV-Stadion, in dem Ingolstadt noch in der vorigen Regionalliga-Saison spielte, wäre das nicht möglich gewesen.

Geballte Erfahrung für Ingolstadt

Bekanntester Neuzugang des FCI, der die Stützen der Aufstiegsmannschaft hielt, ist der tschechische Ex-Nationalstürmer Vratislav Lokvenc, der schon in der Bundesliga für den 1. FC Kaiserslautern und den VfL Bochum spielte.

Über reichlich Erfahrung im Oberhaus verfügen auch Andreas "Zecke" Neuendorf (200 Spiele für Leverkusen und Berlin) und Heiko Gerber (199 Spiele für Bielefeld, Nürnberg und Stuttgart).

FSV Frankfurt ist Untermieter beim Rivalen

Umgebaut wird auch die Heimat des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang, weshalb die Hessen in ihrer ersten Zweitliga-Saison nach 13-jähriger Abstinenz in die WM-Arena des großen Lokalrivalen Eintracht ausweichen müssen.

Oberstes Ziel des FSV ist der Klassenerhalt.

"Das wäre für uns wie die dritte Meistersachaft in Folge", sagte Manager Bernd Reisig, der mit einem Etat von nur fünf Millionen Euro die Aufstiegsmannschaft lediglich punktuell verstärkte.

Oberhausen mit Durchmarsch

Ähnliche finanzielle Rahmenbedingungen haben auch Ahlen und Oberhausen, die sich überraschend in der Regionalliga Nord die Rückkehr in die Zweite Liga gesichert hatten.

Wie Frankfurt gelang RWO dabei sogar das Kunststück, von der Oberliga direkt bis in die Zweite Liga durchzumarschieren.

Die "Kleeblätter" verpassten ihrem alt-ehrwürdigen Niederrhein-Stadion eine kleine Schönheitskur und vor allem einen neuen Rasen mit Rasenheizung.

Ungewöhnlicher Platzwechsel

Aufstiegstrainer Hans-Günter Bruns wechselte auf den Posten des Sportlichen Leiters und tauschte den Platz mit Jürgen Luginger, der jetzt als Chefcoach fungiert.

"Wir werden mit allen anderen Teams auf Augenhöhe spielen", kündigte Bruns an.

Teamgeist ist Ahlener Trumpf

In Ahlen gibt es nach nur zwei Jahren Pause wieder Zweitliga-Fußball.

Ohne die Parfüm-Millionen des früheren Klubchefs Helmut Spikker kehrte unter der Regie des früheren Bundesliga-Stürmer Christian Wück der Erfolg zurück - dank eines perfekten Teamgeistes.

Auf diese Tugend setzen die Westfalen auch in der neuen Saison. Erfahrenster Spieler ist Ronald Maul, der es neben 178 Bundesliga-Einsätzen für Bielefeld, Hamburg und Rostock auch auch zwei Länderspiele brachte.

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