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Friedhelm Funkel ist seit 2010 Trainer beim VfL Bochum © imago

Bochums gescholtener Coach will gegen Fürth aus der Krise. Der noch sieglose MSV steht gegen Dynamo unter Druck.

München - Aufkeimende System-Kritik, Verletzungspech - und die Tabellenspitze in weiter Ferne:

Der selbst ernannte Aufstiegskandidat VfL Bochum steht bereits am 6. Spieltag massiv unter Druck. Nach dem völlig verpatzten Start mit nur einem Sieg will sich der Revier-Klub ausgerechnet gegen die Überflieger der SpVgg Greuther Fürth aus der Krise schießen. (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER)

"Was uns fehlt, ist ein Erfolgserlebnis. Das braucht die Mannschaft, um wieder eine gewisse Leichtigkeit herbeizuführen", sagt Trainer Friedhelm Funkel. Er sei sich sicher, dass sein Team alles dafür tun werde, um dieses Spiel zu gewinnen.

Statistisch spricht allerdings einiges gegen Bochum. Gegen Fürth, das zuletzt vier Siege in Folge einfuhr, gewann der VfL zuletzt vor sechs Jahren. In der vergangenen Saison verlor man gegen die Franken im eigenen Stadion sogar 0:2.

Fürth hat Rechung offen

Zudem hat Fürth mit Bochum noch eine Rechnung offen: In der vergangenen Spielzeit entschied das Team aus dem Ruhrpott das Rennen um den Relegationsplatz gegen Fürth nur knapp für sich.

"Die haben uns Platz 3 aus der Hand gerissen. Wir fahren dorthin, um den nächsten Sieg einzufahren", tönt Kapitän Thomas Kleine. Auch Trainer Mike Büskens betont, dass man sehr selbstbewusst nach Bochum reise. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und Leistungsträger Olivier Occean erklärt im Interview mit SPORT1: "Sie werden auch nervös sein. Wir müssen dort mit Selbstvertrauen auftreten und unser Spiel durchziehen." (Interview)

Funkels Kredit schwindet

Tief im Westen macht sich dagegen Krisenstimmung breit. Funkel wird bei den Fans immer unbeliebter, und auch die neue Taktik mit zwei Sechsern und einem Spielmacher greift noch nicht.

[kaltura id="0_s2eojace" class="full_size" title="Der Suzuki-Fanbotschafter auf St. Pauli"]

Der Trainer denkt allerdings nicht an eine Umstellung. Eher wiederholt er gebetsmühlenartig, dass eine Änderung ihre Zeit brauche. "Hier herrscht nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Wir sprechen die Fehler deutlich an", betont Funkel.

Gegen Fürth soll es möglichst fehlerfrei laufen, doch nun mehren sich auch noch die Personalsorgen. Der verletzte Kapitän Christoph Drabowski wird erneut nicht zum Einsatz kommen, am Mittwoch verletzte sich Faton Toski derart schwer an der Schulter, dass er mindestens vier Wochen ausfällt.

Duisburg mächtig unter Druck

Ein paar Kilometer tiefer im Westen ist die Stimmung auch nicht besser.

Der MSV Duisburg, der sich zumindest mittelfristig das Ziel Aufstieg gesetzt hatte, wartet noch immer auf den ersten Saisonsieg.

Doch auch beim MSV setzt man vor dem Spiel gegen Aufsteiger Dynamo Dresden auf den Faktor Zeit. "Jeder Verein spürt natürlich den Druck, doch wir haben 15 neue Spieler. Das braucht Zeit", sagt Stürmer Flamur Kastrati.

Aachen gewarnt vor Rösler

Ganz tief im Westen, bei Alemannia Aachen, ist die Stimmung ganz unten.

Der Traditionsklub will wieder in die Bundesliga, doch nach nur einem mageren Punkt aus fünf Spielen steckt man am Tabellenende fest und muss nun ausgerechnet gegen die stark gestartete Fortuna aus Düsseldorf ran.

Sascha Rösler stürmte lange für Aachen, trägt heute jedoch das Fortuna-Trikot und denkt gar nicht an ein Gastgeschenk. "Aachens Absturz muss zumindest für ein Spiel weitergehen", so Rösler in der "Bild-Zeitung".

Nord-Gipfel in Braunschweig

Hoch im Norden ist die Stimmung dagegen prächtig. (35464DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)

Tabellenführer FC St. Pauli reist zum überraschend starken Aufsteiger Eintracht Braunschweig.

Bei einem Sieg am Sonntag bliebe der Kiezklub definitiv für die kommenden zwei Wochen Spitzenreiter.

Eintracht will ersten Heimsieg

Dagegen kann Absteiger Eintracht Frankfurt auch dann nichts ausrichten, wenn es endlich mit dem ersten Heimsieg klappt.

Das Team von Trainer Armin Veh punktete bisher nur in der Fremde dreifach, im eigenen Stadion reichte es gegen Düsseldorf und St. Pauli jeweils nur zu einem 1:1.

Gegen den SC Paderborn sollte Frankfurt allerdings auch diese Serie beenden und zumindest bis zum Montagsspiel zwischen Erzgebirge Aue und Energie Cottbus mindestens auf den Relegationsplatz klettern.

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