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Jubel bei Kaiserslautern: In der Hinrunde gewannen die Pfälzer neun Partien © getty

Die Kaiserslauterner erleben ein Jahr für die Geschichtsbücher. Nach gewaltigen Schwierigkeiten haben sich die Pfälzer neu gefunden.

Kaiserslautern - In sieben Monaten vom Fast-Drittligisten zum Bundesliga-Anwärter. Als die Profis von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern am Dienstagmorgen um 3.30 Uhr mit ihren Familien zum Regenerations-Trainingslager nach Portugal aufbrachen, hatten sie ein äußerst turbulentes Jahr hinter sich gebracht.

Durch das 2:0 (0:0) zum Abschluss der Hinrunde gegen den Aufstiegskonkurrenten SC Freiburg zogen die Pfälzer nach Punkten mit Herbstmeister FSV Mainz 05 gleich (Tabelle).

Der Sieg, der die Begegnung der Lokalrivalen zu Beginn der Rückrunde zum Spitzenspiel macht, ist der vorläufige Höhepunkt einer fast märchenhaften Erfolgsstory.

Schließlich konnte sich der Traditionsklub erst am 18. Mai, dem letzten Spieltag der vergangenen Saison, vor dem Absturz in die 3. Liga retten.

Großes Lob für Stefan Kuntz

"Es gibt viele Faktoren für den Wandel", sagte FCK-Trainer Milan Sasic (Trainerporträt). Er zählte auf: "Der 18. Mai ist einer, die Verpflichtung von Stefan Kuntz als Klubchef ist ein anderer. Bevor er gekommen ist, war das hier ein Ort der Angst."

"Zudem haben wir eine intelligtene und willige Truppe. Und wir haben Spieler geholt, die mehr vor sich als hinter sich haben."

Nicht zu viel Druck ausüben

Der bescheidene Kroate, der seinen eigenen Verdienst bei der Reanimation des Krisenklubs der vergangenen Jahre unterschlug, will die jüngste Mannschaft der 2. Liga trotz des derzeitigen Erfolgs nicht mit der Forderung nach dem Aufstieg unter Druck setzen.

"Nur die 31 Punkte sind wichtig. Der zweite Platz hat keine Bedeutung. Er ist nur schön für die Fans, die über Winter den Blick auf die Tabelle genießen können", sagte der Coach.

13 Heimspiele ohne Niederlage

Genießen konnten die 35.952 Zuschauer das Spiel am Montagabend nur in Maßen.

In der Partie, die durch die Treffer von Martin Amedick (59.) und Erik Jendrisek (70.) zugunsten der "Roten Teufel" entschieden wurde, konnten beide Teams ihre Erstligatauglichkeit kaum unter Beweis stellen.

Dennoch schaffte es der FCK, seine Heimserie auf 13 Spiele ohne Niederlage in Folge auszubauen.

Um die Klasse seiner Mannschaft künftig zu verbessern, hofft Sasic auf Verstärkungen in der Winterpause.

Sasic hat keinen Wunschzettel

Der Coach weiß aber auch, dass der chronisch klamme Klub nur Spieler verpflichten kann, wenn aussortierte Profis den Verein verlassen: "Ich werde das mit Stefan Kuntz besprechen, aber ich habe keinen Wunschzettel. Bei unseren finanziellen Möglichkeiten können wir nur Spieler holen, wenn andere gehen."

Über Verstärkungen denken sicher auch die Freiburger (Teamseite) nach, Coach Robin Dutt vertraut aber trotz des Rückschlags in der Pfalz in erster Linie auf die Fähigkeiten seines momentanen Kaders.

Der Trainer des Tabellendritten, der auf dem Relegationsplatz nur einen Punkt hinter dem Spitzenduo liegt, ist weiter vom Aufstieg überzeugt.

"Die Enttäuschung ist spätestens bei der Weihnachtsfeier vergessen. Wir glauben an unsere Stärke. Und wenn es nach den nächsten 16 Spielen wieder gegen den FCK um Big Points geht, dann wollen wir die Punkte holen", erklärte Dutt, dessen Team an allen Spieltagen der Hinrunde auf einem der drei ersten Tabellenplätze stand.

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